RE:Andreas 11

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band I,2 (1894), Sp. 21362137
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11) Leibarzt des Königs Ptolemaios IV. (Philopator), wurde 217 v. Chr. vor der Schlacht bei Raphia versehentlich statt des Königs ermordet (Polyb. V 81). Er war Herophileer (Cels. V praef. 160 D. Soran. de morb. mul. 101) und schrieb über die Kräfte der Arzneimittel ein Νάρθηξ (Arzneikasten) betiteltes Werk (Schol. Nic. Ther. 684), das von Dioskorides περὶ ὕλης ἰατρ. praef. gerühmt wird. Diese Schrift, die auch Beschreibungen von Pflanzen und Wurzeln enthielt (Diosk. a. a. O.), ist schon frühzeitig von Serapion (200 v. Chr.) und Herakleides von Tarent (Gal. XIII 343. Cels. VIII 20, 359 D.), ferner durch Vermittelung des Sextius Niger von Plinius (XX 200. XXII 102. XXXII 87, genannt im Quellenverzeichnis für die Bücher XX–XXVIII. XXXI. XXXIII–XXXV) und von Dioskorides benützt (III 132. IV 33. 65. 117). Weitere Fragmente aus dieser Schrift stehen bei Ath. III 115e. Schol. Nic. Alex. 611. Gal. VIII 343. 735. 982. Schol. Arist. Av. 266. Cels. V 18, 7. 13. Ausserdem ist er Verfasser eines iologischen Werkes περὶ δακέτων (Ath. VII 312d. Schol. Nic. Alex. 537. Gal. XIV 180. Cael. Aur. A. M. III 9, 218), das dem Nikander bekannt gewesen zu sein scheint (Herm. XXIII 561), ferner einer gegen die Wunderbücher gerichteten Schrift (περὶ τῶν ψευδῶς πεπιστευμένων Ath. VII 312e. Schol. Nic. Ther. 823) und einer geburtshülflichen Abhandlung πρὸς Σώσιον (Sor. a. a. O.). Unzweifelhaft gehört auch die von Ath. XV 676c erwähnte Schrift περὶ στεφάνων demselben Verfasser an. Zweifelhaft ist, ob er mit dem von Galen XIX 105 genannten Ἀνδρέας ὁ τοῦ Χρυσάρους, der zu den γράψαντες [2137] τὰς ὀνομασίας τῶν φαρμάκων gehörte, und mit dem von Soran. vit. Hipp. 450, 15 W. erwähnten Verfasser einer Schrift περὶ τῆς ἰατρικῆς γενεαλογίας identisch ist, in welcher er den Hippokrates der Brandstiftung beschuldigte. Dagegen ist der Karystier, der nach Cass. Probl. phys. 58 die Entstehung des Beinfleisches aus dem Mark lehrte, schwerlich mit ihm ein und dieselbe Person. Sein Ruf war nicht über jeden Zweifel erhaben: Eratosthenes beschuldigte ihn des Plagiats und nannte ihn Βιβλιαίγισθος (Et. M. s. Βιβλιαίγισθος), und von Galen wurde er zum Gaukler und Schwindler gestempelt (Gal. XI 795f.). Augensalben von ihm kennen Celsus VI 6 und Galen XII 765, seine Maschine zum Schenkeleinrenken Cels. VIII 20. Gal. XVIII a 338f. 747. Oribas. de machinamentis 4f. Vgl. Susemihl Gr. Litt. in d. Alexandrinerzeit I 817.

Nachträge und Berichtigungen

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Band S XI (1968), Sp. 48
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S. 2136 zum Art. Andreas 11):

Z. 54: anstelle von Gal. VIII 343. 735. 982 K. muß es heißen: Gal. XIII 242. 343–345. 735.

S. 2137 Z. 14: Gal. XII 765 K. bringt keine Augensalbe von Andreas, sondern eine von Nileus, die Andreas lediglich überliefert hat.

Anmerkungen (Wikisource)

Laut R 27 vielleicht identisch mit 11a) in S XII 85–86.