Das Newe Testament Deutzsch/Mk

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« Mt Martin Luther (Übersetzer): Das Newe Testament Deutzsch (Lutherbibel), Wittenberg 1522
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Kapitel
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[57] [WA.DB 6,134]

Sanct Marcus.
Das erst Capitel.
Luther Das Newe Testament Deutzsch 063 Initial.jpg

Malach. 3.
Jsai. 40.
1 Djs ist der anfang des Euangeli von Jhesu Christo, dem son gottis, 2 als geschrieben ist ynn den propheten. Sihe, ich sende meynen engel fur dyr her, der do bereytte deynen weg fur dyr, 3 Es ist eyn ruffende stymme ynn der wusten, bereyttet den weg des herrnn, macht seyne steyge richtig.

Matt. 3.
Luce. 3.
4 Johannes der war ynn der wusten, vnnd tauffet vnnd prediget von der tauffe der busße zur vergebung der sunden, 5 vnd es gieng zu yhm hyn aus, das gantz Judisch land, vnd die von Jerusalem, vnd liessen sich alle von yhm tauffen ynn dem Jordan vnd bekenneten yhre sunde.

6 Johannes aber war bekleydet mit kameel haren, vnd mit eynem leddern gurttel vmb seyne lenden, vnd asß hewschrecken vnd wildhonig, 7 vnnd predigt vnd sprach, Es kompt eyner nach myr, der ist stercker denn ich, dem ich nit gnugsam bynn,Joh. 1. das ich mich fur yhm bucke, vnd die rymen seyner schuch aufflosse, 8 ich teuffe euch mitt wasser, aber er wirt euch teuffen mitt dem heyligen geyst.

Matth. 3.
Luce. 3.
Johan. 1.
9 Vnnd es begab sich zur selbigen zeytt, das Jhesus aus Gallilea von Nazareth kam vnd lies sich teuffen von Johanne ym Jordan, 10 vnd als bald steyg er aus dem wasser, vnd sahe das sich die hymel auff thaten, vnnd den geyst gleych wie eyn tawbe erab steygen auff yhn, 11 Vnd da geschach eyn stymme vom hymel, du bist meyn lieber son, ynn dem ich eyn wolgefallen habe.

[136] Matth. 4.
Luce. 4.
12 Vnnd bald treyb yhn der geyst ynn die wusten, 13 vnd war alda ynn der wusten viertzig tage, vnd ward versucht von dem satanas, vnd war bey den thieren, vnd die engel dieneten yhm.

14 Nach dem aber Johannes gefangen war, kam Jhesus ynn Gallilea, vnd prediget das euangelium vom reych gottis, 15 vnnd sprach, Die zeit ist erfullet, vnd das reych gottis ist er bey komen, bessert euch, vnd glewbt dem Euangelio.

Matth. 4.
Luce. 5.
16 Da er aber an dem Galileyschen meer gieng, sahe er Simon vnd Andreas seynen bruder, das sie yhre netz yns meer worffen, denn sie waren fischer, 17 vnnd Jhesus sprach zu yhn, folgt myr nach, ich will euch zu menschen fischer machen, 18 als bald verliessen sie yhre netze, vnd folgeten yhm nach.

19 Vnnd da er von dannen eyn wenig furbas gieng, sahe er Jacoben [58] den son Zebedei vnd Johannem seynen bruder, da[1] sie yhre netze ym schiff zu samen legten, vnnd bald rieff er yhn, 20 vnd sie liessen yhren vater Zebedeon ym schiff, mit den tag loner, vnnd volgeten yhm nach.

Matth. 7.
Luce. 4.
21 Vnd sie giengen gen Capernaum, vnd bald an den Sabbaten, gieng er ynn die schulen, vnd lerete, (gewaltiglich) daß ist seyn predigt war als eynes ders mit ernst meynet, vnnd was er sagt, das hatte eyn gewallt vnd lebet als hetts hend vnd fuesß, nitt wie die lumpenprediger, die do her speyen, vnd geyffern, das man druber vnlust vnnd grewel gewynnet.22 vnnd sie entsatzten sich vber seyner lere, denn er lerete gewalticklich, vnnd nicht wie die schrifftgelerten.

Luce. 4.23 Vnd es war ynn yhrer schulen eyn mensch besessen mit eynem vnsaubern geyst, der schrey 24 vnd sprach, Hallt, was haben wyr mit dyr zu schaffen, Jhesu von Nazareth? du bist komen vns zu verderben, ich weys, das du der heylige gottis bist, 25 vnd Jhesus bedrawete yhn vnd sprach, verstumme, vnnd fare aus von yhm, 26 vnnd der vnsawber geyst reys yhn, vnd schrey laut, vnd fur aus von yhm, 27 vnd sie ertzitterten alle, also, das sie vnternander sich befragten, vnd sprachen, was ist das? was ist das fur eyn newe lere? Er gepeutt mitt gewallt den vnsawberen geysten, vnnd sie gehorchen yhm, 28 vnnd seyn gerucht erschall bald vmbher ynn die grentze Galilee.

Matthh. 8.
Luce. 4.
29 Vnd sie giengen aus der schulen, vnd kamen bald ynn das haus Simonis vnd Andres, mit Jacoben vnd Johannen, 30 vnd die schwiger Simons lag vnd hatte das fiber, vnd als bald sagten sie yhm von yhr, 31 vnd er tratt zu yhr, [138] vnd richtet sie auff, vnnd hielt sie bey der hand vnd das fiber vorlies sie als bald, vnd sie dienet yhn.

32 Am abent aber, da die sonne vnter gangen war, brachten sie zu yhm allerley krancken vnd besessene, 33 vnd die gantze statt versamlet sich fur der thur, 34 vnd er halff vielen krancken mit mancherley seuchenn beladen, vnnd treyb viel tewffel aus, vnd lies die teuffel nit reden, denn sie kenneten yhn.

35 Vnd des morgens fur tag, stund er auff, vnd gieng hyn aus, vnnd Jhesus gieng ynn eyn wuste stette vnd bettet da selbs, 36 vnnd Petrus mitt den, die mitt yhm waren, eyleten yhm nach, 37 vnd da sie yhn funden, sprachen sie zu yhm, yderman sucht dich, 38 vnnd er sprach zu yhn, last vns ynn die nehisten stette gehen, das ich dasselbs auch predige, denn datzu byn ich komen, 39 vnnd er predigete ynn yhren schulen, ynn gantz Gallilea, vnd treyb die teufell aus.

Matth. 8.
Luce. 5.
40 Vnd es kam zu yhm eyn außsetziger, der batt yhn vnd knyet fur yhm vnd sprach zu yhm, willt du, so kanstu mich wol reynigen, 41 vnd es iamerte Jhesum vnd er recket die hand aus, ruret yhn an, vnd sprach, ich wills thun, sey gereynigt, 42 vnd als er so sprach, gieng von yhm als bald der außsatz, vnd ward reyn, 43 vnnd Jhesus bedrewet yhn, vnnd treyb yhn als bald von sich, 44 vnnd sprach zu yhm, Sihe zu, das du niemant nichts sagist, sondern gang hyn, vnd zeyge dich dem priester, vnd opfere fur deyn reynigung, was Moses gepotten hatt, zum zeugnis vbir sie, 45 Er aber, da er hynaus kam, hub er an, aus zu bringen vnd ruchtbar machen die geschicht, also, das er hynfurt nit mehr kund offenlich ynn die statt gehen, sondern er war haussen ynn den wusten orttern, [59] vnd sie kamen zu yhm von allen enden.

Das ander Capitel.

Matth. 9.
Luce. 5.
Unnd er gieng vbir ettlich tag widderumb gen Capernaum, vnd es wartt ruchtbar, das er ym hauße war, 2 vnd als bald versameleten sich viel, also das sie nicht raum hatten, auch haussen fur der thur, vnd er sagt yhn das wortt, 3 vnnd es kamen ettlich zu yhm, die brachten eynen gichbruchtigen, von vieren getragen, 4 vnd da sie nicht kundten bey yhn komen fur dem volck, deckten sie das dach auff, da er war, vnnd grubens auff, vnnd liessen das bette ernydder, da der gichbruchtige ynnen lag, 5 da aber Jhesus yhren [140] glawben sahe, sprach er zu dem gichbruchtigen, meyn son, deyne sund sind dyr vergebenn.

6 Es waren aber ettliche schrifftgelerten, die sassen alda, vnd gedachten yhn yhrem hertzen, 7 wie redet diser solche gots lesterung? wer kan sund vergeben, denn nur der eynige gott? 8 Vnnd Jhesus erkennet bald ynn seynem geyst, das sie also gedachten bey sich selbs, vnd sprach zu yhnen, was gedenckt yhr solchs ynn ewren hertzen? 9 wilchs ist leychter zu dem gichbruchtigen zu sagen, dyr sind deyn sund vergeben? odder, stand auff, nym deyn bette vnd wandele? 10 auff das yhr aber wisset, das des menschen son macht hatt, zuuergeben die sund auff erden, sprach er zu dem gichbruchtigen, 11 ich sage dyr, stand auff, nym deyn bette, vnd gang ynn deyn haus, 12 vnd als bald stund er auff, nam seyn bette, vnd gieng hynaus fur yhn allen, also, das sie sich alle entsatzten vnd preyseten gott, vnd sprachen, wyr haben solchs noch nie gesehen.

Matth. 9.
Luce. 5.
13 Vnd er gieng widderumb hynnaus an das meer, vnd alles volck kam zu yhm, vnd er leret sie, 14 vnd da Jhesus fur vber gieng, sahe er Leui den son Alphei am zoll sitzen, vnd sprach zu yhm, folge myr nach, vnd er stund auff, vnd folgete yhm nach, 15 vnd es begab sich, da er zu tisch saß ynn seynem haus, satzten sich viel zollner vnnd sundere zu tisch mitt Jhesu vnd seynen iungernn, denn yhr war viel, die yhm nachfolgeten. 16 Vnd die schrifftgelerten vnd phariseer, da sie sahen, das er mit den zollnern vnnd sundern asß, sprachen sie zu seynen iungern, warumb isset vnd trinckt er mit den zolnernn vnd sundern? 17 Da das Jhesus horet, sprach er zu yhnen, die starcken durffen keyns artztes, sondernn die krancken, ich byn komen zu ruffen den sundern zur busse, vnnd nicht den gerechten.

18 Vnd die iunger Johannis vnd der phariseer fasteten viel, vnd es kamen ettlich, die sprachen zu yhm, Warumb fasten die iunger Johannis vnd der phariseer, vnd deyne iunger fasten nicht? 19 Vnd Jhesus sprach zu yhn, wie kunden der hochtzeyt kynder fasten, die weyl der breuttigam bey yhn ist? Also lange der breuttigam bey yhn ist, kunden sie nicht fasten, 20 es wirt aber die zeyt komen, das der breutgam von yhn genommen wirtt, denn werden sie fasten.

[60] 21 Niemant flickt eyn lappen von newem tuch an eyn allt kleyd, denn er reysst doch den newen lappen vom allten, vnnd der rysß wirtt erger, 22 vnnd niemant fasset den most, ynn allte schleuche, anders, zureysst der most die schleuche, vnnd der weyn wirt verschuttet, vnnd die schleuche komen vmb, sondern man soll den most ynn newe schleuch fassen.

Matth. 12.
Luce. 6.
[142] 23 Vnnd es begab sich, da er wandelte am sabbath durch die saet, vnnd seyne iunger fiengen an eynen weg er durch zu machen, vnnd raufften ehern aus, 24 vnnd die phariseer sprachen zu yhm, sihe zu, was thun deyne iunger, das nicht taug am Sabbath, 25 vnd er sprach zu yhn, Habt yhr nie gelesen, was Dauid thett,1. Regn. 21.Abiathar ist Abimelech son, darumb saget die schrifft es sey vnter Abimelech geschehen das sie zu eyner zeyt priester waren.
(schawbrott) Das heyst hebreysch panis facierum brott das ymer fur augen seyn soll, wie das gottis wortt ymer fur vnserm hertzen tag vnd nacht seyn sol. Psal. 22. parasti in conspectu meo mensam.
da es yhm nott war, vnnd yhn hungert sampt denen, die bey yhm waren, 26 wie er gieng ynn das haus gottis, zur tzeytt Abiathar des hohen priesters, vnnd asß die schaw brott, die niemant thurst essen, denn die priester, vnd er gab sie yhm, vnd denen die bey yhm waren? 27 vnnd er sprach zu yhn, der sabbath, ist vmb des menschen willen gemacht, vnnd nicht der mensch vmb des Sabbaths willen, 28 so ist des menschen son eyn herre, auch des Sabbaths.

Das dritte Capitel.

Matth. 12. Luce. 6.Unnd er gieng ynn die schule, vnd es war da eyn mensch, der hatte eyne verdorrete handt, 2 vnd sie hielten auff yhn, ob er auch am sabbath yhn heylen wurd, auff das sie yhn schuldigen mochten, 3 vnnd er sprach zu dem menschen mitt der verdorreten hand, tritt er fur, 4 vnd er sprach zu yhnen, mag man am sabbath gutts thun, odder mag man boses thun? das leben erhallten? odder todten? sie aber schweygen[2] styll, 5 vnd er sahe sie vmbher an mit zorn, vnd war betrubt vber yhrem verstarreten hertzen, vnd sprach zu dem menschen, streck deyne hand aus, vnd er strackt sie aus, vnd die hand ward yhm gesund wie die andere.

6 Vnnd die phariseer giengen hynaus, vnnd hielten als bald eynen radt mit Herodis diener, vbir yhn, wie sie yhn vmb brechten, 7 Aber Jesus entweych mit seynen iungern an das meer, vnnd viel volcks folgete yhm nach aus Galilea vnd von Judea 8 vnd von Jerusalem vnd aus Jdumea vnnd von ihensit des iordans vnnd die vmb Tyro vnd Sidon wonen, die seyn thatten hortten.

