RE:Aianes

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band I,1 (1893), Sp. 925
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Aianes (Αἰάνης) nannten die Späteren den Sohn des Amphidamas, der nach Hom. Il. XXIII 86 von Patroklos in Übereilung beim Würfelspiel getötet wurde. Er hatte ein Heiligtum, das Aianeion, und eine Quelle hiess nach ihm Aianis. Strab. IX 425. Andere nannten den A. Κλεισώνυμος, Κλειτώνυμος, Κλησώνυμος; vgl. Schol. Il. XII 1 (Hellanikos). XXIII 87 (Pherekydes). XXIII 86 (Alexander Aetolus). XVI 14 (Philostephanos). Apd. III 13, 8.

Nachträge und Berichtigungen

Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band S III (1918), Sp. 63
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S. 925, 46 zum Art. Aianes:

Dieselbe Geschichte über A. erzählen auch Schol. A und D zu Hom. Il. XII 1. Dieser ist sicher keine echte Sagengestalt, sondern nur ein Rückschluß aus dem Temenos Αἰάνειον und der Quelle Αἰανίς zu Opus. Die spätere Erklärung bei Strabon kann ihn nur mit dem von Patroklos getöteten Kinde in Zusammenhang bringen, obgleich die älteste Überlieferung bei Hellanikos, Pherekydes u. a. einen ganz anderen Namen enthält. Das beweist nur, daß die Erfinder seiner Gestalt gar keine echte Überlieferung von ihm besaßen. Bursian Geogr. I 191 hat schon längst gesehen, daß wir es hier mit einer heimischen Bildung des Namens Aias zu tun haben. Aias hatte nämlich Spiele zu Opus und einen weit ausgebreiteten Kultus bei alten Lokrern und ist κατ’ ἐξοχήν der nationale Held. Auch existierten seine Abkömmlinge, die Αἰάντειοι bis ins 3. Jhdt. hinein, wie aus der merkwürdigen Inschrift, die Wilhelm mit ausführlichem Kommentar (Österr. Jahresh. XIV 163ff.) herausgegeben hat, erhellt. Nun gab es eine ‚äolische‘ (wohl lokrische) Deklinationsart, wobei es ὁ Αἴας τοῦ Αἴα τὸν Αἴαν lautete, neben der gewöhnlichen Αἴας, Αἴαντος (Choirob. I 123, 22. 24 Hilgard παρ’ Ἀλκαίῳ Αἴαν τὸν ἄριστον. Ich glaube nicht mit Bergk frg. 48, daß der Grammatiker dabei geirrt hat. Die Form Θόαν, dort angeführt, steht ganz fest, Hes. frg. 118 Rz.). Vgl. Kühner-Blass I 1, 414 b. 422 a 9. Die Lesart Αἴαν Schol. A Hom. Il. XII 1 (Αἰάνην D) ist wohl ein Schreibfehler, doch hat sie zum Teil das Richtige getroffen.