Geschichte von Kloster Heilsbronn/Die Fürstenschule. Die Prediger in Heilsbronn

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
« Heilsbronn im dreißigjährigen Kriege Geschichte von Kloster Heilsbronn
Das Sonst und Jetzt bezüglich des religös-sittlichen Volkslebens und der Armenversorgung »
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Wikisource-logo.png [[{{{WIKISOURCE}}}|{{{WIKISOURCE}}} in Wikisource]]
Nach Wikipedia-Artikel suchen
Für eine seitenweise Ansicht und den Vergleich mit den zugrundegelegten Scans, klicke bitte auf die entsprechende Seitenzahl (in eckigen Klammern).
[92]
Elfter Abschnitt.
Die Fürstenschule,
i. J. 1655 wieder eröffnet, i. J. 1736 aufgehoben
und nach Ansbach und Bayreuth verlegt.
Die Prediger in Heilsbronn
in dieser Periode, Nr. 15 bis 21.

Die Wiedereröffnung der Fürstenschule wurde schon während des 30jährigen Krieges (s. oben Abschn. X) projektirt, aber wegen gänzlicher Mittellosigkeit erst im 7. Jahre nach dem Friedensschluß vollzogen. Anstatt der früheren vier Lehrer konnten nur zwei angestellt und besoldet, anstatt der früheren 100 Schüler nur 48 ausgenommen werden; weiter reichten die vorhandenen Mittel nicht. 1654 wurden für Lehrer, Schüler und das weiter erforderliche Personal die nöthigen Räumlichkeiten hergestellt und die nöthigen Furnituren angeschafft. Nach 24jähriger Unterbrechung wurde die Schule am 30. Januar 1655 durch die von beiden Markgrafen kommittirten Räthe wieder eröffnet. Der bayreuthische Regierungsdirektor Georg Rittershausen erinnerte in seiner im Kapitol gehaltenen, später im Druck erschienenen lateinischen Introduktionsrede an das, was Heilsbronn während des Krieges erlitten (tamen bona pars bibliothecae vel in repositoriis immota remansit, vel alio transferri potuit, et sarta tecta servata). Dann folgt eine Aufforderung, Gott zu danken, der dennoch gnädig gewaltet und eine völlige Zerstörung abgewendet habe, so daß nun die Schule wieder eröffnet werden [93] könne. Groß seien die Verdienste Schopper’s um Wissenschaft und Religion gewesen, aber weit größer noch die der brandenburgischen Fürsten, zumal der jetzt lebenden. In der darauf folgenden Apotheose sind die Charaktere der Fürsten nicht immer wahrheitsgetreu gezeichnet. Dasselbe gilt von einem Anhang, in welchem Rittershausen von den in Heilsbronn begrabenen oder portraitirten Burggrafen, Kurfürsten und Markgrafen handelt und die Inschriften auf ihren Grabdenkmalen oder Bildern bespricht. Besonders verbreitet er sich über den Markgrafen Albrecht Alcibiades, dessen Leben (vita heroica et principe christiano digna, cuivis exoptanda) und Tod unter Mittheilung des Berichts, welchen der Pfarrer Heerbrand in Pfortsheim über die letzten Lebensmomente des Markgrafen gab (s. Hocker, Ant. S. 13). Rittershausen vertheidigt diesen gegen die schweren Beschuldigungen seiner Feinde und beruft sich dabei auf das günstige Zeugniß des Doktors L. Fuchs, welcher den Markgrafen, 17 Jahre alt, ärztlich behandelt hatte und ihm späterhin ein medizinisches Buch dedizirte. Fuchs rühmt die Hochherzigkeit des Kurfürsten Albrecht Achilles, der Markgrafen Friedrich und Kasimir, und dann besonders des jungen Albrecht Alcibiades humanitas, lenitas et mansuetudo, wegen welcher Tugenden er als Knabe allgemein geliebt worden sei. Er preist seine von dem gelehrten Ch. Pistorius ihm eingeflößte Frömmigkeit und versichert: Albrecht sei versöhnlich, fern von Grausamkeit und Tyrannei gewesen, habe große Fortschritte im Lernen gemacht und würde noch größere gemacht haben, wenn er nicht zwei gelehrte Lehrer durch den Tod verloren hätte. (S. Beitr. S. 149–172.)