9 Vnnd er sprach zu seynen iungern, das sie yhm eyn schifflin hielten, vmb des volcks willen, das sie yhn nicht drungen, 10 denn er heylte yhr viel, also, das yhn alle die geplagt waren vber fielen, auff das sie yhn an rureten, [144] 11 vnd wenn yhn die vnsawber geyster sahen, fielen sie fur yhn nydder, vnnd schrien vnnd sprachen, du bist gottis son, 12 vnnd er bedrewet sie hartt, das sie yhn nicht offenbar machten. [61] Matth. 10.
Luce. 6.
Luce. 9.
13 Vnnd er steyg auff eynen berg, vnnd rieff zu sich wilche er wolte, vnnd die giengen hyn zu yhm, 14 vnd er ordnete die zwelffe, das sie bey yhm seyn sollten, vnnd das er sie aus sendte zu predigen, 15 vnnd das sie macht hetten, zu heylen die seuchte, vnnd aus zu treyben die teuffel, 16 vnd gab Simon den namen Petrus, 17 vnd Jacoben den son Zebedei, vnnd Johannem den bruder Jacobi, vnd gab yhn den namen Bnehargem, das ist gesagt, donners kinder, 18 vnd Andrean, vnd Philippon, vnd Bar ptolemeon, vnd Mattheon, vnd Thoman, vnd Jocoben Alpheus son vnd Thaddeon vnd Simon von Cana, 19 vnd Judas Jscharioten der yhn verrhiet.

20 Vnd sie kamen zu haus, vnnd da kame aber mal das volck zu sammen, also, das sie nit rawm hatten zu essen, 21 vnnd da es horten die vmb yhn waren, giengen sie hynaus, vnnd wollten yhn halten, denn sie sprachen, er thut yhm zu viel. 22 Die schrifftgelerten aber die von Jerusalem abher komen waren, sprachen,Matth. 12.
Luce. 11.
Er hatt den Beelzebub, vnnd durch den vbirsten teuffel treybt er die teuffel aus, 23 vnnd er rieff sie zu sammen, vnd sprach zu yhnen yn gleychnissen.

Wie kan eyn Satanas den andern aus treyben? 24 vnnd wenn eyn reych selbs vnternander vneyns wirt, mag es nicht bestehen, 25 vnd wenn eyn haus selbs vnternander vneyns wirt, mag es nicht bestehen, 26 setzt sich nu satanas widder sich selbs, vnd ist mitt yhm selbs vneyns, so kan er nit bestehen, sondern es ist aus mitt yhm, 27 Es kan niemant eynem starcken ynn seyn haus fallen, vnd seynen haus rad rawben, es sey denn, das er zuuor den starcken binde, vnnd als denn seyn haus berawbe.

Matth. 12.
Luce. 12.
28 Warlich ich sage euch, alle sunde werden vergeben den menschen kindern, auch die gottis lesterung, da mit sie gott lesternn, 29 wer aber den heyligen [146] geyst lestert, der hatt keyn vergebung ewiglich, sondern ist schuldig des ewigen gerichtes, 30 denn sie sagten, Er hatt eynen vnsawbern geyst.

Matth. 12.
Luce. 8.
31 Vnd es kam seyne mutter vnd seyne bruder, vnd stunden haussen, schickten zu yhm vnd liessen yhm ruffen, 32 vnd das volck sasß vmb yhn vnnd sie sprachen zu yhm, sihe, deyn mutter vnnd deyne bruder, draussen, fragen nach dyr, 33 vnd er antworttet vnd sprach, wer ist meyn muter vnd meyne bruder? 34 vnd er sahe rings vmb sich auff die iunger, die vmb yhn ym kreyß sassen, vnnd sprach, sihe, das ist meyn mutter vnd meyne brudere, 35 denn wer gottis willen thutt, der ist meyn bruder vnd meyn schwester vnd meyn mutter.

Das vierde Capitel.

Unnd er fieng aber mal an zu leren am meer, vnd es versamlet sich viel volcks zu yhm, also das er must ynn eyn schiff tretten, vnd auff dem wasser sitzen, vnd alles volck stund auff dem landt am meer, 2 vnd er prediget yhn lange durch gleychnissen [62] Matth. 13.
Luce. 8.
vnnd ym leren sprach er zu yhn, 3 Horet zu, Sihe, Es, gieng eyn seeman aus zu seen, 4 vnd es begab sich, ynn dem er seet, fiel ettlichs an den weg, da kamen die vogel vnter dem hymel vnd frassens auff, 5 etlichs fiel ynn das gesteynichte, da es nicht viel erden hatte, vnd gieng bald auff, darumb das es nit tieff erden hatte, 6 da nu die sonne auff gieng, verwelckt es, vnnd die weyl es nicht wurtzel[3] hatte, verdorrets.

7 Vnnd ettlichs fiel vnter die dornen, vnnd die dornen stygen empor vnnd ersticktens, vnd es gab keyne frucht, 8 vnnd ettlichs fiel auff eyn gutt land, vnnd gab frucht, die da zu nam vnnd wuchs, vnd ettlichs trug dreyssigfelltig, vnnd ettlichs sechtzigfelltig, vnnd ettlichs hundertfelltig, 9 vnnd er sprach zu yhn, wer oren hatt zu horen, der hore.

Matth. 13.
Luce. 8.
10 Vnnd es begab sich, da er alleyne war, fragten yhn vmb dise gleychnisse, die vmb yhn waren, sampt den zwelffen, 11 vnnd er sprach, zu yhnen, Euch ist geben das geheymnis des reych gottis zu wissen, den aber draussen, widder feret es alles durch gleychnissen, 12 auff das sie es mitt sehenden augen sehen, vnd doch nit erkennen, vnnd mitt horenden oren horen, vnnd doch nicht verstehen, auff das sie sich nicht der mal eyns bekeren, vnnd yhr sund yhn vergeben werden, 13 vnnd er sprach zu yhnen, verstehet yhr disse gleychnisse nicht? wie wollt yhr denn die andern alle verstehen?

[148] 14 Der Seeman seet das wortt, 15 dise sinds aber die an dem wege sind, wo das wortt geseet wirtt vnd sie es gehoret haben, so kompt als bald der Satan, vnd nympt weg das wort, das ynn yhr hertz geseet war. 16 Also, die sinds die auffs gesteynichte[4] geseet sind, wenn sie das wortt gehoret haben, nemen sie es auff mitt freuden, 17 vnd haben keyn wurtzel ynn yhn, sondernn sind wetterwendisch, wenn sich erhebt trubsall vnnd verfolgung vmbs wortts willenn, so ergernn sie sich als bald. 18 Vnnd dise sinds die vnter die dornen geseet sind, die das wortt horen, 19 vnnd die sorge diser wellt vnnd der betriegliche reychtumb, vnnd viel andere luste gehen hyneyn vnd ersticken das wort, vnd wirt vnfruchtbar, 20 vnd dise sinds, die auff eyn gut land gesehet sind, die das wortt horen vnnd nemens an, vnd bringen frucht, ettlicher dreyssigfelltig vnd ettlicher sechtzigfeltig, vnd ettlicher hundertfelltig.

21 Vnnd er sprach zu yhnen, wirtt auch eyn liecht an zundet, das es vnter eynen scheffel gesetzt werde, odder vnter eynen tisch? Jsts nitt also? das es antzundt wirtt, auff das es auff eynen leuchter gesetzt werde?Matth. 5.
Luce. 11.
22 Denn es ist nichts verporgen, das nicht offenbart werde, vnd ist nichts heymlichs, das nicht erfur kome? 23 wer oren hatt zu horen, der hore, 24 vnnd er sprach zu yhnen, sehet zu was yhr horet, Mitt wilcherley mas yhr messet, wirtt man euch messen, vnnd man wirtt noch zu geben euch, die yhr dis horet, Luce. 8.25 denn wer da hatt, dem wirtt geben, vnd wer nicht hatt, von dem wirtt man nemen, auch das er hatt.

Matth. 13.
Luce. 8.
26 Vnnd er sprach zu yhnen, das reych gottis hat sich also, als wenn eyn mensch samen wirfft auffs land, 27 vnd schlefft, vnnd stehet auff [63] nacht vnnd tag, vnnd der same gehet auff vnnd grunet, das ers nicht weys, 28 denn die erde bringt von yhr selbs zum ersten das gras, darnach die ehern, darnach den vollen weytzen ynn den ehern, 29 wenn sie aber die frucht bracht hatt, so schicket er bald die sichelln hyn, denn die erndt ist da.

30 Vnnd er sprach, wem wollen wyr vergleychen das reych gottis? vnnd durch wilch gleychnis wollen wir es furbildenn? 31 Gleych wie eyn senffkorn, [150] wenn das geseet wirtt auffs land, so ists das kleynist vntter allen samen auff erden, 32 vnnd wenn es geseet ist, so nympt es zu, vnnd wirt grosser denn alle kolkrautter, vnd gewynt grosse zweyge, also, das die vogel vnter dem hymel, vnter seynem schatten wonen kunden.

33 Vnnd durch viele solche gleychnisse saget er yhn das wortt, nach dem sie es horen kunden, 34 vnnd on gleychnis redet er nicht zu yhn, Aber ynn sonderheytt, legt ers alles aus seynen iungern. 35 Vnnd an dem selbigen tag des abents sprach er zu yhn, last vns hyn vber faren, 36 vnd sie namen yhn, wie er schon da war ym schiff, vnd waren mehr schiff bey yhm.

Matth. 8.
Luce. 8.
37 Vnd es erhub sich eyn grosser wind wurbel, vnnd warff die wellen ynn das schiff, also das das schiff voll wartt, 38 Vnnd er war hynden auff dem schiff vnnd schlieff auff eynem kussen, vnnd sie weckten yhn auff, vnd sprachen, meyster, fragestu nichts darnach, das wyr verderben? 39 Vnd er stund auff, vnd bedrawete den wind vnnd sprach zu dem meer, schweyg still, vnnd verstumme, vnnd der windt leget sich, vnd wartt eyne grosse stille, 40 vnd er sprach zu yhn, wie seyd yhr so forchtsam? wie das yhr keynen glawben habt? 41 vnd sie furchten sich seer, vnd sprachen vnternander, wer ist der? denn wind vnd mehr ist yhm gehorsam.

Das funfft Capitel.

Matth. 8.
Luce. 8.
Unnd sie kamen iensit des meers, ynn die gegend der Gadarener, 2 vnnd als er aus dem schiff tratt, lieffe yhm als bald entgegen aus den grebern, eyn mensch besessen von eynem vnsawbern geyst, 3 der seyne wonunge ynn den grebern hatte, vnd niemant kund yhn binden, auch nit mitt ketten, 4 denn er war offt mitt fesselln vnnd ketten gepunden gewesen, vnd hatte die ketten zu ryssen vnd die fessell zu rieben, vnd niemant kund yhn zemen, 5 vnd er war alletzeyt, beyde tag vnnd nacht auff den bergen vnnd ynn den grebern, schreyend vnd schlug sich mitt steynen, 6 da er aber Jhesum sahe von ferns, lieff er zu vnd fiel fur yhn nyder, schrey lautt, vnd sprach, 7 was habe ich mit dyr zu thun? O Jhesu du son des aller hochsten, ich beschwere dich bey gott, das du mich nit quellist, 8 Er sprach aber zu yhm, fare aus du vnsawber [152] geyst von dem menschen, 9 vnd er fragt yhn wie heyssistu? vnd er antwort vnd sprach, legion heysß ich, denn vnser ist viel, [64] 10 vnnd er batt yhn seer, das er sie nit aus der selben gegend triebe.

11 Vnnd es war da selbs an den bergen, eyn grosse herd sewen an der weyde, 12 vnd die teuffel baten yhn alle, vnnd sprachen, las vns ynn die sew faren, 13 vnd als bald erlewbt yhn Jhesus, Da furen die vnsawbere geyste aus, vnnd furen ynn die sew, vnnd die herd stortzt sich mit eynem sturm ins meer, Es war aber bey zwey tausent, vnnd ersoffen ym meer, 14 vnd die hyrtten flohen vnd verkundigeten das ynn der stad, vnd auff dem land, vnnd sie giengen hynaus zu sehen, was da geschehen war, 15 vnd kamen zu Jhesu, vnnd sahen den besessenen der die legion gehabt hatte das er sasß vnd war bekleydet, vnnd vernunfftig, vnnd furchten sich, 16 vnd die es gesehen hatten, sagten yhn, was dem besessenen widderfarn war, vnd von den sewen, 17 vnd sie fiengen an vnd baten yhn, das er aus yhrer[5] gegend zoge, 18 vnnd da er ynn das schiff tratt, batt yhn der besessene, das er mocht bey yhm seyn, 19 Aber Jhesus lies es yhm nicht zu, sondern sprach zu yhm, gang hyn ynn deyn haus, vnnd zu den deynen, vnnd verkundige yhn, wie grosse wolthatt dyr der herr than, vnnd sich deyn erbarmet hatt, 20 vnnd er gieng hyn, vnd fieng an aus ruffen ynn den zehen stetten, wie grosse wolthat yhm Jesus than hatte, vnd yderman verwundert sich.

Matth. 9.
Luce. 8.
21 Vnd da Jhesus widder hyn vber fur ym schiff, versamlet sich viel volcks zu yhm, vnd war an dem meer, 22 vnnd sihe, da kam der vbirsten eyner von der schule, mitt namen Jayrus, vnd da er yhn sahe, fiel er yhm zu fussen, 23 vnnd batt yhn seer, vnnd sprach, meyn tochter ist ynn den letzten zugen, du wolltist komen, vnnd deyne hand auff sie legen das sie gesund werde vnnd lebe, 24 vnnd er gieng hyn mit yhm, vnnd es folget yhm viel volcks nah[6], vnnd sie drungen yhn.

