Galaswinte

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Textdaten
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Autor: Conrad Ferdinand Meyer
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Titel: Galaswinte
Untertitel:
aus: Gedichte, S. 221
Herausgeber:
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1882
Verlag: Verlag von H. Haessel
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Google-USA* und Scans auf Commons
Kurzbeschreibung:
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[221]
Galaswinte.

Im Saale jubelt Hochzeit –
Die Arme vor dem Busen
Kreuzt Fredegund in Demut,
Des Königs list’ge Buhlin:

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„Ich bin die Magd und leuchte

Dem Bräutchen auf die Kammer!“
Die Alabasterampel
Mit römischen Sculpturen,
Die schwebend einst geschimmert

10
In stillem Grabesdunkel,

Trägt Fredegund in Demut
Und hellt die Hochzeitskammer,
Sie setzt die Ampel nieder
Und geht und lächelt tückisch.

15
Die zarte Galaswinte

Blickt in die weh’nde Flamme,
Die Flamme loht und flackert,
Die Ampel springt in Scherben,
Die Fürstin weint im Dunkel:

20
„Die mich gebracht aus Spanien,

Dein Kind dem Frankenkönig,
Jetzt drehst du auf dem Rosse
Im Schein der Wanderfackel
Noch einmal dich und breitest

25
Nach mir die Arme, Mutter!“