RE:Aglaophon

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band I,1 (1893), Sp. 824825
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Aglaophon aus Thasos, von Cicero (de or. III 26) unter den berühmtesten Malern genannt und von Quintilian (XII 10, 3) neben Polygnot als der erste Maler bezeichnet, dessen Werke nicht allein wegen ihres Alters sehenswert wären; übrigens gäbe es Leute, die den simplex color dieser beiden Künstler den viel vollkommeneren Werken der späteren Zeit vorzögen. A. ist namentlich [825] als Lehrer und Vater des Polygnot und Aristophon bekannt. Paus. X 47, 4. Plat. Ion 532e; Gorg. 448b mit Schol. Harpokr. Suid. Phot. s. Πολύγνωτος. Dio Chrysost. LV 558 b. Da er demnach in der Zeit der Perserkriege blühte, so glaubte man wegen einiger anderen Nachrichten einen zweiten gleichnamigen Künstler als Enkel des ersten annehmen zu müssen. Allein die Angabe des Plinius (n. h. XXXV 60), der ihn in die 90. O1. setzt, ist wie so manche andere desselben Schriftstellers unzuverlässig. Da jedoch von zwei Bildern des Alkibiades, welche Satyros bei Athen. XII 534d ihm beilegt, wenigstens eines von Plutarch (Alc. 16) als Werk seines Sohnes angeführt wird, so wird auch das andere demselben Künstler beigelegt werden dürfen, dessen Thätigkeit sich wahrscheinlich bis in das Jünglingsalter des Alkibiades ausgedehnt hat, und dessen Name leicht mit dem seines Vaters verwechselt werden konnte. Eines schönen Pferdes von A. gedenkt rühmend Aelian (h. a. epil.). Sonst wird nur noch erwähnt, dass er zuerst die Nike geflügelt gemalt habe. Schol. Aristoph. av. 573. Beide Nachrichten beziehen sich offenbar nur auf einzelne Figuren in grösseren Gemälden, die man nach Analogie der Arbeiten seiner Söhne wohl auch für A. anzunehmen hat. S. Brunn Gesch. d. gr. Kstl. II 13f. Bursian im Jahrb. f. Philol. LXXIII 517f. Kroker Gleichnamige griech. Kstl. 23f.