Friedrich Barbarossa und Konradin

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Textdaten
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Autor: Aloys Schreiber
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Titel: Friedrich Barbarossa und Konradin
Untertitel:
aus: Wünschelruthe - Ein Zeitblatt. Nr. 9, S. 36
Herausgeber: Heinrich Straube und Johann Peter von Hornthal
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1818
Verlag: Vandenhoeck und Ruprecht
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Erscheinungsort: Göttingen
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Originalherkunft:
Quelle: Scans auf Commons
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Friedrich Barbarossa und Konradin[1]

     In des Berges tiefstem Raume
Kayser Barbarossa sitzt,
Und aus einem schweren Traume
Hebt er seine Augen itzt.

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     „Will der Rabenschwarm nicht weichen,

Ist noch die Erlösnng fern?
Muß mich das Gekrächz erreichen
Mitten in der Erde Kern?

     Nie hab’ ich den Laut vernommen

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In der ewig, stillen Nacht!

Will von oben Botschaft kommen?
Ist auch Gela dort erwacht?“

     Als er kaum das Wort gesprochen,
Tritt ein Heldenjüngling ein;

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Schwert und Helm sind ihm zerbrochen,

Doch umgiebt ihn heller Schein.

     Um des Jünglings Halse zeiget
Sich ein Streiflein, roth wie Blut,
Und vor Barbarossa neiget

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Er das Haupt mit düsterm Muth.


     „Jüngling, bringst mir aus dem Leben
Ein gar liebes Bild zurück!
Kannst du gute Botschaft geben?
Blüht noch meines Hauses Glück?“

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     „Unser Haus es ist gefallen,

Siehst du nicht die blut’ge Spur?
Einsam blieben in den Hallen
Unsre stummen Bilder nur.

     Nicht im schönen Siegeslaufe

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Schied ich von dem süßen Licht!

Ach, der letzte Hohenstaufe
Sank am dunkeln Hochgericht.

     Jetzt an deiner Seite schlafen
Muß ich eine lange Nacht,

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Bis die Höllenthat zu strafen

Deutschlands Volk dereinst erwacht;

     Bis die Enkel niedertreten,
Was der Erbfeind ausgesät,
Bis die Kinder stammelnd beten,

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Wenn das Schwert der Väter mäht.


     Dann erwachen wir und ziehen
Froh voran im Siegesthal,
Und die Raben draussen stieben
Hinter uns zum Leichenmahl.“

45
     Friedrich zieht den Jüngling nieder

In den Schooß zur langen Ruh,
Und die müden Augenlieder
Schliessen beide lächelnd zu.

A. Schreiber.

  1. Die Sage vom schlafenden K. Barbarossa ist bekannt genug, weniger aber seine Liebschaft mit Gela, deren Name sich in dem Namen der Stadt Gelnhausen erhalten.