25 Vnnd da war eyn weyb, das hatte den bluttgang zwelff iar gehabt, 26 vnnd viel erlitten von vielen ertzten, vnd hatte alle yhr gutt drob vortzeret, vnnd halff sie nichts, sondern viel mehr wartt es erger mitt yhr, 27 da die horte von Jhesu, kam sie ym volck, von hynden zu, vnd rurete seyn kleyd an, 28 denn sie sprach, wenn ich nur seyn kleyd mocht an ruren, so wurd ich gesund, 29 vnd als bald vertrucket der brun yhrs blutts, vnnd sie fulets am leybe, das sie war gesund worden von yhrer plage.

30 Vnnd Jhesus fulet als bald an yhm selbs die krafft die von yhm außgangen war, vnnd wand sich vmb vnter dem volck, vnd sprach, wer hatt meyn [154] kleyder angerurt? 31 vnnd die iunger sprachen zu yhm, du sihest das dich das volck dringet, vnd sprichst, wer hatt mich angerurt? 32 vnnd er sahe sich vmb nach der, die das than hatte, 33 das weyb aber furcht sich vnnd zittert, denn sie wyste was an yhr gescheen war, kam vnnd fiel fur yhm nydder, vnd saget yhm die gantze warheyt, 34 er sprach aber zu yhr, meyn tochter, deyn glawb hat dich gesund gemacht, gang hyn mitt fryden, vnnd sey gesund von deyner plage.

35 Da er noch also redet, kamen ettlich von dem vbirsten der schule [65] vnnd sprachen, deyn tochter ist gestorben, was muhestu weytter den meyster? 36 Jhesus aber horet bald die rede die da gesagt ward vnd sprach zu dem vbirsten der schule, furcht dich nit, glewbe nur, 37 vnnd lies niemant yhm nach folgen, denn Petern vnd Jacoben vnnd Johannen seynen bruder, 38 vnnd er kam ynn das haus des vbirsten der schule, vnnd sahe das getummel, vnnd die da seer weyneten vnnd heuleten, 39 vnnd er gieng hyn eyn, vnnd sprach zu yhnen, was tummellt vnd weynet, yhr das kind ist nicht gestorben, sondern es schlefft, vnd sie verlachten yhn, 40 vnd er treyb sie alle aus, vnd nam mitt sich den vater des kinds vnnd die mutter, vnnd die bey yhm waren, vnd gieng hyn eyn, da das kind lag, 41 vnnd ergreyff das kind bey der hand, vnd sprach zu yhr, Thabitha kumi, das ist verdolmetscht, Meydlin, ich sage dyr, stand auff, 42 vnnd als bald stund das meydlin auff, vnnd wandelete, Es war aber zwelff iar allt, vnnd sie entsatzten sich vbir die masß, 43 vnd er verpott yhn hartt, das es niemant wissen sollte, vnnd saget, sie sollten yhr zu essen geben.

Das sechst Capitel.

Matth. 13.
Luce. 4.
Joh. 4.
Unnd er gieng aus von dannen, vnnd kam ynn seyn vatterland vnnd seyne iunger folgeten yhm nach, 2 vnd da der Sabbath kam, hub er an zu leren ynn yhrer schule, vnnd viel die es horeten, verwunderten sich seyner lere vnd sprachen, wo her kompt dem solchs? vnd was weyßheyt ists, die yhm geben ist, vnnd solch thatten die durch seyne hende geschehen? 3 ist er nicht der zymerman Marien son, vnnd der bruder Jacobi vnnd Joses vnnd Jude vnnd Simonis? sind nicht auch seyne schwestern alhie bey vns? vnnd sie ergerten sich an yhm, 4 Jhesus aber sprach zu yhn, Eyn prophet gillt nyrgernd weniger, denn da heym vnnd bey den seynen, 5 vnnd er kund alda nit [156] eyn eynige thatt thun, denn wenig siechen legt er die hende auff vnnd heylet sie, 6 vnnd er verwunderte sich yhres vnglawbens.

Matth. 10.
Luce. 9.
Vnnd er gieng vmbher ynn die stedte ym kreyß, vnnd lerete, 7 vnd er berieff die zwelffe, vnd hub an vnd sand sie, yhe zween vnd zween, vnnd gab yhn macht vber die vnsawber geyster, 8 vnnd gepott yhn, das sie nichts bey sich trugen denn eyn stab, keyn taschen, keyn brot, keyn gellt ym gurtel, 9 sondernn geschucht, vnd das sie nit zween rocke an tzogen,Luce. 10. 10 vnd sprach zu yhnen, wo yhr ynn eyn haus gehen werdet, da bleybt ynnen, bis yhr von dannen zyhet, 11 vnnd wilche euch nicht auff nemen, noch euch horen, da gehet von dannen eraus, vnnd schuttellt den stawb ab von ewren fussen, zu eynem zeugnis vber sie. Jch sage euch warlich, es wirt Sodomen vnnd Gomorren [66] am iungsten gericht treglicher seyn, denn solcher stadt.

12 Vnd sie giengen aus, vnd predigeten, man sollt sich bessern, 13 vnnd trieben viel teuffel aus, vnnd salbeten viel siechen mit ole, vnd machten sie gesundt.

Matth. 14.
Luce. 9.
14 Vnd es kam fur den konig Herodes (denn seyn name war nu bekandt) vnd er sprach, Johannes der teuffer ist von den todten aufferstanden, drumb ist seyn thun so gewaltig, 15 Ettlich aber sprachen, Es ist Elias, Ettlich aber, Es ist eyn prophet, odder eyner von den propheten, 16 da es aber Herodes horet, sprach er, Es ist Johannes, den ich enthewbtet habe, der ist von den todten aufferstanden.

17 Er aber Herodes hatte[7] außgesandt, vnnd Johannem gryffen, vnnd yns gefengnis gelegt, vmb Herodias willen seynes bruders Philippes weyb, denn er hatte sie gefreyet, 18 Johannes aber sprach zu Herode, Es zympt dyr nicht das du deynes bruders weyb habist, 19 Herodias aber stellet yhm nach vnnd wollt yhn todten, vnnd kund nicht, 20 Herodes aber furcht Johannen, denn er wuste, das er eyn frumer vnnd heyliger man war, vnnd behielt yhn, vnnd gehorchet yhm ynn vielen sachen, vnd horete yhn gern.

21 Vnnd es kam eyn gelegner tag, das Herodes auff seynen iar tag, eyn abent mal gab, den vbirsten vnd hewbtleutten vnnd furnemisten ynn Gallilea, 22 da tratt hyneyn die tochter der Herodias, vnd tantzete, vnd gefiel dem Herode vnd denen die am tissch sassen woll. Da sprach der konig zum meydlin, bitt [158] von myr was du willt, ich will dyrs geben, 23 vnd schwur yhr eyn eyd, was du wirst von myr bitten, will ich dyr geben, bis an die helfft meynes konigreychs. 24 Sie gieng hyn aus, vnd sprach zu yhrer mutter, was soll ich bitten? die sprach, das hewbt Johannes des teuffers, 25 vnnd sie gieng bald hyneyn mitt eylle zum konige, batt vnnd sprach, ich will, das da mir gebist, itzt so bald, auff eyn schussel, das hewbt Johannes des teuffers, 26 vnd der konig wart betrubt, vnnd vmb des eyds willen, vnnd der, die am tissch sassen, wollt er sie nicht lassen eyn feyl bitte thun, 27 vnnd bald schickt hyn der konig den hencker, vnnd lies seyn hewbt herbringen, der gieng hyn, vnd enthewbtet yhn ym gefengnis, 28 vnd trug her seyn hewbt auff eyner schusselln, vnd gabs dem meydlin, vnd das meydlin gabs yhrer mutter, 29 vnnd da das seyne iunger horeten, kamen sie, vnd namen seynen leyb, vnnd legten yhn ynn eyn grab.

30 Vnnd die Apostel kamen zu samen zu Jhesu, vnd verkundigeten yhm das alles, vnnd was sie than vnd leret hatten, 31 vnnd er sprach zu yhnen, last vns besonders ynn eyn wuste gehen, vnnd ruget eyn wenig, denn er[8] war viel die abe vnd zu giengen, vnd hatten nicht zeyt gnug zu essen, 32 vnnd er fure da ynn eynem schiff zu eyner wuste besonders, 33 vnnd das volck sahe sie weg faren, vnnd viel kandten yhn vnd lieffen [67] Matth. 9.da selbs hyn mitt eynander zu fusß aus allen stedten, vnnd kamen yhn zuuor, vnnd kamen zu yhm, 34 vnnd Jhesus gieng eraus, vnnd sahe das grosse volck, vnnd es iamert yhn der selben, denn sie waren, wie die schaff, die keynen hirtten haben, vnd fieng an eyn lange predigt.

Matth. 14.
Luce. 9.
Joh. 6.
35 Da nu der tag fast da hyn war, tratten zu yhm seyne iunger vnnd sprachen, es ist wuste hie vnd der tag ist nu da hyn, 36 las sie von dyr, das sie hyn gehen vmbher ynn die dorffe vnd merckte, vnd keuffen yhn brot, denn sie haben nicht zu essen, 37 Jhesus aber antwortet, vnnd sprach zu yhnen, gebt yhr yhn zu essen, vnnd sie sprachen zu yhm, sollen wyr denn hyn gehen, vnd zweyhundert pfennig werd brot kauffen, vnnd yhn zu essen geben? 38 Er aber sprach zu yhnen, wie viel brot habt yhr? geht hyn vnd sehet, vnd da sie es erkundet hatten, sprachen sie, funffe, vnd zween fisch, 39 vnd er gepot yhn, das sie sich alle lagerten bey tisch vollen auff das grune gras, 40 vnd sie satzten sich, nach schichten, yhe hundert vnd hundert, funfftzig vnd funfftzig. 41 Vnd er nam die funff brott vnd zween fisch,zehen tissch ynn die lenge vnnd funff ynn die breytt. vnd sahe auff gen hymel, vnd sprach den segen, vnnd brach die brott, vnd gab sie den iungern, das sie yhn furlegten, vnnd die zween fisch teylet er vnter sie alle, 42 vnd sie assen alle [160] vnnd wurden satt, 43 vnd sie huben auff die brocken, zwelff korbe vol, vnnd von den fischen, 44 vnnd die da gessen hatten, der war funff tausent man.

Math. 14.45 Vnnd als bald treyb er seyne iunger, das sie ynn das schiff tratten vnd fur yhm hyn vber furen, gen Bethsaida, bis das er das volck, von sich ließe, 46 vnd da er sie von sich schaffet hatte, gieng er hyn auff eynen berg, zu betten, 47 vnd am abent, war das schiff mitten auff dem meer vnd er auff dem land alleyn, 48 vnnd er sahe das sie nodt litten ym rudern, denn der wind war yhn entgegen, vnnd vmb die vierde wache der nacht, kam er zu yhn, vnnd wandellte auff dem meer, 49 vnnd er wollt fur yhn vbergehen, vnnd da sie yhn sahen auff dem meer wandelln, meyneten sie es were eyn gespenst, vnnd schriehen, 50 denn sie sahen yhn alle, vnnd erschracken. Aber als bald redet er mit yhn, vnnd sprach zu yhn, seyt getrost, ich byns, furcht euch nicht, 51 vnd tratt zu yhn yns schyff, vnd der wint leget sich, vnnd sie entsatzten vnnd verwunderten sich vbir die maß,(nichts verstendiger) Das ist aus solchem exempel sollten sie starck ym glawben worden seyn das sie nicht sich fur eynem gespenste furchten musten. 52 denn sie waren nichts verstendiger worden vber den broten, vnnd yhr hertz war verstarret.

53 Vnd da sie hyn vber gefaren waren, kamen sie ynn das land Genesareth, vnnd furen an, 54 vnnd da sie aus dem schiff tratten, als bald kandten sie yhn, 55 vnnd lieffen ynn die vmb ligende lender vnnd huben an die krancken vmb her zu furen auff betten, wo sie horeten das er war, 56 vnnd wo er eyn gieng ynn die merckte odder stett odder dorff, da legten sie die krancken auff den marckt, vnnd batten yhn, das sie nur den sawm seynes kleydes anruren mochten, vnnd alle die yhn anrureten, die worden gesundt.

Das Siebent Capitel.

[68] 1 Und es kamen zu yhm die phariseer, vnnd ettlich von den schrifftgelerten, die von Jerusalem komen waren, (gemeynen) heylig nennet das gesetz, was aus gesondertt was zu gottis dienst, da gegen gemeyn, was vnreyn vnnd vnruchtig zu gottes dienst war.2 vnnd da sie sahen ettlich seyner iunger, mitt gemeynen, das ist, mitt vngewasschen henden das brott essen, versprachen sie es, 3 denn die phariseer vnd alle iuden essen nicht, sie wesschen denn die hend manigmal, halten also die auffsetze der Eltisten, Matth. 15.4 vnd wenn sie vom marck komen, essen sie nicht, sie wesschen sich denn, vnnd des dings ist viel, das sie zu halten haben angenomen, von trinckfessen, vnd krugen, vnd eernen gefessen, vnnd tisschen zu wesschen.

5 Da fragten yhn nu die phariseer vnnd schrifftgelerten, warumb wandeln deyne iunger nicht nach den aufsetzen der eltisten, sondern essen das brott mit [162] vngewasschnen henden? 6 Er aber antwortet vnd sprach zu yhn, wol feyn hatt von euch heuchlern JsaiasJsai. 29. weyßsagt, wie geschrieben ist, ditz volck ehret mich mit den lippen, aber yhr hertz ist fern von myr, 7 vorgeblich aber ist, das sie myr dienen, die weyl sie leren, solch lere, die nicht ist denn menschen gepott, 8 yhr verlasset die gepott gottis, vnd halltet der menschen auff setze, von krugen vnnd trinckfessen zu wasschen, vnd des gleychen thutt yhr viel.

