Die Kaisereiche zu Eppelborn

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Textdaten
<<< >>>
Autor:
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Die Kaisereiche zu Eppelborn
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 8, S. 148
Herausgeber: Adolf Kröner
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1886
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Leipzig
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
KaiserEiche Eppelborn.jpg
Bearbeitungsstand
korrigiert
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite


[148] Deutschlands merkwürdige Bäume. Nr. 6. Die Kaisereiche zu Eppelborn. Unsere Altvordern huldigten mit Vorliebe der Sitte, in den Kronen breitästiger Bäume Bänke und Tische auszuschlagen und dort in freier Luft in der natürlichen Laube geselligen Freuden sich hinzugeben. An Dorffesten thronte in solchen Linden und Eichen die Musik und ließ von dem hohen Podium ihre rhythmischen Klänge zum Tanze der Jugend erschallen. Daß diese Sitte noch nicht ganz vergessen wurde, beweißt uns die originelle Eiche zu Eppelborn im Regierungsbezirke Trier, die in jüngster Zeit zu jener merkwürdigen und interessanten Schöpfung umgestaltet wurde, die uns die nebenstehende Abbildung vorführt.

Seit den Septembertagen 1870 enthielt diese Eiche, die eine Höhe von 15,6 Meter erreicht, nur einen einfachen Tisch nebst einer Bank in ihrer Krone, bis der Bürgermeister E. Schwan in Eppelborn im Jahre 1882 die primitive Anlage zu erweitern beschloß.

Eine massive Holztreppe, die bis zur Krone hinaufführt, umgiebt jetzt den Stamm, an welchem sieben Podestböden mit Blumengeländer angebracht sind. Die Hauptsache bildet ein durch zweckmäßiges Binden und Schneiden der Aeste hergestellter, 10 Quadratmeter weiter und 3 Meter hoher Bodenraum, in dem ein Tisch, Kaffeeschrank, Spiegel und eine Bank aufgestellt sind. Als Schmuck erblickt man in ihm verschiedene in Spiritus eingesetzte Thiere und Mörser mit vollständigen Lafetten, während ein Faß, aus dem vier verschiedene Getränke verzapft werden können, praktischeren Zwecken dient. Ein Taubenschlag, Käfige mit Edelfalken und sonstigen Vögeln, ein Eichhornkasten, Wettersignale vervollständigen die bunte Ausstattung des merkwürdigen Baumes. In höchster Höhe ist noch eine Aeolsharmonika angebracht und „sendet", wie die uns vorliegende Beschreibung berichtet, „ihre melodischen Klänge ins Thal, besonders den nächtlichen Wanderer überraschend.“ Größere und kleinere Photographien der Kaisereiche zu Eppelborn sind von dem genannten Bürgermeister E. Schwan zu beziehen, der den gesammten Reinertrag aus dem Verkauf derselben für die Ortsarmen bestimmt hat.

Die Gartenlaube (1886) b 148.jpg

Die Kaisereiche zu Eppelborn.
Nach einer Photographie.

Bilder[Bearbeiten]