Geschichte von Kloster Heilsbronn/Hirschlach

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23. Hirschlach,

Hirzela, Kirchdorf, früher Filial von Ornbau, dann von Merkendorf. In den heilsbronner Urkunden findet sich keine Hindeutung auf Edelleute, welche Herren von Hirschlach geheißen, dort eine Burg bewohnt und eine Kapelle, die jetzige Kirche gebaut haben sollen. Die beiden heilsbronner Äbte Heinrich und Friedrich von Hirschlach (s. dort) waren zuverlässig nicht adeligen Geschlechts, sondern Bauernsöhne aus Hirschlach. Gleichwohl wurde behauptet, [450] daß in nichtheilsbronnischen Urkunden Herren von Hirschlach, adelige Vasallen der Bischöfe von Eichstätt, als Zeugen genannt werden. Es unterliegt aber wohl keinem Zweifel, daß die Leser dieser Urkunden irrigerweise Hirschlach anstatt Hirschberg gelesen haben. Das Kloster erhielt seine ersten Besitzungen in Hirschlach durch den 9. Abt Edelwinus, laut der bei diesem Abte besprochenen päpstlichen Bulle von 1249. Ulrich von Muhr verkaufte 1311 zwei Höfe daselbst an das Kloster. Da die beiden Höfe zum Heirathsgut der Frau des Verkäufers gehörten, so verpfändete (oppigneravit) dieser dafür zwei Güter in Ornbau. Der 16. Abt Gamsfelder ließ sich 1334 den Besitz vom Lehensherrn, dem Bischof Heinrich von Eichstätt, bestätigen. Derselbe Abt kaufte von Hildebrand von Muhr 1330 „einen Hof und zwei Güter“ in Hirschlach und von Heinrich von Muhr das „Vogtsgut“ daselbst. Mangold Schenk von Arberg und Konrad Lörer verkauften 1338 einen Hof in Hirschlach an das Kloster. Dieses kaufte 1342 daselbst eine Hofrait und einen Garten und 1343 abermals eine Hofrait und einen Garten vom Gotteshaus zu Arberg. Der Ort bestand aus 22 Anwesen, von welchen 21 heilsbronnisch wurden; nur eines blieb eichstättisch. Das Kloster wurde in Hirschlach, wie überall, in Prozesse verwickelt, aber geschützt von seinen hohen Gönnern, namentlich vom Kaiser Ludwig dem Bayer, wie oben beim 14. Abt Konrad von Brundelsheim berichtet wurde. Hirschlach und Ornbau prozessirten lange miteinander über Hut und Weide auf dem Wasen zwischen Ornbau und Heglau, bis 1435 ein Vergleich geschlossen wurde.[1] Der 29. Abt Greulich (s. dort) trennte Hirschlach von Ornbau und oktroyirte 1545 die Reformation. Auf Betrieb des letzten Klosterabts Wunder (s. dort) erhielt 1573 der Pfarrer in Merkendorf einen Kaplan, welcher ihn bei der Pastorirung von Hirschlach unterstützte. Später wurde der Kaplan zweiter Pfarrer von Merkendorf und zugleich Pfarrer von Hirschlach. 1569 an einem [451] Sonnabend wurde an vier Gebäuden zugleich Feuer gelegt. Neun Unterthanen brannten ab, darunter acht heilsbronnische und ein eichstättischer. Der Abt Wunder konnte aus seinen „verrösten und verhauenen“ Wäldern das erforderliche Holz zum Wiederaufbau nicht schaffen und bat daher seine Nachbarn, den Bischof von Eichstätt, einen Herrn von Leonrod und den Markgrafen um Beihilfe; Jeder derselben lieferte bereitwillig 30–40 Baustämme. Im 30jährigen Kriege litt Hirschlach weniger, als das benachbarte, ganz eingeäscherte Heglau. 1635 waren von den 21 heilsbronnischen Unterthanen 6 am Leben, 11 gestorben, 4 weggezogen. Von den 21 Anwesen verödeten 12; nur 2 brannten ab. Von einem Schloß, das dort vorhanden gewesen und im Kriege untergegangen sein soll, geschieht in der amtlichen Erhebung der Kriegsschäden keine Erwähnung.


  1. Die erwählten Schiedsrichter waren Martin von Eib zu Sommersdorf und Gg. Elenbrunner, bischöflicher Hofmeister in Eichstätt.
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