Der Blutflecken an der großen Mühle in Budissin

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Textdaten
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Autor: Johann Georg Theodor Grässe
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Titel: Der Blutflecken an der großen Mühle in Budissin
Untertitel:
aus: Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen, Band 2. S. 127–128
Herausgeber:
Auflage: Zweite verbesserte und vermehrte Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1874
Verlag: Schönfeld
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Erscheinungsort: Dresden
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Originalherkunft:
Quelle: Google-USA* und Commons
Kurzbeschreibung:
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[127]
742) Der Blutflecken an der großen Mühle in Budissin.
Ziehnert Bd. III. S. 269. Anders bei Gräve S. 124.

Am Fuße des Proitschenberges nahe am rechten Ufer der Spree liegt die sogenannte große Mühle mit sechszehn Gängen. An ihrer Mauer oben, nicht weit unter dem Dachgesimse, sieht man eine Menge Blutflecken, von denen die Sage Folgendes erzählt:

Als die Mühle gebaut ward, traf der Bauherr mit dem Teufel eine Uebereinkunft, nach welcher der Teufel sich verpflichtete, dem Müller beim Baue zu helfen, der Müller aber dem Teufel das Privilegium einräumte, auf dem 16ten Gange Pferdeäpfel zu mahlen und zwar, ohne daß ihn Jemand dabei stören sollte. Als nun die Mühle mit Teufelshilfe fertig war, schüttete der Müller auf 15 Gänge Getreide, und der [128] Teufel auf seinen 16ten Pferdeäpfel. So hatten sie es lange Zeit in gutem Frieden getrieben, als der Müller einen neuen Knappen annahm, welcher ein vorwitziger und unfolgsamer Geselle war. Denn obgleich es ihm der Meister streng verboten, schüttete er dennoch auf den 16ten Gang Getreide und schmälerte das Recht des Teufels. Dieser aber mochte es nicht leiden und ward zornig, faßte den Mühlknappen und warf ihn zur Strafe außen an die Mauer, so daß er alsbald todt blieb, die Blutflecken aber, welche sein zerschmetterter Körper hinterließ, lassen sich durch nichts wegbringen.