Die wilde Jagd im Schwarzwalde

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Textdaten
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Autor: Eduard Brauer
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Titel: Die wilde Jagd im Schwarzwalde
Untertitel:
aus: Die Volkssagen der Stadt Freiburg im Breisgau S. 95-96
Herausgeber: Heinrich Schreiber
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1867
Verlag: Franz Xaver Wrangler
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Erscheinungsort: Freiburg
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Originalherkunft:
Quelle: UB Freiburg und Commons
Kurzbeschreibung:
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[95]
53. Die wilde Jagd im Schwarzwalde.


Im Schwarzwald tief, im wilden Grund
Bei’m alten Felsgemäuer,
Dort, wo die Burg des Grafen stund,
Der mit der Hölle lebt’ im Bund,

5
Ist’s nächtlich nicht geheuer.


Im Herbst, an Sanct Hubertusfest,
Wenn dicht sich schwärzt der Himmel,
Und scheu das Käuzchen sucht sein Nest,
Erwacht im Forst gen Ost und West

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Ein wundersam Gewimmel.


Vom Kandel her ertönt ein Horn;
Der Wild’rer sieht mit Grauen,
Hinjagend über Heck’ und Dorn
Vier Reiter, ohne Zaum und Sporn,

15
Entsetzlich anzuschauen.


Gerippe sind’s, die allesammt
Auf Sechzehnendern hocken;
Vom Burgherrn grausam einst verdammt,
Weil sie zu rascher That entflammt

20
Verbot’ner Waidlust Locken.


Mit Keul’ und Armbrust, Schwert und Speer
Durchstürmt die düstre Heide
Das hirschberittne Todtenheer;
Voran zu Fuß und keuchend schwer

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Ein Greis im Jägerkleide.
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Heia! Hussah! Nicht Stock noch Stein
Hält auf das grause Hetzen.
Die Hirsche schnauben lustig drein,
Und schaurig klappert das Gebein,

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Wenn über’n Strom sie setzen.


Und wenn erschöpft der Alte sank,
Zerfetzt vom Dorngesträuche,
Wird ihm gereicht zum Labetrank
Ein Becher Bluts als Waidmannsdank,

35
Und neu beginnt die Scheuche.


Heia! Hussah! frisch auf Gesell!
Den ungestümen Mahnruf
Begleiten Peitsch’ und Hundgebell
Und weiter geht’s zweidoppeltschnell,

40
Bis fern erklingt ein Hahnruf.


Wie Wellenschaum im Meeresschlund
Versinkt die Schaar im Boden,
Und bebend zeugt des Wild’rers Mund:
Das ist die Jagd im wilden Grund,

45
Die wilde Jagd der Todten.
(Ed. Br.)