Mehlführer, der letzte Titularabt, war 1640 während des Krieges in Ansbach gestorben. Die Abtsstelle wurde wegen Mittellosigkeit nicht mehr besetzt. Leiter der Fürstenschule sollte künftig der Rektor sein, vorerst der Konrektor, da wegen Mittellosigkeit ein Rektor noch nicht angestellt werden konnte. Eine Rektorsbesoldung wurde erst nach vier Jahren ausgemittelt. Bis dahin fungirten an der Schule nur zwei Lehrer: M. Mart. Clem. Coeler, als Konrektor, und M. J. Ad. Faber als Kollaborator [94] und Kantor. Die untersten Schüler informirte der in Heilsbronn bereits anwesende deutsche Schulmeister Ch. Clemm. 1659 war die Rektorsbesoldung (180 fl.) regulirt; der bisherige Konrektor Coeler wurde Rektor, der bisherige Kantor Faber wurde Konrektor, das Kantorat erhielt Erh. Precht aus Krailsheim. Die 48 Zöglinge, mit welchen die Schule eröffnet wurde, waren folgende: A. In der Oberklasse: 1. Schuster, Mtth. aus Ansbach. 2. Börner, Friedr. von Bayreuth; trat aus. 3. Coeler, Ph. Albi von Krailsheim. 4. Hofmann, Gg. Hein. von Hof. 5. Beer, Ph. Ch. von Krailsheim. 6. Schreiber, Wil. And. von Bayreuth; trat aus. 7. Weinrich, J. B. aus Krailsheim. 8. Schaumann, Lor. von Bayreuth. 9. Krug, Hein. von Kulmbach. 10. Barthelmes, J. Kasp. von Krailsheim. 11. Metzger, Dan. von Kulmbach. 12. Weiß, J. Wil. von Krailsheim. 13. Hornberger, Kon. Hein. von Krailsheim. 14. Kopp, J. von Kulmbach. 15. Dietrich, Lor. L. von Mainbernheim. 16. Goldner, Ant. Ad. von Hof. 17. Frieß, G. Chph. von Uffenheim; 1659 relegirt. 18. Halbmayer, J. von Mainbernheim. B. In der Mittelklasse: 19. Schweigherr, J. Ch. von Ansbach. 20. Krauß, A. Mth. von Kulmbach. 21. Krehe, Nik. F. von Uffenheim. 22. Mayer, J. Jak. von Bayreuth; trat aus. 23. Kolb, J. Fr. von Langenzenn; relegirt. 24. Engelmann, J. G. von Bayreuth. 25. Müller, Mich. von Schwabach. 26. Ellrot, J. Fried. von Wunsiedel; trat aus. 27. Wunderer, J. Ch. von Ansbach. 28. Neumann, J. G. von Hof. 29. Rabus, J. L. von Schwabach. 30. Rößler, Ad. von Wunsiedel. 31. Pfeiffer, J. G. von Ansbach. 32. Burger, G. von Hof. 33. Albinus, J. Tob. von Kulmbach; trat aus. 34. Oertel, J. Ksp. von Hohenberg. 35. Meykönig, Pet. von Feuchtwangen. 36. Brunnrath, Joh. von Wunsiedel. 37. Schwab, Mich. von Ansbach; relegirt. 38. Heidenreich, G. A. von Uffenheim. 39. Codmann, J. G. von Himmelkron. 40. Weber, J. Wolf. von Hof. C. In der Unterklasse: 41. Georgi, J. Seb. von Feuchtwangen. 42. Ernst, Euch. von Gunzenhausen; trat aus. 43. Gößwein, J. A. von Neustadt. 44. Schöner, Ph. Ch. von Ursheim. [95] 45. Eglof, J. von Geyern; relegirt. 46. Gretschmann, Dan. von Kulmbach. 47. Müller, G. von Neustadt. 48. Widmann, J. von Neustadt. Diese 48 Neulinge erhielten bei ihrem Eintritt die Weisung, genau zu befolgen, was den 100 Erstlingen bei der Schulgründung i. J. 1582 eingeschärft worden war. Jene sehr detaillirten

0Verhaltungsregeln 95
0Die 7 Prediger (Nr. 15–21) in Heilsbronn in dieser Periode 151
« Heilsbronn im dreißigjährigen Kriege Geschichte von Kloster Heilsbronn
Das Sonst und Jetzt bezüglich des religös-sittlichen Volkslebens und der Armenversorgung »
Wikisource-logo.png [[{{{WIKISOURCE}}}|{{{WIKISOURCE}}} in Wikisource]]
Nach Wikipedia-Artikel suchen
Für eine seitenweise Ansicht und den Vergleich mit den zugrundegelegten Scans, klicke bitte auf die entsprechende Seitenzahl (in eckigen Klammern).