Die Wanderschaft

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Textdaten
Autor: Sophie Mereau
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Die Wanderschaft
Untertitel:
aus: Frau Auguste Pattberg geb. von Kettner. In: Neue Heidelberger Jahrbücher, Band 6, Seite 71–72
Herausgeber: Reinhold Steig
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1896
Verlag: Koester
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Heidelberg
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Internet Archive, Commons
Kurzbeschreibung:
Originaltextstelle: Badische Wochenschrift Nr. 4 vom 23. Januar 1807
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite
[71]
Die Wanderschaft.
Ein Wanderer zog ins ferne Land.

     Wohlauf!
Er führte sein Liebchen an treuer Hand.
     Wohlauf!

5
Er führt es sanft, es folgt ihm gern,

Und freundlich grüsst sie der Abendstern.

[72]

„Treu Liebchen, schau hin und fürchte nicht
     Wohlauf!
Dort drüben im Walde, dort glänzt ein Licht.

10
     Wohlauf!

Wir ziehen ein ins kleine Haus,
Und ruhen und schlafen bis morgen aus.“

„Geliebter, o lass uns nicht gehn ins Haus.
     Wohlauf!

15
Noch mag ich nicht ruhen und schlafen aus.

     Wohlauf!
Die hellen Sternlein funkeln schön,
Wir wollen weiter und weiter gehn.“

„Wir dürfen nicht gehen für und für,

20
     Wohlauf!

Treu Liebchen, sey willig und folge mir.
     Wohlauf!
Ich bin ja müd, verlang nach Ruh,
Komm Liebchen, sing mir die Augen zu!“

25
Er geht voran auf dunkelm Weg,

     Wohlauf!
Und müde betritt er den schmalen Steg.
     Wohlauf!
Er wankt und schwankt und sinkt hinab,

30
Im Strom tief unten da ist sein Grab.


Und Liebchen sitzt still im Ufergras,
     Wohlauf!
Es treibet und jagt sie, sie weiss nicht was.
     Wohlauf!

35
Sie hört das Rauschen tief und hohl.

Da wird ihr plötzlich so leicht, so wohl.

Sie schliesset die schönen Augen zu.
     Wohlauf!
Sie folget dem Lieben hinab zur Ruh.

40
     Wohlauf!

Da liegen sie im kühlen Haus
Und ruh’n und schlafen bis morgen aus.