RE:Agesipolis 1

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band I,1 (1893), Sp. 805–806
Pauly-Wissowa I,1, 0805.jpg
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Agesipolis (Ἀγησίπολις). 1) Sohn des Pausanias, König von Lakedaemon, aus der Familie der Agiaden. Er ward König, als sein Vater nach der Schlacht bei Haliartos (im J. 395) in Sparta zum Tode verurteilt ward und in die Verbannung ging. Diodor (XIV 89, 1) lässt ihn Ol. 96, 3 = 394/3 zur Regierung gelangen. Da er noch minderjährig war, so ward ihm zuerst in Aristodemos ein Vormund gesetzt. Später, im J. 388 oder 387 v. Chr., führte er die Lakedaemonier bei einem grossen Angriffe auf Argos, wobei er bis an die Stadt selbst vordrang und den Argivern grossen Schaden that. Er beabsichtigte sogar, vor seinem Abzuge im Gebiete von Argos ein Castell zu errichten, soll aber durch ungünstige Vorzeichen davon abgehalten worden sein (Xenoph. Hell. IV 7, 2ff. V 1, 29ff. Paus. III 5, 7f.). Bald nach dem antalkidischen Frieden, als im J. 385 v. Chr. Mantineia völlig unterworfen werden sollte, führte er die Lakedaemonier, besiegte die Mantineer, belagerte sie und zwang sie im Winter, indem er den Fluss Ophis gegen die Stadt leitete und dadurch die Mauern zerstörte, sich zu ergeben und ihre städtische Verfassung aufzugeben. Doch gestattete A. den Führern der demokratischen Partei abzuziehen (Xenoph. Hell. V 2, 1. Diod. XV 5, 12. Plut. Pelop. 4. Paus. VIII 8, 7). Später führte er, um den Widerstand der Olynthier zu brechen, ein grosses Bundesheer dorthin, starb aber bald nachdem er Torone erobert hatte, in Aphytis, wohin er sich hatte bringen lassen, an einem hitzigen Fieber, nach 14jähriger Regierung, 380 v. Chr. (Xenoph. [806] Hell. V 3, 8ff. 18ff. Diod. XV 23, 2). Sein älterer College war Agesilaos, dessen Bedeutung er bei weitem nicht erreichte. Äusserlich scheint er zu ihm in einem erträglichen Verhältnisse gestanden zu haben; in der Politik gehörte er der entgegengesetzten Partei an. Darum erklärt es sich auch, dass Xenophon gelegentlich zwischen ihm und Agesilaos Vergleiche zieht, die für ihn nicht günstig sind (Xenoph. Hell. V 2, 3. 6. 3, 20. Plut. Ages. 20. Diod. XV 19, 4).