Exodi. 20.
Leuit. 20.
9 Vnd er sprach zu yhn, wol feyn habt yhr gottis gepott auffgehaben, auff das yhr ewr auff setze halltet, 10 denn Moses hat gesagt, du solt vatter vnd mutter ehren, vnd wer vatter odder mutter flucht, der soll des tods sterben, (gott gebenn etc.) odder, Es ist dyr nutzer, wenn ichs zu opffer gebe. Corban aber hebreisch heyst eyn opfer.11 yhr aber saget, Eyn mensch soll sagenn zu vatter odder mutter, Corban, das ist, Es ist got geben das dyr sollt von myr zu nutz komen, 12 vnd so last yhr hyn furt yhn nichts thun seynem vater odder seyner mutter, 13 vnd hebt auff gottis wortt, durch ewre auff setz, die yhr auffgesetzt habt, vnnd des gleychen thutt yhr viel.

Matth. 15.14 Vnd er rieff zu yhm das gantze volck, vnnd sprach zu yhn, Horet myr alle zu, vnd vernehmet mich, 15 Es ist nichts ausßer dem menschen das yhn kunde gemeyn machen so es ynn yhn gehet, sondern das von yhm aus gehet, das ist, das den menschen gemeyn macht. 16 Hatt yemant oren zu horen, der hore. 17 Vnd da er von dem volck yns haus kam, fragten yhn seyne iunger vmb dise gleychnis, 18 vnnd er sprach zu yhn, seydt yhr denn auch so vnuerstendig? vernemet yhr noch nit, das alles, was ausßen ist, vnd ynn den menschen geht, das kan yhn nicht gemeyn machen? 19 Denn es gehet nicht yn seyn hertze, sondern ynn den bauch, vnd gehet aus durch den naturlichen gang der da aus feget alle speysse.

20 Vnnd er sprach, das da aus dem menschen gehet, das macht den menschen gemeyn, 21 denn von ynnen aus dem hertzen der menschen, gehen er aus, boße gedancken, ehebruch, hurerey, mord, 22 dieberey, geytz, schalckeyt, list, vntzucht, schalcks auge, gottis lesterung, hoffart, thorheyt, 23 Alle dise bose stuck, gehen von ynnen eraus, vnd machen den menschen gemeyn.

24 Vnnd er stund auff vnnd gieng von dannen ynn die grentze Tyri [69] Matth. 15.vnnd Sidon, vnnd gieng ynn eyn haus, vnd wollt es niemant wissen lassen, vnd kund doch nicht verporgen seyn, 25 denn eyn weyb die hatte [164] von yhm gehoret, wilcher tochterlin eyn vnsawbern[9] geyst hatte, vnd sie kam, vnnd fiel nyder zu seynen fussen, 26 vnnd es war eyn kriechisch weyb von Syrophenice, vnnd sie bat yhn, das er den teuffell aus trybe von yhrer tochter, 27 Jhesus aber sprach zu yhr, las zuuor die kinder satt werden, Es ist nit feynn, das man der kynder brott neme, vnd werffs fur die hunde, 28 sie antwortet aber, vnd sprach zu yhm, ia herre Aber doch essen die hundlin vnter dem tisch, von den brosamen der kinder, 29 vnnd er sprach zu yhr, vmb des wortts willen, so gang hyn, der tewffel ist von deyner tochter aus gefaren, 30 vnnd sie gieng hyn ynn yhr haus, vnnd fand, das der teuffel war außgefaren, vnnd die tochter auff dem bette ligend.

31 Vnnd da er widder aus gieng von den grentzen Tyri vnd Sidon, kam er an das Gallileische meer, mitten vnter die grentze der zehen stedte, 32 vnnd sie brachten zu yhm eynen tawben der redet schwerlich, vnd sie baten yhn, das er die hand auff yhn leget, 33 vnd er nam yhn von dem volck, besonders, vnnd legt yhm die finger ynn die oren, vnnd sputzet, vnd ruret seyne zunge, 34 vnd sahe auff gen hymel, sufftzet vnd sprach zu yhm, hephethah, das ist, thu dich auff, 35 vnd also bald, thatten sich seyne orenn auff, vnnd das band seyner zungen wartt los, vnnd redte recht, 36 vnd er verpott yhn, sie solltens niemant sagen, yhe mehr er aber verpott, yhe[10] mehr sies aus breytten, 37 vnnd verwunderten sich vbir die masß, vnnd sprachen, Er hatts alles wol aus gericht, die tawben hatt er horend gemacht, vnnd die sprachlosen redend.

Das Acht Capitel.

1 Zv der zeyt, da viel volcks da war, vnnd hatten nicht zu essen, rieff Jhesus seyne iunger zu sich, vnd sprach zu yhn, 2 mich iamert des volcks, denn sie haben nu drey tage bey myr beharret vnd haben nichts zu essen, 3 vnd wenn ich sie vngeessen von myr heym liesse gehen, so wurden sie verschmachten auff dem wege, denn ettlich waren von ferne komen, 4 vnd seyne iunger antwortten yhm, wo her nemen wyr brot hie ynn der wusten, das wyr sie settigeten? 5 vnd er fragt sie, wie viel brot habt yhr? sie sprachen sieben, [166] 6 vnd er gepot dem volck das sie sich lagerten auff die erden, vnd er nam die sieben brot, vnd dancket, vnd brach sie, vnd gab sie seynen iungern das sie dem volck fur legten, vnd sie legten dem volck fur,Matth. 15.
Matth. 16.
Luce. 12.
7 vnd hatten eyn wenig fisschlin, vnd er benedeyet, vnnd hies das sie die auch fur trugen, 8 sie assen aber vnd worden sadt, vnd huben auff die vbrige brocken, sieben korbe, 9 vnd yhr war die da gessen hatten, bey vier taussent, vnd er lies sie von sich.

10 Vnnd als bald tratt er ynn eyn schiff, mitt seynen iungern, vnnd kam ynn die gegend Dalmanutha, 11 vnd die phariseer, giengen eraus, vnnd fiengen an sich mitt yhm zu befragen, vnnd versuchten yhn vnd begerten an yhm eyn zeychen vom hymel, 12 vnd er erseufftzet ynn seynem [70] geyst, vnnd sprach, was sucht doch dis geschlecht zeychen? warlich ich sage euch, Es wirtt disem geschlecht keyn zeychen geben 13 vnd er lies sie, vnd tratt widderumb ynn das schiff, vnd fur hyn vber.

Matth. 16.
Luce. 12.
14 Vnd sie vergassen, brot mit sich zu nehmen, vnd hatten nicht mehr denn eyn brot mit sich ym schiff, 15 vnd er gepot yhn vnd sprach, schawet zu, vnd sehet euch fur, fur dem sawrteyg der phariseer vnd fur dem sawr teyg Herodis, 16 vnd sie gedachten hyn vnd wider vnd sprachen vnternander, das ists, das wir nicht brot haben, 17 vnnd Jhesus vernam das, vnd sprach zu yhnen, was bekummert yhr euch doch das yhr nitt brot habt? vernehmet yhr noch nichts? vnnd seyd yhr noch nicht verstendig? habt yhr noch eyn verstarret hertz ynn euch? 18 habt augen vnd sehet nicht, vnd habt oren vnd horet nicht, vnnd denckt nicht dran, 19 da ich funff brot brach vnter funff thausent, wie viel korbe voll brocken hubt yhr da auff? sie sprachen, zwolffe, 20 da ich aber die sieben brach vnter die vier tausent, wie viel korbe voll brocken hubt yhr da auff? sie sprachen, sieben, 21 vnnd er sprach zu yhn, wie vernehmet yhr denn nichts?

22 Vnd er kam gen Bethsaidan, vnd sie brachten zu yhm eynen blinden, vnd baten yhn, das er yhn anruret, 23 vnd er nam den blinden bey der hand, vnd furet yhn hynaus fur den flecken, vnd sputzet ynn seyn augen, vnd leget seyne hand auff yhn, vnd fraget yhn ob er icht sehe, 24 vnd er sahe auff vnd sprach, ich sehe die leutt da her gehen, als ob ich bewme sehe, 25 darnach legt [168] er aber mal die hend auff seyne augen, vnd machet yhn sehend, vnd er ward widder zu recht bracht, vnnd sahe scharff allerley, 26 vnd er schickt yhn heym, vnd sprach, gang nit hyneyn ynn den flecken, vnd sag es auch niemant drynnen.

Matth. 16.
Luce. 9.
27 Vnd Jhesus gieng aus vnd seyne iunger, ynn die merckte der stad Cesaree Philippi, vnd auff dem wege, fraget er seyne iunger, vnnd sprach zu yhn, wer sagen die leutt, das ich sey? 28 sie antwortten, sie sagen, du seyst Johannes der tauffer, Etlich sagen du seyst Elias, Etlich, du seyst eyner von den propheten, 29 vnd er sprach zu yhn, yhr aber, wer sagt yhr das ich sey, da antwort Petrus, vnd sprach zu yhm, du bist Christus, 30 vnd er bedrewet sie, das sie niemants von yhm sagen sollten, 31 vnd hub an sie zu leren, des menschen son mus viel leyden, vnd verworffen werden von den Elltisten vnnd hohen priestern vnd schrifftgelerten, vnd todtet werden, vnd vber drey tage aufferstehen, 32 vnd er redet das wortt frey offenbar, vnd Petrus nam yhn zu sich, fieng an yhm zu weren, 33 Er aber wand sich vmb, vnd sahe seyne iunger an, vnd bedrawet Petron, vnnd sprach, gang hynder mich du Satan, denn du meynest nicht das gottlich, sondern das menschlich ist.

Matth. 16.
Luce. 9.
34 Vnd er rieff zu sich dem volck, sampt seynen iungern, vnd sprach zu yhn, wer myr will nach folgen, der verleugne sich selbs, vnd neme seyn creutz auff sich, vnd folge myr nach, 35 denn wer seyn leben will behalten, der wirts verlieren, vnd wer seyn leben verleuret, vmb meynen vnd [71] vmbs Euangelij willen, der wirts behalten, 36 was hulffs den menschen, wenn er die gantze welt gewunne, vnd neme schaden an seyner selen?Matth. 10.
Luce. 9.
37 odder was kan der mensch geben da mitt er seyne seele loße? 38 wer sich aber meyne vnnd meyner wort schemet, vnter disem ehebrecherschen vnnd sundigen geschlecht, des wirtt sich auch des menschen son schemen, wenn er komen wirt ynn der herlickeyt seynes vatters mitt den heyligen engelln, 9,1 Vnnd er sprach zu yhnen, warlich ich sage euch,Matth. 16.
Luce. 9.
Es stehen ettliche hie, die werden den todt nicht schmeckenn, bis das sie sehen das reych gottis mit krafft komen.

Das neund Capitel.

Matth. 17.
Luce. 9.
2[11] Unnd nach sechs tagen, nam Jhesus zu sich Petron, Jacoben vnd Johannen, vnnd furt sie auff eynen hohen berck besonders alleyn, vnd verkleret sich fur yhn, 3 vnd seyne kleyder wurden helle vnd seer weys wie der schnee, das sie keyn ferber auff erden kan so weys machen, 4 vnnd es [170] erscheyn yhn Elias mit Mose, vnd hatten eyn rede mit Jhesu, 5 vnd Petrus antwort vnd sprach zu Jhesu, meyster, Hie ist gutt seyn, wyr wollen drey hutten machen, dyr eyne, Mosi eyne, vnd Elias eyne, 6 denn er wuste nicht, was er redet, vnd sie waren seer furchtig, 7 vnnd es kam eyn wolcken, die vber schattet sie, vnd eyn stym fiel aus der wolcken, vnd sprach, Das ist meyn lieber son, gehorchet yhm, 8 vnd bald dar nach sahen sie vmb sich, vnd sahen niemant mehr denn alleyn Jhesum bey yhn.

9 Da sie aber vom berg er ab giengen, verpot yhn Jhesus, das sie niemant sagen sollten, was sie gesehen hatten, bis des menschen son aufferstund von den todten, 10 vnd sie behielten das wort bey sich, vnd befragten sich vntereynander, was ist doch das aufferstehen von den todten? 11 vnd sie fragten yhn vnd sprachen, sagen doch die schrifftgelerten, das Elias mus vor komen, 12 Er antwort aber vnnd sprach zu yhn, Elias soll ia durch seyne zukunfft alles widder zu recht bringen. Datzu, des menschen son soll viel leyden vnd verachtet werden, wie denn geschrieben stehet. 13 Aber ich sage euch, Elias ist komen, vnnd sie haben an yhm than, was sie wollten, nach dem von yhm geschrieben stehet.

14 Vnnd er kam zu seynen iungern, vnd sahe viel volcks vmb sie, vnd schrifftgelerten, die sich mitt yhn befragten, Matth. 17.
Luce. 9.
15 vnnd als bald, da das volck yhn sahe, entsatzten sie sich, vnd lieffen zu, vnnd grusseten yhn, 16 vnnd er fraget die schrifftgelerten, was befraget yhr euch mit yhnen? 17 vnnd eyner aus dem volck antwort vnnd sprach, meyster, ich hab her bracht zu dyr meynen son, der hatt eynen sprachlosen geyst, 18 vnd wo er yhn erwysscht, so reysst er yhn, vnnd schewmet vnnd knyrsset mit den zenen, vnnd verdorret, vnnd ich hab mitt deynen iungern geredt, das sie yhn aus treyben, vnnd sie konnen nicht.

19 Er antwort yhm aber vnd sprach, O du vnglewbiges geschlecht, wie lange soll ich bey euch sein? wie lange soll ich mich mit euch leyden? [72] bringt yhn her zu myr, 20 vnd sie brachten yhn her zu yhm, vnd als bald, da yhn der geyst sahe, reisß er yhn, vnd fiel auff die erden, vnd waltzet sich vnd schewmet, 21 vnd er fraget seynen vater, wie lange ists, das yhm das widderfaren ist? Er sprach, von kind auff, 22 vnnd offt hatt er yhn geworffen ynn [172] fewr vnd wasser, das er yhn vmb brecht, kanstu aber was, so erbarm dich vnser, vnnd hilff vns, 23 Jhesus aber sprach zu yhm, wenn du kundtist glewben, alle ding sind muglich dem der do glewbt, 24 vnd als bald schrey des kinds vatter mit threnen vnd sprach, ich glewb lieber herr, hilff meynem vnglawben.

