Genossenschaft deutscher Bühnenangehöriger

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Textdaten
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Autor: Arno Hempel
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Titel: Genossenschaft deutscher Bühnen­angehöriger
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 18, S. 310
Herausgeber: Ernst Keil
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1876
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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[310] Genossenschaft deutscher Bühnenangehöriger. Ende April dieses Jahres findet in Hamburg zum Vortheile der Pensionscassen ein Bazar statt. Das Unternehmen, an welchem sich namentlich die kunstliebenden Kreise der alten Hansestadt mit Eifer betheiligen, verspricht ein ebenso großartiges, wie in seinen Folgen segensreiches zu werden. Das Gabenverzeichniß ist ein glänzendes. Namentlich haben sich die Dichter und Schriftsteller Deutschlands warmherzig betheiligt. In herrlichster Fülle ist deutsches Geistesleben und deutsches Schriftthum unter den Gaben vertreten. Fast alle Namen von goldenem Klange finden sich neben den frisch und kräftig dem Höchsten zustrebenden Talenten. Was aber diesen Gaben der deutschen Dichter und Schriftsteller einen ganz besonderen Werth verleiht, ist der Umstand, daß jeder Spende eine autographische Widmung des Verfassers beigegeben ist. Abgesehen von dem Werthe der Facsimiles, sind diese Widmungen meist eigenartige Documente dichterischer Production. Wir erwähnen hier nur die herzlichen Verse Holtei’s, die wir leider des beschränkten Raumes wegen nicht mittheilen können, und Gutzkow’s freundliche Einladung, mit welcher er sein „Vom Baume der Erkenntniß“ begleitet:

„Wem dies Büchlein wird zu eigen,
Wolle mir die Gunst erzeigen:
Daß er – ich erwart’ es fest –
Wer er sei, mich wissen läßt!“ –

Nicht minder freundlich sind die Widmungen, welche neben vielen Anderen, L. Steub, Friedrich Hofmann, E. Marlitt und Klaus Groth ihren Spenden mit auf den Weg geben. Der Letztere sagt:

„Ik gröt den unbekannten Mann,
Den mal dit Bok kummt in de Hann,
Wünsch em so veel Tofredenheit,
Als in dat Bok beschreben steit.“

Scheffel macht ein höchst sinniges Eingeständniß, und Theodor Drobisch ruft dem künftigen unbekannten Besitzer seines Buches sehr bescheiden und liebenswürdig zu:

„Wer Du auch bist, der auf des Glückes Bahn
Gewinnt dies Buch, mit Nieten in dem Streite –
Spricht Dich in ihm nur eine Stelle an,
Ist der Gewinn auf meiner Seite.“

Gewiß eine prächtige Gelegenheit für den Literaturfreund und Büchereibesitzer. Wem es unter diesen „seine Verhältnisse erlauben“, der kann seine Bibliothek trefflich und eigenartig bereichern. Das „Comité für den Bazar zum Vortheile der Pensionsanstalten der Genossenschaft deutscher Bühnenangehöriger, Hamburg, St. Anscharplatz 1“ ist zu Auskunft in dieser Beziehung bereit.

Arno Hempel.