RE:Akrisios 1

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band I,1 (1893), Sp. 11961197
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Akrisios (Ἀκρίσιος). 1) Sohn des Abas und der Okaleia (Apollod. II 2, 1; vgl. 4, 1. 4) oder Aglaia (Schol. Eurip. Orest. 965), der Tochter des Mantineus, Königs von Argos. Schon im Mutterleibe mit seinem Zwillingsbruder Proitos im Streite, vertrieb er, erwachsen, diesen aus dem Reiche, musste aber nachher, als dieser von seinem Schwiegervater Iobates in Lykien (nach Anderen heisst er Amphianax) wieder zurückgeführt wurde, die Herrschaft mit ihm teilen, so dass A. Argos, Proitos Tiryns erhielt. Tiryns soll von den lykischen Kyklopen mit Mauern umgeben worden sein (Schol. Eur. Orest. 965, vgl. Strab. VIII 373). Des A. Tochter war Danaë, die, wie das Orakel sagte, einen Sohn gebären sollte, der den Vater ums Leben bringen würde. Darum liess A. sie in einem unterirdischen Gemache oder in einem ehernen Turme bewachen, wo sie aber doch, von Proitos, nach Anderen von Zeus, der sich in einen Goldregen verwandelte, geschwängert, den Perseus gebar (Pherekydes bei Schol. Ap. Rh. IV 1091; vgl. Herod. VI 53. Horat. od. III 16). A. liess das Kind samt der Mutter in einer Kiste ins Meer werfen, diese ward aber von Diktys, dem Bruder des Königs Polydektes von Seriphos, aufgefangen, der auch für die Erziehung des Knaben sorgte. Nachdem Perseus mehrere Abenteuer bestanden hatte, kehrte er mit Danaë nach Argos zurück, um den A. aufzusuchen, den er, da er aus Furcht vor dem Orakel entflohen war, beim pelasgischen König von Larissa in Thessalien (dessen Erbauer A. nach Schol. Ap. Rh. I 40 war) traf, und daselbst ohne Schuld bei Kampfspielen mit dem Diskos tötete, wodurch das Orakel erfüllt war (Apollod. II 2, 1ff.). Ziemlich übereinstimmend ist die Erzählung in den Schol. Ap. Rh. IV 1091 und bei Paus. II 16, 2. 23, 7. 25, 6. Perseus und die Larissaeer bestatteten den A. vor der Stadt und errichteten ihm ein Heroon; nach Clemens Alex. protr. p. 13, 23 Sylb. war sein Grab auf der Burg von Larissa in einem Tempel der Athene. Hyg. fab. 63 erzählt, A. sei in Seriphos, wohin er, um seine Tochter und seinen Enkel abzuholen, gegangen war, bei den für den gerade gestorbenen Polydektes angestellten Leichenspielen getötet worden. Vgl. CIG 7706. E. Gerhard Danae, ein griechisches Vasenbild, Vierzehntes Berliner Winckelmannsprogramm (Berlin 1854). Wohl identisch mit dem Vater der Danae ist der Argiver A., welcher nach dem Schol. Eurip. Orest. 1094, nachdem [1197] er den Delphern Hülfe gegen ihre Grenznachbarn geleistet, neben der durch Amphiktyon gestifteten pylaeischen Amphiktyonie und mit ihr vereinigt eine zweite zu Delphi organisiert, die an ihr teilnehmenden Staaten bestimmt und den Modus der Abstimmung und den Rechtsgang innerhalb derselben festgestellt haben soll. Vgl. Strab. IX 420. Kallim. ep. 39. O. Müller Dorier I 261. 397. Hermann-Thumser Lehrb. der griech. Antiquit. I 96, 1.