25 Da nu Jhesus sahe, das das volck zu lieff, bedrawet er den vnsawbern geyst, vnd sprach zu yhm, du sprachloßer vnd tawber geyst, ich gepiete dyr, das du von yhm aus farist, vnnd farist hynfurt nicht ynn yhn, 26 vnd er schrey, vnd reyß yhn seer, vnd fur aus, vnd er ward als were er todt, das auch viel sagten, Er ist todt, 27 Jhesus aber ergreyff yhn bey der handt, vnd richtet yhn auff, vnd er stund auff. 28 Vnd da er heym kam, fragten yhn seyne iunger besonders, warumb kundten wyr yhn nicht aus treyben? 29 vnd er sprach, dise art kan mit nichte aus faren, denn durch beten vnd fasten.

30 Vnd sie giengen hyn weg, vnd wandellten durch Gallilea, vnd er wollt nit das es ymand wissen sollt, 31 Er leret aber seyne iunger vnd sprach zu yhnen, des menschen son wirtt vber antwort werden, ynn der menschen hende, vnd sie werden yhn todten, vnd wenn er todtet ist, so wirt er am dritten tage aufferstehen, 32 sie aber vernamen das wortt nicht, vnd forchten sich yhn zu fragen.

Matth. 18.
Luce. 9.
33 Vnd er kam gen Capernaum, vnd da er da heym war, fragt er sie, was handellt yhr mit eynander auff dem wege? 34 sie aber schwigen stille, denn sie hatten miteynander auff dem wege gehandelt, wilcher der grossist were, 35 vnd er satzt sich, vnd rieff den tzwelffen, vnd sprach zu yhnen, So ymant will der erst seyn, der soll der letzt seyn vor allen vnd aller knecht, 36 Vnd er nam eyn kindlin, vnd stellet es mitten vnter sie, vnnd vmbfieng das selbige, vnd sprach zu yhnen, 37 wer eyn solchs kindlin auff nympt, ynn meynem namen, der nympt mich auff, vnnd wer mich auff nympt, der nympt nicht mich auff, sondern den der mich gesand hatt.

Luce. 9.38 Johannes aber antwortet yhm vnd sprach, wyr sahen eynen, der treyb teuffel aus yn deynem namen, welcher vns nicht nach folget, vnd wyr verpottens yhm, darumb er vns nicht nachfolget, 39 Jhesus aber sprach, yhr solts yhm nit verpieten, denn es ist niemant, der eyn thatte thue, ynn meynem namen, vnd muge bald vbel von myr reden, 40 wer nit widder euch ist, der ist fur euch, 41 wer aber euch trenckt, mit eynem becher wassers ynn meynem namen, darumb das yhr Christum angehoret, warlich ich sage euch, es wirt yhm nit vnuergolten bleyben.

Matth. 18.
Luce. 17.
[174] 42 Vnnd wer der kleynen eynen ergert, die an mich glewben, dem wer es besser, das yhm eyn mulsteyn wurd an seynen hals gehengt, vnd wurd yns meer geworffen. 43 So dich aber deyne hand ergert, so hawe [73] sie abe, Es ist dyr besser, das du eyn krupel zum leben eyngehist, denn das du zwo hend habest, vnd farest ynn die helle ynn das ewige fewr,Jsai. 66. 44 da yhr wurm nit stirbt, vnd yhr fewr nit verlescht, 45 Ergert dich deyn fusß, so hawe yhn abe, Es ist dyr besser, das du lam zum leben eyngehist, denn das du zween fusß habest, vnnd werdest ynn die helle geworffen, ynn das ewige fewr, 46 da yhr wurm nicht stirbt, vnd yhr fewr nit verlesscht. 47 Ergert dich deyn auge, so wirffs von dyr, Es ist dyr besser, das du eyneugig zum leben eyngehist, denn das du zwey augen habest, vnnd werdest ynn das hellische fewr geworffen, 48 da yhr wurm nicht stirbt, vnd yhr fewr nicht verlesschet.

(gesalltzt werden) Im allten testament wartt alles opffer gesalltzt vnnd von allem opffer wart ettwas verbrant mit fewr, das zeucht Christus hie an, vnnd leget es geystlich aus, Nemlich, das durchs Euangelion alls durch ein fewr vnd salltz, der allt mensch gecreutzigt vertzeheret vnnd woll gesalltzt wirt, denn vnser leyb ist das recht opffer Ro. 12. wo aber das saltz thum wird vnd das Euangelion mit menschen lere verderbt, da ist keyn wurtzen mehr des allten menschen, da wachßen denn maden, salltz beysset aber, drumb ist nott gedult vnnd frid haben ym saltzLeui. 2.49 Es mus alles mit fewr gesalltzt werden, vnnd alles opffer wirtt mitt salltz gesalltzt werden, 50 das salltz ist gut, So aber das salltz thum wirtt, wo mit wirtt man wurtzen? Habet saltz ynn euch, vnd habet frid vnternander.

Das zehendt Capitel.

Matth. 19.Und er stund auff, vnd kam von dannen, ynn die ort des Judischen lands, iensit des Jordanis, vnd das volck gieng aber mal mitt hauffen zu yhm, vnd wie seyne gewonheyt war, leret er sie abermal, 2 vnd die phariseer tratten zu yhm, vnd fragten yhn, ob eyn man sich scheyden muge von seynem weybe, vnd versuchten yhn da mit, 3 Er antwort aber vnd sprach, was hatt euch Moses gepotten?Deuter. 24. 4 Sie sprachen, Moses hatt zu gelassen eynen scheyde brieff zu schreyben, vnd sich zu scheydenn, 5 Jhesus antwortt vnd sprach zu yhn, vmb ewers hertzen hertickeyt, willen, hatt er euch solch gepot geschrieben, Gene. 1. et 2.6 Aber von anfang der Creatur, hat sie gott geschaffen, eyn menlin vnd frewlin, 7 darumb wirtt der mensch lassen seynen vater vnd mutter, vnd wirt seynem weybe anhangen, 8 vnd werden seyn die zwey eyn fleysch, So sind sie nu nicht zwey, sondern eyn fleysch, 9 was denn gott zu samen fuget hat, soll der mensch nicht scheyden.

10 Vnd da heym, fragten yhn aber mal seyne iunger vmb das selbige, 11 vnd er sprach zu yhn, wer sich scheydet von seynem weybe, vnd freyhet eyn andere, der bricht die ehe an yhr, 12 vnd so sich eyn weyb scheydet von yhrem man, vnd freyet eynen andern, die bricht yhr ehe.

Matth. 19.
Luce. 18.
[176] 13 Vnd sie brachten kindlin zu yhm, das er sie anruret, die iunger aber furen die an, die sie trugen, 14 da es aber Jhesus sahe, wart er vnwillig, vnd sprach zu yhnen, lasset die kindlin zu myr komen, vnd weret yhn nicht, denn solcher ist das reych gotis, 15 warlich ich sage euch, wer nicht empfehet das reych gottis, als eyn kindlin, der wirtt nicht hyneyn komen, 16 vnd er vmbfieng sie, vnd leget die hend auff sie, vnd segnet sie.

Matth. 19.
Luce. 18.
17 Vnd da er hynaus gangen war auff den weg, lieff eyner forne fur, knyet fur yhn, vnnd fraget yhn, Gutter meyster, was soll ich thun, [74] das ich das leben ererbe, 18 Aber Jhesus sprach zu yhm, was heyssistu mich gut? Niemant ist gut, denn alleyn der eynige Gott. Exo. 22.19 Du weysßist yhe die gepott woll, du sollt nicht ehebrechen, du sollt nit todten, du sollt nicht stelen, du sollt nicht falsch zeugnis reden, du sollt niemant teuschen, Ehere deyn vater vnd muter 20 Er antwortet aber vnd sprach zu yhm, Meyster, das habe ich alles gehalten, von meyner iugent auff, 21 vnd Jhesus sahe yhn an, vnd er liebet yhn, vnd sprach zu yhm, Eynes feylet dyr, gang hyn, verkeuff alles was du hast, vnnd gibs den armen, so wirstu eynen schatz ym hymel haben, vnd kum, folge myr nach, vnd nym das creutz auff dich, 22 vnd er wart vnmutts vber der rede, vnd gieng traurig daruon, denn er hatte viel guter.

Matth. 19.
Luce. 18.
23 Vnnd Jhesus sahe vmb sich, vnnd sprach zu seynen iungern, wie schwerlich, werden die reychen ynn das reych Gottis komen, 24 die iungern aber entsatzten sich vber seyner rede, Aber Jhesus antworttet widderumb vnnd sprach zu yhn, lieben kynder, wie schwerlich ists, das die, so yhr vertrawen auff reychtumb setzen yns reych gottis komen, 25 Es ist leychter, das eyn Camel durch eyn nadel ore gehe, denn das eyn reycher yns reych Gottis kome. 26 Sie entsatzten sich aber noch viel mehr, vnnd sprachen vnternander, wer kan denn selig werden? 27 Jhesus aber sahe sie an, vnd sprach, Bey den menschen ists vnmuglich, aber nicht bey Gott, denn alle ding sind muglich bey Gott.

Matth. 19.
Luce. 18.
28 Da sagt Petrus zu yhm, sihe, wyr haben alles verlassen, vnnd sind dyr nachgefolget, 29 Jhesus antwort vnnd sprach, warlich ich sage euch, Es ist niemant, so er verlest, haus, oder bruder, oder schwester, odder vater, odder mutter, odder weyb, odder kinder, odder ecker, vmb meynen willen vnnd vmb des Euangeli willen, (verfolgung) wer glewbt, der mus verfolgung leyden, vnd alles dran setzen, dennoch hatt er gnug, wo er hyn kompt findet der vatter, mutter, bruder guter etc. mehr denn er yhe verlassen kund.30 der nit hundertfeltig empfahe itzt ynn diser tzeyt, heuser vnnd bruder vnnd schwester vnd muter vnd kinder vnnd ecker, mit verfolgungen, vnnd ynn der zukunfftigen welt das ewige leben. 31 Viel aber werden die letzten seyn die die ersten sind, vnd die ersten seyn, die die letzten sind. 32 Sie [178] waren aber auff dem wege, vnd giengen hyn auff gen Jerusalem, vnd Jhesus gieng fur yhnen, vnnd sie entsatzten sich, folgeten yhm nach, vnd furchten sich.

Matth. 20.
Luce. 18.
Vnnd Jhesus nam aber mal zu sich die zwelffe, vnnd saget yhn, was yhm widder faren wurde, 33 Sehet, wyr gehen hynauff gen Jerusalem, vnd des menschen son wirt vberantworttet den hohen priestern vnnd schrifftgelerten, vnd sie werden yhn verdamnen zum tode vnnd vbirantworten den heyden, 34 vnnd die werden yhn verspotten, vnnd geysselln, vnnd verspeyhen, vnnd todten, vnnd am dritten tage wirt er aufferstehen.

Matth. 20.35 Da giengen zu yhm Jacobus vnnd Johannes die sone Zebedei, vnd sprachen, Meyster, wyr wollen, das du vns thuest, was wyr dich [75] bitten werden, 36 Er sprach zu yhn, was wollt yhr, das ich euch thu? 37 sie sprachen zu yhm, gib vns, das wyr sitzen, eyner zu deyner rechten, vnd eyner zu deyner lincken ynn deyner herlickeyt, 38 Jhesus aber sprach zu yhn, yhr wisset nit was yhr bittet, Kund yhr den kilch trincken, den ich trincke, vnd euch teuffen lassen, mit der tauffe, da ich mit tauffet werde? 39 Sie sprachen zu yhm, ia wyr kunden es wol, Jhesus aber sprach zu yhn, zwar, yhr werdet den kilch trincken, den ich trincke, vnd tauffet werden mit der tauffe, da ich mit tauffet werde, 40 zu sitzen aber zu meyner rechten vnd zu meyner lincken, ist nicht meyner macht euch zu geben, sondern den es bereyttet ist.

41 Vnd da das die zehen horeten, wurden sie vnwillig vber Jacoben vnnd Johannen, 42 Aber Jhesus rieff yhn vnnd sprach zu yhnen, yhr wisset, das vnter den heyden, die so fur herrn gehalten seyn wollen, die hirschen, vnd die mechtigen vnter yhn, faren mit gewalt, 43 Aber also soll es vnter euch nit seyn, sondernn wilcher will gros werden vnter euch, der soll ewr diener seyn, 44 vnd wilcher vnter euch wil der furnemist werden, der soll aller knecht seyn, 45 denn auch des menschen son ist nit komen, das er yhm dienen lasse, sondern das er diene, vnd gebe seyn leben zur betzalung fur viele.

Matth. 20.
Luce. 18.
46 Vnd sie kamen gen Jericho, vnd da er von Jericho gieng, er vnd seyne iunger vnd eyn groß volck, do saß eyn blinder Bartimeus Timei son am wege, vnd bettelt, 47 vnd da er horet, das es Jhesus von Nazareth war, fieng er an zu schreyen, vnd sagen, Jhesu, du son Dauid, erbarm dich meyn, 48 vnd viel bedraweten yhn, er solt still schweigen, Er aber schrey viel mer, du son Dauid erbarm dich meyn, 49 vnd Jhesus stund still, vnd lies yhm ruffen, vnd sie rieffen dem blinden, vnd sprachen zu yhm, Sey getrost, stand auff, er [180] ruffet dyr, 50 vnd er warff seyn kleyd von sich, stund auff, vnnd kam zu Jhesu, 51 vnd Jhesus antwort vnd sprach zu yhm, was wiltu, das ich dyr thun soll? Der blinde sprach zu yhm, Meyster, das ich sehend werde, 52 Jhesus aber sprach zu yhm, gang hyn, deyn glawbe hat dyr geholffen, vnnd als bald wart er sehend, vnnd folget yhm nach auff dem wege.

Das eylfft Capitel.

