RE:Apollodoros 77

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band I,2 (1894), Sp. 2897
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77) Maler aus Athen, älterer Zeitgenosse des Zeuxis, so dass die 93. Olympiade, welche Plin. n. h. XXXV 60 als Beginn seiner Thätigkeit angiebt, vielmehr das Ende derselben bezeichnet. Der Umschwung, den er in der gesamten Malerei hervorrief, beruht darauf, dass er wahrscheinlich im Anschluss an die Skenographie des Agatharchos (s. d. Nr. 14) für die colorierten Umrisszeichnungen Polygnots eigentliche Schattengebung einführte (φθορὰν καὶ ἀπόχρωσιν σκιᾶς, Plut. de glor. Ath. 2, weshalb er auch σκιαγράφος genannt wird, Schol. Il. X 265. Hesych. s. σκιά) und dadurch auf sinnliche Wirkung und Illusion hinzuarbeiten veranlasst wurde (species exprimere instituit Plin., vgl. Ο. Jahn Ber. d. sächs. Ges. 1850, 138). Damit hängt zusammen, dass er im Gegensatz zu den älteren Künstlern als der erste berühmte eigentliche Maler hingestellt wird (primus gloriam penicillo iure contulit, Plin.). Vgl. Brunn Kstlg. II 71f. und H. v. Rohden bei Baumeister Denkm. II 859. Von seinen Werken wird bei Plinius nur ein sacerdos adorans (vgl. Arch. Ztg. XXXVIII Taf. XII 1) und ein Aiax fulmine incensus zu Pergamon (vgl. R. Schöne Arch. Jahrb. V 75. M. Fränkel ebd. VI 54) genannt. Ausserdem soll er Odysseus zuerst mit dem Schifferhut gemalt haben (Schol. Il. a. O.). Ein in den Scholien zu Aristophanes Plut. 385 erwähntes Gemälde des Α., die Herakliden, lässt den Einfluss des Euripides auf die gleichzeitige Malerei erkennen (s. v. Wilamowitz Ind. lect. Gryphisw. 1882 p. X). Seiner Bedeutung war sich A. wohl bewusst, da er auf seine Werke schrieb: μωμήσεταί τις μᾶλλον ἢ μιμήσεται (Plut. a. a. O.). In einem anderen Vers hatte er nach Plin. n. h. XXXV 61 von sich und anderen Malern gesagt: artem ipsis ablatam Zeuxim ferre secum (vgl. Schneidewin Rh. Mus. VII 479f. und O. Jahn Ber. d. sächs. Ges. 1856, 284f. 291f.). Aber auch ein Epigramm eines Nikomachos (bei Hephaistion de metr. 4, 7) feierte ihn als den in ganz Hellas berühmten Künstler.