RE:Alkmaion 3

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band I,2 (1894), Sp. 1555–1556
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3) Sohn des Alkmeoniden Megakles, nach Herodot (VI 125) Gastfreund des Lyderkönigs Kroisos, durch dessen freigebige Gunst er der Begründer des Reichtums der Alkmeoniden geworden sein soll. Boeckh-Fränkel Staatsh. der Athener I 560. Die bei Herodot erzählte Geschichte ist offenbar erfunden, um den Reichtum des Geschlechtes zu begründen oder zu persiflieren. Man hat aus chronologischen Rücksichten an Stelle des von Herodot genannten Kroisos dessen Vater Alyattes substituiert, der im letzten Jahre seines Krieges gegen die Milesier eine Gesandtschaft nach Delphoi geschickt haben soll (Herod. I 19. H. Förster Die Sieger in den olympischen Spielen, Zwickau 1891, 6). Doch beruht die Tilgung des Namens Kroisos auf einem Verkennen des Charakters dieser Erzählung. Der Name Alkmeon ist sicherlich im Alkmeonidengeschlechte sehr verbreitet gewesen. Daher ist eine strenge Sonderung der an die Träger dieses Namens knüpfenden Überlieferungen schwierig und unsicher. Derselbe A., von dem Herodot die obige [1556] Geschichte erzählt, trug in Olympia einen Wagensieg davon (Herod. IV 125), nach Isokrates (XVI 25) der erste Athener, dem diese Ehre zu Teil geworden. Vgl. Pind. Pyth. VII 13. Berl. Phil. Wochenschr. 1892, 725. Ob der ἐν τοῖς Δελφῶν ὑπομνήμασι als Strateg der Athener im heiligen Kriege gegen Kirrha verzeichnete A. (Plut. Sol. 11) mit dem olympischen Sieger und angeblichen Gastfreunde des Lyderkönigs identisch gewesen, wissen wir nicht. Vgl. B. Niese Hist. Unters. für A. Schäfer (Bonn 1882) 16. Busolt Griech. Gesch. I 489. Toepffer Att. Geneal. 243. H. Förster a. a. O. 6.