Matth. 21.
Luce. 19.
Unnd da sie nah zu Jerusalem komen, gen Bethphage vnnd Bethanien, an den oleberg, sand er seyner iunger zween, 2 vnnd sprach zu yhnen, gehet hyn, ynn den flecken der fur euch ligt, vnd als bald, wenn yhr hyn eyn kompt, werdet yhr finden eyn fullen angebunden, auff wilchem nie keyn mensch gesessen ist, loset es ab, vnd furet es her, 3 vnd so ymant zu euch sagen wirt, warumb thut yhr das? so sprecht, der herr darff seyn, So wirt ers [76] bald her senden, 4 Sie giengen hyn vnd funden das fullen gepunden an der thur aussen auff der wegescheyd, vnd losetens auff, 5 vnd ettlich die da stunden, sprachen zu yhn, was macht yhr, das yhr das fullen auff loset? 6 sie sagten aber zu yhn, wie yhn Jhesus gepotten hatte, vnnd die liessens zu, 7 vnd sie fureten das fullen zu Jhesu, vnnd legten yhre kleyder drauff, vnd er satzte sich drauff, 8 viel aber, breytten yhre kleyder auff den weg, Etlich hywen meygen von den bewmen, vnd straweten sie auff den weg, 9 vnd die forne fur giengen vnd die hernach folgeten, schryen vnnd sprachen, Hosianna, 10 gebenedeyet sey, der da kompt, ynn dem namen des herren, gebenedeyet sey das reych vnsers vaters Dauid, das do kompt ynn dem namen des herrnn, Hosianna ynn der hohe.

Matth. 21.11 Vnd der herre zog eyn zu Hierusalem, vnd gieng ynn den tempel, vnd er besahe alles, vnd am abent, gieng er hynaus gen Bethanien, mit den zwelffen, 12 vnd des andern tages, da er von Bethanien gieng hungerte yhn, 13 vnd sahe eynen feygen bawm von ferne, der bletter hatte, da tratt er hynzu, ob er etwas drauff funde, vnnd da er hyn zu kam, fand er nichts denn nur bletter, denn es war noch nicht vmb die zeyt das feygen seyn sollten, 14 vnd Jhesus antwort vnnd sprach zu yhm, Nu esse von dyr niemant keyne frucht ewiglich, vnd die iunger horeten das.

Matth. 21.
Luce. 19.
[182] 15 Vnnd sie kamen gen Jerusalem, vnnd Jhesus gieng ynn den tempel, fieng an, vnd treyb aus, die verkauffer vnnd kauffer ynn dem tempel, vnd die tissche der wechßler vnd die stuel der tawben kremer sties er vmb, 16 vnnd lies nicht zu, das yemant eyn gezeug durch den tempel truge, 17 vnd er leret vnd sprach zu yhn, ists nicht geschrieben?Jsai. 56. meyn haus soll heyssen eyn bet haus allen volckern, yhr aber habt eyn morder gruben draus gemacht.

18 Vnnd es kam fur die schrifft gelerten vnd hohen priester, vnnd sie trachten, wie sie yhn vmb brechten, sie furchten sich aber fur yhm, denn alles volck verwunderte sich seyner lere, 19 vnnd des abents, gieng er hynaus fur die stadt, 20 vnnd am morgen, giengen sie fur vber, vnd sahen den feygen bawm, das er verdorret war bis auff die wurtzel, 21 vnnd Petrus gedacht dran, vnnd sprach zu yhm, meyster sihe, der feygenbawm, den du verflucht hast, ist verdorret, 22 Jhesus antwortt vnnd sprach zu yhnen, Habet glawben an gott, 23 warlich ich sage euch, wer zu disem berge sprech, heb dich vnd wirff dich yns meer, vnnd zweyffelte nicht yn seynem hertzen, sondernn glewbte, das es geschehen wurd, was er sagt, so wurds yhm geschehen, was er sagt,Matth. 21. 24 Darumb sage ich euch, alles was yhr bittet ynn ewrem gepet, gleubt nur, das yhrs empfahen werdet, so wirts euch werden, 25 vnnd wenn yhr steht vnnd betet, so vergebt, wo yhr ettwas widder ymant habet, auff das auch ewr vatter ym hymel euch vergebe ewr feyle.[12] [77] Matth. 21.
Luce. 20.
27 Vnd sie kamen aber mal gen Jerusalem, vnnd da er ym tempel gieng, kamen zu yhm die hohen priester vnd schrifftgelerten, vnd die eltisten, 28 vnd sprachen zu yhm, aus waser macht thustu das? vnnd wer hat dyr die macht geben, das du solchs thust? 29 Jhesus aber antwort vnd sprach zu yhnen, ich will euch auch eyn wortt fragen, antwortet myr, so will ich euch sagen, aus waser macht ich das thue. 30 Die tauffe Johannis, war sie von hymel odder von menschen? Antwortet myr. 31 Vnnd sie dachten bey sich selbs, sagen wyr, Sie war von hymel, so wurt[13] er sagen, warumb habt yhr denn yhm nicht glawbt? 32 sagen wyr aber, sie war von menschen, so furchten wyr vns fur dem volck, denn sie hielten alle, das Johannes eyn rechter prophet were, 33 vnnd sie antworten vnd sprachen zu Jhesu, wyr wissens nicht, vnd Jhesus antwortt vnd sprach zu yhn, so sage ich euch auch nit, aus waser macht ich solchs thue.

[184]

Das zwelfft Capitel.

Matth. 21.
Luce. 20.
Unnd er fieng an zu yhn durch gleychnisse zu reden, Eyn mensch pflantzet eynen weynberg, vnd furet eynen zawn drumb, vnd grub eyne kellter, vnd bawet eynen turn, vnnd thett yhn aus den weyngartnern, vnd zoch vber land 2 vnd sandte eynen knecht, zur zeytt, zu den weyngartnern, das er von den weyngartnern neme von der frucht des weynberges, 3 sie namen yhn aber vnd steupten yhn, vnnd liessen yhn leer von sich, 4 Aber mal, sand er zu yhnen, eynen andern knecht, den selbigen steynigeten sie, vnd zublaweten yhm den kopff, vnnd liessen yhn geschmecht von sich, 5 Abermal sand er eynen andern, den selbigen todten sie, vnd viel andere, ettlich steupten sie, ettlich todten sie.

6 Da hatt er nach eyn eynigen son, der war yhm lieb, den sand er auch zu yhnen zum letzten, vnd sprach, sie werden sich fur meynem son schewen, 7 Aber die selben weyngartner sprachen vnter eynander, ditz ist der erbe, kompt, last vns yhn todten, so wirt das erbe vnser seyn, 8 vnd sie namen yhn, vnd todten yhn vnd wurffen yhn eraus fur den weynberg, 9 Was wirt nu der herr des weynberges thun? Er wirt komen vnd die weyngartner vmbringen, vnd den weynberg andern geben. 10 Habt yhr auch nitt gelesen disse schrifft?Psal. 117. Der steyn, den die bawleut verworffen haben, der ist eyn ecksteyn worden, 11 von dem herren ists geschehen, vnd es ist wunderlich ynn vnsern augen. 12 Vnd sie trachten darnach wie sie yhn griffen, vnd furchten sich doch fur dem volck, denn sie vernamen, das er auff sie dise gleychnisse geredt hatte, vnd sie liessen yhn vnd giengen daruon.

13 Vnd sie sandten zu yhm ettliche von den phariseer vnnd Herodis diener, das sie yhn fiengen ynn wortten, 14 vnd sie kamen vnd sprachen zu yhm, Meyster, wyr wissen das du warhafftig bist, vnnd du fragist nach niemant, denn du achtist nit das ansehen der menschen, sondern du lerest den weg gottis recht, Jsts recht, das man dem keyser zinße gebe odder nicht? sollen wyrn geben, odder nicht geben? 15 Er aber merckt yhr heucheley, vnd sprach zu yhnen, was versucht [78] yhr mich? Bringt myr eynen pfennig, das ich yhn sehe, 16 vnnd sie brachten yhm, da sprach er, wes ist das bild vnd vbirschrifft? sie [186] sprachen zu yhm, des keysers, 17 da antwort Jhesus vnnd sprach zu yhnen, so gebt dem keyser, was des keysers ist, vnd gotte, was gottis ist, vnd sie verwunderten sich seyn.

Matth. 12.
Luce. 20.
Deut. 25.
18 Da tratten die Saduceer zu yhm, die da halten, es sey keyn aufferstehung, die fragten yhn vnd sprachen, 19 meyster, Moses hat vns geschrieben, wenn ymands bruder stirbt, vnd lessit eyn weyb, vnd lessit keyn kinder, so soll seyn bruder desselbigen weyb nemen, vnd eynen samen erwecken seynem bruder, 20 Nu sind gewesen sieben bruder, der erst nam eyn weyb, der starb, vnd lies keynen samen, 21 vnd der ander nam sie, vnd starb, vnd lies auch nicht samen, der dritt des selben gleychen, 22 vnd namen sie alle sieben, vnd liessen nicht samen, zu letzt starb nach allen das weyb auch, 23 Nu ynn der aufferstehung, wenn sie aufferstehen, wilchs weyb wirtt sie seyn vnter yhnen? denn sieben haben sie zum weybe gehabt. 24 Da antwortet Jhesus vnd sprach zu yhnen, ists nicht also? yhr yrret, darumb das yhr nichts wisset von der schrifft noch von der krafft gottis? 25 wenn sie von den todten aufferstehen werden, so werden sie nicht freyen noch sich freyen lassen, sondernn sie sind, wie die Engel ym hymel, 26 Aber von den todten, das sie auffertstehen werden, habt yhr nicht gelesen ym buch Mosi, bey dem pusch wie gott zu yhm saget vnd sprach,Exod. 3. Jch bynn der gott Abraham, vnd der gott Jsaac, vnnd der gott Jacob? 27 Es ist keynn gott der todten, sondern es ist eyn gott der lebendigen, darumb yrret yhr seer.

Matth. 22.28 Vnd es tratt zu yhm der schrifftgelerten eyner, der ynen zu gehoret hatte, wie sie sich miteynander befragten, vnd sahe das er yhnen feyn geantwortet hatt, vnd fragt yhn, wilchs ist das furnemst gepott fur allen? 29 Jhesus aber antwort yhm, das furnemst gepot fur allen gepoten ist das,Deut. 6.
Leui. 19.
Hore Jsrael, gott vnser herr, ist eyner, 30 vnd du sollt lieben gott deynen herrn, von gantzem hertzen, von gantzer seele, von gantzem gemuet, vnnd von allen krefften, Das ist das furnemst gepott, 31 vnnd das ander ist yhm gleych, du sollt lieben deynen nehisten als dich selbs, Es ist keyn ander grosser gepott denn dise.

32 Vnd der schrifftgelerter sprach zu yhm, meyster du hast warlich recht geredt, denn es ist eyn gott, vnd ist keyn anderer ausser yhm, 33 vnnd den selben lieben von gantzem hertzen, von gantzem gemuete, von gantzer seel, vnnd [188] von allen krefften, vnnd lieben seynen nehisten als sich selbs, das ist mehr denn brandopffer vnd alle opffer, 34 da Jhesus aber sahe, das er vernunfftiglich antwortte, sprach er zu yhm, du bist nicht ferne von dem reych gottis, vnnd es thurst yhn niemant weytter fragen.

Matth. 22.
Luce. 20.
Psal. 109.
35 Vnd Jhesus antwortet vnd sprach, da er leret ym tempel, Wie sagen die schrifftgelerten, Christus sey Dauids son? 36 Er aber Dauid, spricht durch den heyligen geyst, Der herr hat gesagt zu meynem herrnn, setze dich zu meyner rechten, bis das ich lege deyne feynde, [79] zum schemel deyner fusse. 37 Da heyst yhn iah Dauid seynen herrn, wo her ist er denn seyn son? vnd viel volcks horet yhn gern.

Matth. 23.
Luce. 20.
38 Vnd er leret sie vnd sprach zu yhnen, habt acht auff die schrifft gelerten, die gehen gern ynn langen kleydern, vnd lassen sich gern grussen auff dem marckt, 39 vnd sitzen gern oben an ynn den schulen, vnd vber tissch, 40 sie fressen der wittwen heuser, vnd wenden langes gepett fur, die selbigen werden deste mehr verdamnis empfahen.

Luce. 21.41 Vnd Jhesus setzt sich gegen den gottis kasten, vnd schawet, wie das volck gellt eynlegt ynn den gottis kasten, vnd viel reychen legten viel eyn, 42 vnd es kam eyn arme witwe, vnd legte eyn zwey scherfflin, die machen eynen heller, 43 vnd er rieff seyne iunger zu sich, vnd sprach zu yhn, warlich ich sage euch, dise arme witwe hatt mehr ynn den gottis kasten gelegt, denn alle die eyn gelegt haben, 44 denn sie haben alle von yhrem vbrigen eyn gelegt, dise aber hattvon yhrer darbe alles was sie hatt, yhre gantz narung eyngelegt.

Das dreytzehend Capitel.

Matth. 24.
Luce. 21.
Unnd da er aus dem tempel gieng, sprach zu yhm seyner iunger eyner, meyster, sihe wilche steyne, vnd wilch eyn baw ist das? 2 vnnd Jhesus antworttet, vnd sprach zu yhm, sihestu wol all disen grossen baw? nicht eyn steyn wirt auff dem andern gelassen werden, der nicht zu brochen werde.

3 Vnd da er auff dem oleberge sasß gegen dem tempel, fragten yhn besonders, Petrus vnnd Jacobus vnd Johannes vnd Andreas, 4 sage vns, wenn wirtt das alles geschehen? vnd was wirt das zeychen seyn, wenn das alles soll vollendet werden? 5 Jhesus antwort yhn, vnd fieng an zu sagen, sehet zu, das euch nicht yemand verfure, 6 denn es werden viel komen vnter meynem namen, vnd sagen, ich byn Christus, vnd werden viel verfuren.

