Die Baumwollenspinnerei von B. G. Erckel in Harthau

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Titel: Die Baumwollenspinnerei von B. G. Erckel in Harthau
Untertitel:
aus: Album der Sächsischen Industrie Band 1, in: Album der Sächsischen Industrie. Band 1, Seite 38
Herausgeber: Louis Oeser
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1856
Verlag: Louis Oeser
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Erscheinungsort: Neusalza
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Album der Sächsischen Industrie Band 1 0071.jpg

Baumwollspinnerei von B. G. Erckel in Harthau.

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Die Baumwollenspinnerei von B. G. Erckel in Harthau.
(Mit Abbildung.)


Wir wandern von Chemnitz, der Metropole von Sachsens Industrie, auf der Annaberger Chaussee fort und gelangen nach einer und einer halben Stunde nach dem in einem tiefen Thal an dem Würschnitzbach schön gelegenen Dorfe Harthau, welches jetzt mit ein Hauptsitz des Fabrikwesens geworden ist und den Beweis giebt, wie rasch sich die Bevölkerung an einem Orte hebt, wo der Gewerbfleiß kräftig aufsproßt, blüht und Früchte trägt. Ohngefähr 1790 begannen hier die ersten Anfänge des Fabrikwesens und damals zählte dieser Ort kaum vierzig Häuser mit höchstens 300 Einwohnern, während er jetzt neun und neunzig bewohnte Gebäude mit 1257 Einwohnern umfaßt und ein rüstiges, reges Leben überall herrscht.

Hier liegt an den Ufern der Würschnitz eine der ersten Baumwollenspinnereien Sachsens, welche zu Anfang dieses Jahrhunderts von den Gebrüdern Bernhard begründet wurde und, ihren Besitzer mehrmals wechselnd, sich immer mehr vergrößerte und in flotteren Betrieb kam. Gegenwärtig ist Besitzer Herr B. G. Erckel.

Richten wir unsere Aufmerksamkeit näher auf die Gebäude dieses Etablissements und deren Bestimmung, so finden wir:

ein Hauptgebäude zum Betrieb der Baumwollenspinnerei;
ein Nebengebäude mit der Schmiede-, Schlosser- und Tischlerwerkstatt;
ein Nebengebäude, wo sich Stallungen und Remise befinden, und ein kleines Wohnhaus.

An diese Gebäude schließen sich einige Obst- und Baumgärten.

Das Etablissement umfaßt allein die Baumwollenspinnerei und ist das Haupterzeugniß baumwollenes Strumpfgarn, welches seinen mehrsten Absatz nach Chemnitz und dessen Umgegend findet.

Die Maschinen der Spinnerei haben 200 Pferdekraft und werden dieselben durch Wasser- und Dampfkraft zugleich getrieben. Die Zahl der hier fortwährend beschäftigten Leute beträgt 200, als: 3 Comptoiristen, 9 Maschinisten, 140 erwachsene Fabrikarbeiter, 5 verschiedene andere Arbeiter und 43 Kinder.