Der Vorsatz

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Autor: Wilhelm Friedrich Hermann Reinwald
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Titel: Der Vorsatz
Untertitel:
aus: Thalia – Erster Band,
4. Heft (1788), S. 1–2
Herausgeber: Friedrich Schiller
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1788
Verlag: Georg Joachim Göschen
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: UB Bielefeld = Commons
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[1]

I.

Der Vorsatz.




Tu fi ex animo velis bonum
Addas operam – sola Cadaver est voluntas.

Plautus.





Scheu nicht die Löwen um den Tron
     Fortunens – Schwinge dich beherzt auf seine Stuffe,
Und harre nicht in stolzer Trägheit, Sohn,
     Bis dich der Mund der Göttin rufe.

5
Was nüzt dir forschender Verstand

     Der in den Weltlauf sieht und deine Pflicht erkennet,
Eroberst du nicht kühn die Felsenwand,
     Die Wollen und Vollbringen trennet?

[2]

Du schwebst durch immer gleichen Raum

10
     Von deinem Ziel entfernt im Strudel der Gedanken,

Dein schlaffes Herz träumt einen frommen Traum,
     Du schlummerst in der Tugend Schranken.

Die Gottheit wendet ungerührt
     Ihr Ohr von dem, der müßig zu ihr schreiet,

15
Und auf der Bahn des Elends sich verliert,

     Weil ihn ein kühner Schritt gereuet.

Ihm folget das Verderben nach;
     Verachtung und der Spott gekrönter jüngrer Brüder:
Er sieht, umringt von Dürftigkeit und Schmach,

20
     Mit Grauen in die Zukunft nieder.


Ihn stürzet in die frühe Gruft
     Verzweiflung. Sterben tönt wie Donner seinen Ohren.
Er ächzt, wenn ihn die lezte Stunde ruft:
     „O würd ich wieder neu gebohren!“


Reinwald.