[190] 7 Wenn yhr aber horen werdet von kriegen vnd von kriegs geschrey, so furcht euch nicht, denn es mus also geschehen, aber das ende ist noch nit da, 8 Es wirt sich emporen eyn volck vber das ander, vnd eyn konigreich vber das ander, vnd werden geschehen erdbeben hyn vnd wider, vnd wirt seyn thewertzeyt vnd schrecken, Das ist der nodt anfang.

9 Sehet aber yhr auff euch selbs, denn sie werden euch vbirantworten fur die radtheuser vnd schulen vnd yhr musset gesteupt werden, vnnd fur fursten vnd konige must yhr gefuret werden vmb meynes namen willen, zu eynem zeugnis vbir sie, 10 vnd das Euangelion mus zuuor predigt werden vnter alle volcker.

Matth. 10.
Luce. 12.
11 Wenn sie euch nu furen vnd vbirantwortten werden, so sorget nit was yhr reden solt, vnd bedenckt auch nichts zuuor, sondern was euch zu der selbigen stunde geben wirt, das redet, denn yhr seyts nit die da reden, sondern der heylige geyst, 12 Es wirt aber vberantwortten eyn bruder den andern zum todt, vnnd der vater den son, vnnd die kinder werden sich emporen widder die elltern, vnnd werden yhn zum todt helffen, 13 vnd werdet gehasset seyn von yderman, vmb meynes namen willen, wer aber beharret bis an das ende, der wirtt selig.

[80] Matth. 24.
Daniel. 9.
14 Wenn yhr aber sehen werdet den wusten grewel (von dem gesagt hatt der prophet Daniel) das er stehet, da er nicht soll (wer es lieset, der vernem es) als dann, wer ynn Judea ist der fliehe auff die berge, 15 vnd wer auff dem dach ist, der steyge nicht ernyder yns haus, vnd kome nicht dreyn, ettwas zu holen aus dem hause, 16 vnnd wer auff dem feld ist, der wend sich nitt vmb seyne kleyder zu holen, 17 weh aber den schwangern vnd seugern zu der zeyt. 18 Bittet aber, das ewere flucht nit geschehe ym wynter. 19 Denn ynn diesen tagen werden solche trubsall seyn, als nie gewesen sind von anfang der Creaturn, die gott geschaffen hat biß her, vnd als auch nitt werden wirtt, 20 vnd so der herr dise tage nicht verkurtzet hette, wurde keyn mensch selig, aber vmb der auserweleten willen, die er auß erwelet hatt, hatt er dise tage verkurtzt.

Matth. 24.
Luce. 17.
21 Wenn nu yemant zu der zeyt wirt zu euch sagen, sihe, hie ist Christus, sihe, da ist er, so glawbt nicht, 22 denn es werden sich erheben falsche Christi vnd falsche propheten, zeychen vnd wunder thun, das sie auch die auserwelten [192] verfuren, so es muglich were, 23 sehet yhr aber zu, sehet, ich habs euch alles zuuor gesagt.

24 Aber zu der zeyt, nach disem trubsall, werden sonn vnnd mond, yhren scheyn verlieren, 25 vnd es werden die stern vom hymel fallenn, vnd die kreffte der hymel werden sich bewegen, 26 vnnd denn, werden sie sehen des menschen son komen, ynn den wolcken mitt grosser krafft vnd herlickeyt, 27 vnd denn wirtt er seyn engell senden, vnnd wirt versamlen seyne auser weleten von den vier winden, von eynem end der erden bis ans ander.

Matth. 24.
Luce. 2.
28 An dem feygen bawm lernet eyn gleychnis, wenn itzt seyne zweyge safftig werden, vnd bletter gewynnet, so wisset yhr, das der somer nahe ist, 29 Also auch wenn yhr sehet, das solchs geschicht, so wisset, das es nah fur der thur ist, 30 warlich ich sage euch, dis geschlecht wirtt nit vergehen, bis das ditz alles geschehe, 31 hymel vnd erden wirtt vergehen, meyne wortt aber werden nicht vergehen, 32 von dem tage aber, vnd der stunde weys niemant, auch die engel nicht ym hymel, auch der son nicht, sondern alleyn der vater.

33 Sehet zu, wachet, vnd bettet, denn yhr wisset nicht, wenn es zeyt ist, 34 gleych als ein mensch, der vber land zoch, vnd lies seyn haus, vnd gab seynen knechten macht, eynem iglichen seyn werck, vnd gepot dem thurhutter, er sollt wachen. 35 So wachet nu, denn yhr wisset nit, wenn der herr des haus kompt, ob er kompt, am abent, odder zu mitternacht, odder vmb des hanenschrey oder des morgens, 36 auff das er nicht schnell kome, vnd finde euch schlaffend, 37 was ich aber euch sage, das sage ich allen, wachett.

Das viertzehend Capitel.

Matth. 26.
Luce. 22.
Unnd nach zweyen tagen war ostern vnd die tage der sussen brott, vnd die hohen priester vnd schrifftgelerten suchten, wie sie yhn mitt listen griffen, vnd todten, 2 sie sprachen aber, iah nicht auff das fest, das nicht eyn auffruhr werde ym volck.

[81] Matth. 26. Johan. 12.3 Vnd da er zu Bethanien war ynn Simonis des aussetzigen hauße, vnd sasß zu tisch, da kam eyn weyb, die hatte eyn glasß mitt vngefellschtem vnd kostlichem narden wasser, vnd sie zu brach das glas vnd gos es auff seyn hewbt, 4 da waren ettlich, die wurden entrustet, vnd sprachen, was soll doch diser vnradt? 5 man kund das wasser mehr denn vmb drey[14] hundert pfennige verkaufft haben, vnd dasselb den armen geben, vnnd murreten vber sie.

[194] 6 Jhesus aber sprach, last sie mitt friden, was bekummert yhr sie? Sie hatt eyn gutt werck an myr gethan, 7 yhr habt alltzeytt armen bey euch, vnd wenn yhr wollt, kundt yhr yhn gutt thun[15], mich aber habt yhr nit alltzeyt, 8 Sie hatt than was sie kund, sie ist zuuor komen, meynen leychnam zu salben, zu meynem begrebnis, 9 Warlich ich sage euch, wo dis Euangelion predigt wirtt yn aller wellt, da wirtt man auch das sagen, zu yhrem gedechtnis, das sie itzt than hat.

Matth. 26.
Luce. 22.
10 Vnd Judas Jscharioth, eyner von den zwelffen, gieng hyn zu den hohen priestern, das er yhn verrhiete[16], 11 da sie das horeten, wurden sie fro, vnd verhiessen yhm das gelt zu geben, vnnd er suchte, wie er yhn fuglich verrhiete.

Matth. 26.
Luce. 22.
12 Vnd am ersten tag der susß brod, da man das osterlamp opfferte, sprachen seyne iunger zu yhm, wo wiltu das wyr hyn gehen, vnnd bereytten, das du das osterlamp essist? 13 Vnnd er sandte seyner iunger zween, vnd sprach zu yhn, gehet hyn ynn die stadt, vnd es wirt euch eyn mensch begegen, der tregt eyn krug mit wasser, folget yhm nach, 14 vnd wo er eyngehet, da sprecht zu dem haußwirt, der meyster lest dyr sagen, wo ist das gasthaus, darynn ich das osterlamb esse mitt meynen iungern? 15 vnd er wirtt euch eynen grossen saal zeygen, der gepflastert vnd bereyttet ist, da selbs richtet fur vns zu, 16 vnd die iungern giengen aus, vnd kamen ynn die stadt, vnd fundens, wie er yhn gesagt hatte, vnd bereytten das osterlamb.

17 Am abent aber, kam er mit den zwelffen, 18 vnd als sie zu tisch sassen vnnd assen, sprach Jhesus, warlich ich sage euch, Eyner vnter euch der mit myr isset, wirt mich verrhaten, 19 vnd sie wurden trawrig vnd sagten zu yhm, eyner nach dem andern, Byn ichs? vnnd der ander, bynn ichs? 20 Er antwortt vnnd sprach zu yhnen, Eyner aus den zwelffen, der mit myr ynn die schussell tauchett, 21 zwar des menschen son gehet hynn, wie von yhm geschrieben stehet, weh aber dem menschen, durch welchen des menschen son verrhaten wirt, es were dem selben menschen besser, das er nie geporn were.

22 Vnd ynn dem sie assen, nam Jhesus das brod, vnd sprach den segen, vnd brachs, vnd gabs yhn, vnnd sprach, Nemet, Esset, das ist meyn leychnam, 23 vnd nam den kylch, vnd dancket, vnd gabe yhn den, vnd sie truncken alle draus, 24 vnd er sprach zu yhnen, das ist meyn blut, des newen testaments, das fur viele vergossen wirt, 25 Warlich ich sage euch, das ich hynfurt nicht trincken werde, von dem gewechße des [82] weynstocks, bis auff den tag, da ichs [196] newe trincke ynn dem reych Gottis, 26 vnd da sie den lobesang gesprochen hatten, giengen sie an den oleberg.

27 Vnd Jhesus sprach zu yhnen, yhr werdet euch ynn diser nacht alle an myr ergern, denn es stehet geschrieben, Jch werd den hirtten schlagen, vnd die schaff werden sich zu strewen, Zachari. 13.28 Aber nach dem ich aufferstehe, will ich fur euch hyn ynn Gallilean gehen, 29 Petrus aber saget zu yhm, vnd wenn sie sich alle ergerten, so wolt doch ich mich nit ergern, 30 Vnd Jhesus sprach zu yhm, warlich ich sage dyr, Heutte ynn diser nacht, ehe denn der han zweymal krehet, wirstu mich drey mal verleugnen, 31 Er aber redte noch weytter, ia wenn ich mit dyr auch sterben muste, wolte ich dich nit verleugnen, des selbigen gleychen sagten sie alle.

32 Vnnd sie kamen ynn das feldt, mit namen, Gethsemane, vnnd er sprach zu seynen iungern, setzt euch hie, bis ich hyn gehe vnd bete, 33 vnd nam zu sich, Petron vnd Jacoben vnd Johannen, vnd fieng an zu ertzittern, vnd zu engsten, 34 vnnd sprach zu yhnen, Meyne seel ist betrubt bis an den tod, enthalt euch hie, vnd wachet, 35 vnd gieng eyn wenig furbas, fiel auff die erden vnd bettet, das, so es muglich were, die stund fur vber gienge, 36 vnd sprach, Abba meyn vatter, Es ist dyr alles muglich, vbirhebe mich dises kilchs, doch nit was ich will, sondern was du wilt.

37 Vnd kam vnd fand sie schlaffend, vnnd sprach zu Petro, Simon schleffistu? vermochtistu nicht eyne stunde wachen? 38 wachet vnd bettet, das yhr nicht ynn versuchung fallet, Der geyst ist willig, aber das fleysch ist schwach, 38 Vnd gieng widder hyn vnd bettet, vnd sprach die selbigen wortt, 40 vnd kam wider, vnd fand sie abermal schlaffend, Denn yhr augen waren voll schlaffs, vnd wusten nit was sie yhm antwortten, 41 Vnd er kam zum dritten mal vnd sprach zu yhnen, ia schlafft nu vnd ruget, Es ist gnug, die stund ist komen, sehet, des menschen son wirtt vbirantworttet ynn der sunder hende, 42 stehet auff, last vns gehen, Sehet, der mich verrhedt ist er bey komen.

43 Vnnd als bald, da er noch redet, kam erzu Judas eyner von den zwelffen, vnd eyn grosse schar mit yhm, mit schwertern vnd mit stangen,Matth. 26.
Luce. 22.
Johan. 18.
von den hohen priestern vnd schrifftgelerten vnd Eltisten, 44 vnnd der verrehter hatte yhnen eyn zeychen geben vnnd gesagt, welchen ich kussen werde, der ists, den greyfft, [198] vnd furet yhn gewisß, 45 vnd da er kam, tratt er bald zu yhm, vnd sprach zu yhm, lieber meyster, lieber meyster, vnd kusset yhn, 46 Die aber legten yhre hende an yhn, vnd griffen yhn, 47 Eyner aber von denen, die da bey stunden, zoch seyn schwerd aus, vnd schlug des hohen priesters knecht, vnd hywb yhm eyn ohr ab.

48 Vnnd Jhesus antwort vnd sprach zu yhnen, yhr seyt außgangen, als zu eynem morder, mit schwertten vnd mit stangen, mich zu fahen, 49 ich byn teglich bey euch ym tempel gewesen, vnd hab geleret, vnd yhr habt mich nit griffen, Aber auff das die schrifft erfullet werde. 50 Vnd die iungern verließen yhn alle, vnd flohen, 51 vnd es war eyn iungling, der folget yhm nach, der war mit lynwadt bekleydet auff der blossen hautt, vnd die iunglinge griffen yhn, 52 Er aber lies faren den lynwadt, vnd floch blos von yhnen.

[83] 53 Vnd sie fureten Jhesum zu dem hohen priester, dahyn zu sammen komen waren alle hohe priester, vnd Elltisten vnd schrifftgelerten, 54 Petrus aber folget yhm nach von fernen, bis hyneyn ynn des hohen priesters pallatz, vnd er war da vnnd sasß bey den knechten, vnd wermet sich.

55 Aber die hohen priester vnd der gantze radt, suchten zeugnis widder Jhesum, auff das sie yhn zum tod brechten, vnd funden nichts, 56 viel gaben falsch zeugnis widder yhn, vnd yhre zeugnis stympt nicht vber eyn, 57 vnd ettlich stunden auff, vnd gaben falsch zeugnis wydder yhn, vnd sprachen, 58 wyr haben gehort, das er saget, ich will den tempel, der mit henden gemacht ist, abbrechen, vnd ynn dreyen tagen, eynen andern bawen, der nit mit henden gemacht sey, 59 vnd yhre zeugnis stympt noch nicht vber eyn.

