Geschichte von Kloster Heilsbronn/Sauernheim

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43. Sauernheim,

Weiler bei Windsbach. 1275 kaufte der 12. Abt Rudolf (s. dort) daselbst, gleichzeitig auch in Breitenbronn, Willendorf und Neuses, Güter von dem Grafen Konrad von Oettingen und dessen Frau. Der 13. Abt Heinrich (s. dort) schloß 1282 einen Vergleich mit dem Grafen Friedrich von Truhendingen, welcher wegen jener Güter gegen das Kloster Streit erhoben hatte.[1] Im 16. Jahrhundert waren die dortigen Inwohner meist heilsbronnisch, einige markgräflich, daher bei Klagsachen stete Konflikte und kleinliche Vexationen. Der Hirt, heilsbronnisch, erhielt 1534 von einem markgräflichen Hintersassen des Ortes seine Hirtenpfründe nicht. Darüber kam es zu Schlägereien. Der Markgräfler klagte bei seinem markgräflichen Vogt zu Windsbach. Der Vogt zitirte den Hirten, welcher aber nicht erschien und seinem Lehensherrn, dem Abt Schopper, Anzeige machte, worauf der Abt dem Vogt notifizirte: „Der Hirt ist bei seinem ordentlichen Richter, beim Gericht in Merkendorf zu verklagen, wie es in unseres gnädigen Herrn Markgrafen Fürstenthum Brauch ist.“ Im vorliegenden Falle war dieser Gerichtszwang für die Unterthanen nicht sehr lästig, da Sauernheim nicht weit von Merkendorf liegt. Sehr [474] lästig war aber dieser Zwang anderwärts, z. B. im heilsbronnischen Amte Equarhofen. Hatte dort ein markgräflicher oder edelmännischer Unterthan Klage gegen einen heilsbronnischen, so mußte er quer durch den markgräflichen Gerichtsbezirk Uffenheim nach Neuhof reisen, um daselbst bei dem heilsbronnischen Gericht seine Klage anzubringen. Bei der amtlichen Erhebung in den zwei Kriegsjahren 1632/34 ergab sich Folgendes: „Der ganze Flecken steht öde, obgleich von den 11 heilsbronnischen Anwesen nur bei Hans Schörger Haus und Stadel abgebrannt sind. Von den 11 Hofbesitzern sind in diesen beiden Jahren 8 gestorben, darunter Hans Schörger, 1632 von den Reitern todtgehauen. Hans Kaufmann noch im Leben, wohnt aber zu Eschenbach.“


  1. 1317 verkaufte Peter Teufel, Bürger von Nürnberg, an das Kloster seine Güter (Gefälle) in Surheim für 164 Pfund Heller. Einen Hof daselbst besaß das Kloster Seligenpforten, verkaufte ihn aber an das Kloster Heilsbronn.