Die weisse Jungfrau von Hüneburg

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Textdaten
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Autor: Curt Mündel
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Titel: Die weisse Jungfrau von Hüneburg
Untertitel:
aus: Volkstümliches aus dem Elsass I, in: Alemannia, Band IX, S. 33
Herausgeber: Anton Birlinger
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1881
Verlag: Adolph Marcus
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Erscheinungsort: Bonn
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Quelle: Google-USA*, Commons
Kurzbeschreibung:
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[33] 11 Die weisse Jungfrau von Hüneburg

Auf der Hüneburg, einer eine Stunde westlich von Neuweiler gelegenen Burgruine, sollen grosse Schäze verborgen sein. Oft siht man vom Kazenberge aus an den Trümmern der Burg eine Jungfrau lustwandeln, deren weisser Schleier weithin leuchtet. Ir Lieblingsaufenthalt ist ein Brunnen unterhalb einer mächtigen alten Linde. –

Dorthin fürte sie einst ein junges Mädchen aus Neuweiler, dаs in der Nähe Vih hütete. Sie zeigte ir in der Hölung des Gesteins, aus der die Quelle hervorbricht eine grosse Kiste von Gold. Auf der Kiste lag eine feurige Schlange, die den Schlüssel im Maule hielt. Bittend wis die Jungfrau darauf hin. Dem Mädchen jedoch graute und sie lief eilends davon.

Auch ein Holzhauer wurde durch die Jungfrau dahin gefürt. Aber auch er konnte seine Furcht nicht bezwingen und auch er floh. Da seufzte die Jungfrau laut und klagte: „Wehe mir, jezt ist die Erlösung noch weit! Nach 50 Jaren wird der Wald hier gefällt werden. Dann wird ein Holzhauer einen Apfel verzeren, aus dessen einem Kerne ein statlicher Baum erwachsen wird. Gefällt wird aus seinem Holze eine Wige gezimmert werden. Das erste Kind, das darin ruht wird mich erlösen.“