Matth. 26.
Luce. 22.
Johan. 18.
60 Vnnd der hohe priester stund auff vnter sie, vnnd fraget Jhesum vnnd sprach, Antwortestu nichts? was zeugen disse widder dich? 61 Er aber schweyg stille vnd antwortet nichts. Da fraget yhn der hohe priester abermal, vnd sprach zu yhm, Bistu Christus der son des gebenedeyten? 62 Jhesus aber sprach, ich byns, vnd yhr werdet sehen des menschen son, sitzen zur rechten hand der krafft, vnnd komen mit des hymels wolcken. 63 Da zu reys der hohe priester seynen rock, vnd sprach, was durffen wyr weytter zeugen? 64 yhr habt gehoret die Gottis lesterung, was dunckt euch? sie aber verdampten yhn alle, das er des tods schuldig were, 65 Da fiengen an etlich yhn zu verspeyen, vnd verdecken seyn angesicht, vnnd mit feusten schlagen, vnd sagen zu yhm, lieber weyssage vns, vnd die knechte schlugen yhn yns angesicht.

[200] 66 Vnd Petrus war da nyden ym palatz, da kam des hohen priesters megde eyne, 67 vnnd da sie sahe Petron sich wermen, schawet sie yhn an, vnd sprach, vnd du warest auch mit Jhesu von Nazareth, 68 Er leugnet aber vnd sprach, ich kenne yhn nit, weys auch nit was du sagist, Vnd er gieng hynaus ynn den vorhoff, vnd der han krehet, 69 Vnd die magd sahe yhn, vnnd hub aber mal an, zu sagen denen die da bey stunden, diser ist der eyner, 70 vnnd er leugnet aber mal, Vnd nach eyner kleynen weyl sprachen aber mal zu yhm, die da bey stunden, warlich du bist der eyner, denn du bist eyn Gallileer vnnd deyne sprache lautt gleych also, 71 Er aber fieng an sich zu verfluchen vnd schweren, ich kenne den menschen nitt von dem yhr saget. 72 Vnd der han krehet zum andern mal, Da gedacht Petrus an das wortt, das Jhesus zu yhm saget, ehe der han zweymal krehet, wirstu mich drey mal verleucken, vnd er hub denn an zu weynenn.

Das funfftzehend Capitel.

Matth. 27.
Luce. 23.
Johan. 18.
Unnd bald am morgen, hielten die hohen priester eynen rad mit den Elltisten vnd schrifftgelerten, datzu der gantze rad, vnd bunden Jhesum, vnd fureten yhn hyn, vnd vbirantworten yhn Pilato, 2 vnnd Pilatus fraget yhn, Bistu eyn konig [84] der Juden? Er antwort aber vnd sprach zu yhm, Du sagists, 3 vnnd die hohen priester beschuldigeten yhn hartt, 4 Pilatus aber fraget yhn aber mal vnd sprach, Antwortistu nichts? Sihe, wie hartt sie dich verklagenn, 5 Jhesus aber antworttet nichts mehr, also, das sich auch Pilatus verwundert.

6 Er pflegt aber yhnen auff das ofterfest eynen gefangen los zu geben, wilchen sie begereten, 7 Es war aber eyner, genant Barabbas, gefangen mitt den auffrurischen, die ym auffruhr eynen mord begangen hatten, 8 vnd das volck gieng hyn auff vnd batt, das er thett, wie er pfleget, 9 Pilatus aber antwortt yhn, wollt yhr, das ich euch den konig der Juden los gebe? 10 denn er wuste, das yhn die hohen priester, aus neyd vbir antwortt hatten, 11 Aber die hohen priester reytzten das volck, das er yhn viel lieber den Barabban los gebe.

12 Pilatus aber antwortt widderumb, vnnd sprach zu yhnen, was wollt yhr denn, das ich thue, dem, den yhr schuldiget, er sey eyn konige der Juden? 13 sie schryen aber mal, Creutzig yhn, 14 Pilatus aber sprach zu yhn, was hat er vbels than? Aber sie schryen noch viel mehr, Creutzige yhn, 15 Pilatus aber gedachte dem volcke gnug zu thun, vnd gab yhn Barabbam los, vnd geyssellte Jhesum, vnd vber antwortet yhn, das er creutzigt wurde.

[202] 16 Die kriegs knecht aber fureten yhn hyneyn ynn das richthaus, vnd rieffen zu sammen die gantze rotte, 17 vnd zogen yhm eyne purpur an, vnd flochten eyn dorne krone, vnnd setzten sie yhm auff, 18 vnd fiengen an yhn zu grussen, Gott grus dich, lieber konig der Juden, 19 vnd schlugen yhm das heubt mit dem rhor, vnd verspeyten yhn, vnd fielen auff die knye, vnd beteten yhn an.

20 Vnd da sie yhn verspottet hatten, zogen sie yhm die purpur aus, vnd zogen yhm seyne eygen kleyder an, vnnd fureten yhn aus, das sie yhn Creutzigeten, 21 vnd zwungen eynen, der fur vber gieng, mitt namen Simon von Cyrene der vom feld kam, der eyn vater war Alexandri vnd Ruffi, das er yhm das creutze truge, 22 vnd sie brachten yhn an die stett, Golgatha, das ist verdolmatscht, scheddelstet, 23 vnd sie gaben yhm vermyrrheten weyn zu trincken, vnd er nams nicht zu sich.

24 Vnd da sie yhn creutzigt hatten, teyleten sie seyne kleyder, vnd worffen das los drumb, wilcher was vbirkeme, 25 Vnd es ware vmb die dritte stund, vnd sie creutzigeten yhn, 26 Vnd es war die vbirschrifft seyner vrsach oben vbir yhn geschrieben, nemlich, Eyn konnig der Juden, 27 vnd sie creutzigten mit yhm tzween morder, eynen zu seyner rechten vnd eynen zur lincken, 28 vnnd die schrifft ist erfullet, die da sagt,Jsai. 53. Er ist vnter die vbeltheter gerechnet.

29 Vnd sie giengen fur vber, vnd lesterten yhn, vnd schuttelten yhre hewbt, vnd sprachen, Pfu dich, wie feyn zu brichstu den tempel, vnd bawist yhn ynn dreyen tagen, 30 hilff dyr nu selber vnd steyg erab vom creutz, 31 Des selben gleychen, die hohen Priester verspotten yhn vnternander, sampt den schrifftgelerten [85] vnd sprachen, Er hatt andern geholffen, kan yhm selber nit helffen, 32 Ach des Christus vnd des konigs von Jsrael, Erst steyge nu von dem creutze, das wyr sehen vnd glewben. Vnd die mit yhm creutziget waren, schollten yhn auch.

Matth. 27.
Luce. 23.
Psal. 21.
33 Vnd da es vmb die sechste stunde kam, wart eyn finsternis vber das gantze land, bis vmb die neunde stund, 34 vnd vmb die neunde stund, rieff Jhesus lautt, vnnd sprach, Eli Eli lamma asabthani? das ist verdolmatscht, [204] meyn Gott, meyn Gott, warumb hastu mich verlassen? 35 Vnd ettlich die da bey stunden, da sie das horeten, sprachen sie, sihe, Er rufft dem Elias, 36 da lieff eyner vnnd fullet eynen schwam mit essig, vnnd steckt yhn auff eyn rhor, vnd trenckt yhn, vnd sprach, Hallt, last sehen, ob Elias kome vnd nehm yhn abe.

Matth. 27.
Luce. 23.
Johan. 19.
37 Aber Jhesus schrey laut, vnnd gab den geyst auff, 38 vnnd der vorhang ym tempel zu reysß ynn zwey stuck, von oben ann bis vnden aus. 39 Der hawbtman aber der da bey stund gegen yhm vber, vnd sahe, das er mit solchem schrey den geyst auff gab, sprach er, warlich diser mensch ist Gottis son gewesen. 40 Vnnd es waren auch weyber da, die von ferne solchs schaweten, vnter wilchen war Maria Magdalena, vnd Maria des kleynen Jacobs vnd Joses mutter, vnd Salome, 41 die yhm auch nach gefolget hatten, do er yn Gallilea war, vnd gedienet, vnnd viel andere, die mit yhm hynauff gen Jerusalem gangen waren.

42 Vnd am abent, die weyl es der rust tag war, wilcher ist, der vorsabbath, 43 kam Joseph von Arimathia, eyn ehrbarer Rads herr, wilcher auch warttet auff das reych gottis, der gieng thurstig hyneyn zu Pilato, vnd batt vmb den leychnam Jhesu, 44 Pilatus aber verwunderte sich, das er schon todt war, vnnd rieff dem hewbtmann, vnnd fragt yhn, ob er langist gestorben were, 45 vnd als ers erkundet von dem hewbtman, gab er Joseph den leychnam, 46 vnd er kaufft eyn linwad, vnd nam yhn ab, vnd wickelt yhn ynn die linwad, vnnd legt yhn ynn eyn grab, das war ynn eynen fels gehawen, vnd welltzet eynen steyn fur des grabis thur, 47 aber Maria Magdalena vnnd Maria Joses schaweten zu, wo er hyn gelegt wart.

Das Sechtzehend Capitel.

Matth. 28.
Luce. 24.
Johan. 20.
Vnnd da der Sabbath vergangen war, kaufften Maria Magdalena vnd Maria Jacobi vnnd Salome specery auff das sie kemen, vnd salbeten yhn, 2 vnnd sie kamen zum grabe an eynem sabbather seer frue, da die sonne auff gieng, 3 vnd sie sprachen vnternander, wer walltzet vns den steyn von des grabis thur? 4 vnd sie sahen da hyn, vnd wurden gewar, das der steyn abgeweltzet war, denn er war seer gros, 5 vnnd sie giengen hyneyn, ynn das grab, vnd sahen eynen iungling zur rechten hand sitzen, der hatte eyn lang weysß kleyd an, vnd entsatzten sich.

[206] 6 Er aber sprach zu yhnen, Entsetzt euch nicht, yhr sucht Jhesum von Nazareth den gecreutzigten, Er ist aufferstanden, vnd ist nicht hie, [86] Sihe da, die stete, da sie yhn hyn legten, 7 gehet aber hyn, vnd saget seynen iungern, vnd Petro, das er fur euch hyn ynn Gallilean gehen wirt, da werdet yhr yhn sehen, wie er euch gesagt hat. 8 Vnd sie giengen schnell eraus, vnd flohen von dem grabe, denn es war sie zittern vnnd entsetzen an komen, vnd sagten niemant nichts, denn sie waren furchtig.

9 Jhesus aber, da er aufferstanden war frue am ersten tag der Sabbather, erscheyn er am ersten der Maria Magdalene, von welcher er sieben geyster aus trieben hatte, 10 vnd sie gieng hyn vnd verkundigts denen, die mit yhm gewesen waren, die da leyde trugen vnd weyneten, 11 vnd die selbigen, da sie horeten, das er lebet vnd were yhr erschynen, glewbten sie nicht, 12 Darnach, da zween aus yhnen wandelten, offenbart er sich, vnter eyner andern gestallt, da sie auffs feld giengen, 13 vnd die selbigen giengen auch hyn, vnnd verkundigeten das den andern, den glewbten sie auch nicht.

14 Zu letzt, da die eylffe zu tisch sassen, offenbart er sich, vnnd schallt yhren vnglawben, vnd yhres hertzen hertickeyt, das sie nit glewbt hatten, denen, die yhn gesehen hatten aufferstanden, Luce. 24.15 vnd sprach zu yhnen, gehet hyn, ynn alle wellt, vnnd predigt das Euangelion, aller Creaturn, 16 wer do glawbt vnnd taufft wirt, der wirt selig werden, wer aber nicht glewbt, der wirtt verdampt werden.

17 Die zeychen aber, die do folgen werden, denen, die do glawben, sind die, ynn meynem namen werden sie teuffell aus treyben, mitt newen zungen reden, 18 schlangen vertreyben, vnnd so sie etwas todtlichs trinken, wirts yhn nicht schaden, auff die krancken werden sie die hende legen, so wirts besser mit yhn werden.

19 Vnd der herre, nach dem er mit yhn geredt hatte, wart er auff gehaben gen hymel, vnd hat sich zur rechten hand gottis gesetzt, 20 Sie aber giengen aus, vnd predigten an allen ortten, vnd der herre wirckte mit yhn, vnd bekrefftiget das wortt, durch mitt folgende zeychenn.

Ende des Euangeli Sanct Marcus.

  1. Vielleicht liegt hier ein Druckfehler vor. Alle späteren Ausgaben bieten das.
  2. Vielleicht liegt hier ein Druckfehler vor. Fast alle späteren Ausgaben bieten schwyegen.
  3. Druckfehler im Original: wurtz l. Hier nach WA.DB korrigiert.
  4. Druckfehler im Original: gesteyni hte. Hier nach WA.DB korrigiert.
  5. Druckfehler im Original: yher. Hier nach WA.DB korrigiert.
  6. Vielleicht liegt hier ein Druckfehler vor. Alle späteren Ausgaben bieten nach.
  7. Druckfehler im Original: a in hatte auf dem Kopf gestellt. Hier nach WA.DB korrigiert.
  8. Vielleicht liegt hier ein Druckfehler vor. Alle späteren Ausgaben bieten yhr.
  9. Nach WA.DB hier fälschlich ein Druckfehler im Original: versawbern.
  10. Druckfehler im Original: yhr. Hier nach WA.DB korrigiert.
  11. Erst hier (in 9,2) beginnt Luther Das neund Capitel entgegen seiner eigenen Vorlagen.
  12. 11,26 fehlt in allen Ausgaben. Dieser Vers fehlte im Griechischen, steht aber in der Vulgata. Luther folgt seiner Vorlage und lässt den Vers unübersetzt.
  13. Vielleicht liegt hier ein Druckfehler vor. Alle späteren Ausgaben bieten wirt.
  14. Druckfehler im Original: Wort fehlt. Hier nach WA.DB korrigiert. Vgl. die Correctur am Ende.
  15. Druckfehler im Original: gutt hun. Hier nach WA.DB korrigiert.
  16. Druckfehler im Original: verrihete. Hier nach WA.DB korrigiert.