Der gespenstige Ochse bei Horka (Grässe)

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Textdaten
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Autor: Johann Georg Theodor Grässe
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Titel: Der gespenstige Ochse bei Horka
Untertitel:
aus: Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen, Band 2. S. 265–266
Herausgeber:
Auflage: Zweite verbesserte und vermehrte Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1874
Verlag: Schönfeld
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Erscheinungsort: Dresden
Übersetzer:
Originaltitel:
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Originalherkunft:
Quelle: Google-USA* und Commons
Kurzbeschreibung:
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[265]
851) Der gespenstige Ochse bei Horka.

Bei Horka ist sowie bei Görlitz eine Hügelreihe, welche sich von Westen nach Süden hinzieht, unter dem Namen: „die Weinberge“ bekannt. Die Benennung derselben soll sich davon herschreiben, daß vor Zeiten auf diesen Bergen ein Schloß gestanden, wo man Wein geschenkt hat. Weit und breit sind Leute hierher zu Wein gegangen und gefahren, wo es dann geheißen hat: „wir fahren auf die Horkschen Berge zu Weine.“ Die Horkschen Unterthanen haben auch alljährlich einen gewissen Geldzins, sowie einen gemästeten Ochsen dahin entrichten müssen. Ein solcher Ochse geht dort noch jetzt um: der Ochsenknecht auf dem Dominio Ober-Horka, Herrmanschen Antheils, ein Mensch von 17 bis 18 Jahren, hat ihn vor einigen 30 Jahren gesehen, als er gegen Abend die Ochsen hütete. Etliche Abende hinter einander erschien ihm nämlich ein Ochse, von Farbe ganz weiß. Als der Knecht vor Furcht nicht mehr allein austreiben wollte, so ging der Dominialpächter, der Jäger und mehrere Andere mit Flinten bewaffnet mit. Da nun der Ochse, wenn man spricht, sich wieder entfernt, so hatte [266] man dem Ochsenknecht gesagt: „wenn der Ochse kommt, so laß nur die Peitsche fallen“. Als dies geschieht, aber die Uebrigen keinen Ochsen sehen, so frägt der Begleiter, wo denn der Ochse wäre? „Dort kehrt er wieder um, und geht jetzt gerade über die Brücke weg“, antwortete der Knecht. Sie mußten also unverrichteter Sache nach Hause gehen.