Die Schule des Silen

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Autor: Conrad Ferdinand Meyer
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Titel: Die Schule des Silen
Untertitel:
aus: Gedichte, S. 185.
Herausgeber:
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1882
Verlag: Verlag von H. Haessel
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Google-USA* und Scans auf Commons
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[185]

Die Schule des Silen.[WS 1]

In der schattendunkeln Laube gab Silen, der weise, Stunde,
Der ihm weich ans Knie geschmiegte Bacchus[WS 2] hing an seinem Munde,
 Lieblich lauschend.

Unter seinem krausen Barte lachte freundlich der Ergraute,

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Da er in das milde Feuer junger Götteraugen schaute,

 Dann begann er:

„Kind, betrachte dieses Antlitz, die gedankenschweren Lider!
Kind, in jedem greisen Zecher ehre du die Züge wieder
 Deines Lehrers.

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Oft, wo die Veliten[WS 3] wankten, jene prahlerischen Knaben,

Sind es die Triarier[WS 4], Liebling, die das Feld behauptet haben
 Unerschüttert!

Wenn auf Chios mit dem Mädchen theilt den Becher der Ephebe,
Laß sie nippen, laß sie kosen – mit der vollsten Schale schwebe

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 Du vorüber.


Lenke deine götterleichten Schritte zu Homer dem alten,
Netze seine heil’gen Lippen, glätte seiner Stirne Falten,
 Wunderthäter!

Lös ihm jeder Erdenschwere Fessel mit der Hand, der milden,

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Fülle du des Blinden Auge mit unsterblichen Gebilden,

 Ewig schönen!“


Anmerkungen (Wikisource)

  1. Sagengestalt in der griechischen Mythologie
  2. Beinamen des Dionysos, Gott des Weines und des Rausches
  3. römische Soldatenformation, die mit Geplänkeln Schlachten einleiteten
  4. römische Eliteeinheiten