Geschichte von Kloster Heilsbronn/Müncherlbach

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43. Müncherlbach,

Weiler bei Heilsbronn, hieß vor der Klosterstiftung vermuthlich Mistelbach (s. oben I, 9) und wurde damals von Edelleuten bewohnt. Von Schürstabischen und Vestenbergischen Edelsitzen daselbst spricht eine ohne Zweifel aus Urkunden geschöpfte Mittheilung im 4. Jahresbericht des mittelfränkischen historischen Vereins Seite 32. Die heilsbronner Urkunden reichen nur bis 1132 zurück und geben daher keinen Aufschluß über die dortigen Verhältnisse vor 1132. Daß aber das Kloster schon 1147 in Müncherlbach begütert war, ist oben I, 9 erwähnt worden. Es erwarb daselbst drei Höfe. Im 16. Jahrhundert herrschte dort, wie auf dem ganzen Klostergebiete, Rohheit. 1575 wurden haussässige Bewohner von Ruitersaw (Reutersaich) und Irlbach (Müncherlbach), als einer Diebsbande angehörig, inquirirt. Diebs- und Räuberbanden zogen Jahrzehnte lang mit Weibern und Kindern durch’s Land, gerirten sich bei Tag als Krämer, brachen des Nachts ein und zogen mit dem Raube davon. Die damaligen Territorialverhältnisse machten das Entkommen leicht. 1587 brachen 8 Männer und 2 Frauen in einem Hofe zu Müncherlbach ein. Der Bauer setzte sich mit einer Heugabel zur Wehr, wurde aber durch einen Schuß verwundet und flüchtete sich in den Taubenschlag. Die Frau wurde, da sie den Aufbewahrungsort ihrer Gelder nicht angab, mörderisch mißhandelt und in den Keller geworfen. Ein Paar von den Räubern hielt außen Wache und verhinderte jede Hilfeleistung von Seite der Nachbarn, insonderheit der Dienstbothen, die im Hofhause wohnten, aber mit dem Tode bedroht wurden bei jedem Versuch der Hilfeleistung. Nach dreistündiger Plünderung zogen die Räuber ab. 1582 herrschte Todfeindschaft zwischen einem heilsbronner und einem nürnberger Bauer im Orte. Jener erschlug diesen am Vogelhölzlein (zwischen Müncherlbach und Weiterndorf) mit einer Haue, ging dann zurück in das Dorf und rief der Frau des Erschlagenen zu: „Sie [239] möge hinaus gehen und ihren Mann in des Teufels Namen heimführen.“ 1589 war Todfeindschaft zwischen dem Wirth Fichthorn und seinem Nachbar Keil wegen einer Schuldforderung. Jener hieb diesem ein Handbeil in den Kopf, „daß man es mit ganzer Gewalt herauszuziehen gehabt.“ Prügeleien, Gassenskandale etc. kamen dort, wie allenthalben auf dem Klostergebiete, oft vor. Im 30jährigen Kriege wurde der Ort meist niedergebrannt.