RE:Arktinos

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band II,1 (1895), Sp. 1172
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Arktinos (Ἀρκτῖνος) von Milet, zeit- und wesenloser Homeride. Im späteren Altertum sind ihm zwei Gedichte des epischen Cyklus beigelegt worden: die Aithiopis auf der Tabula Iliaca, in der Chrestomathie des Proklos (erhalten vor den Ilias-Hss. Venetus A. etc.), bei Eusebios Chron. Ol. 4, und die Iliupersis im Schol. BT Hom. Il. XI 515, bei Proklos und Eusebios (vgl. Dionys. Halic. antiq. I 69. Diomedes I 477 K.), ferner das Epos Titanomachia bei Athen. VII 277 D (vgl. I 22 C). Von antiken Gelehrten aber wurden diese Epen namenlos citiert: Schol. Pind. Isthm. III 53. Lysimachos im Schol. Euripid. Troad. 31. Schol. B Il. XXIII 295 u. a.; die Titanomachie führt Athenaeus VII 277D so an: ὁ τὴν Τιτανομαχίαν ποιήσας, εἴτ’ Εὔμηλός ἐστιν ὁ Κορίθιος ἢ ὅστις δήποτε χαίρει ὀνομαζόμενος. A. hat demnach ebensowenig wie die anderen Dichter des epischen Cyklus irgend ein Anrecht auf eines dieser Epen, sondern war, wie diese alle, ohne Gedicht und die Epen ohne Dichter überliefert. S. v. Wilamowitz Homer. Untersuch. 328ff.

Ebenso fictiv sind die chronologischen Ansätze des A. bei dem Peripatetiker Phainias von Eresos (Clem. Alex. strom. I 398 = FHG II 299), Eusebios Suidas: s. v. Wilamowitz a. a. O. 348. Vermutlich aber beruht auf urkundlicher Überlieferung die Notiz des Phainias, Lesches habe den A. in einem Wettstreite überwunden. Erfunden ist, was Suidas giebt.

Litteratur: Welcker Ep. Cykl.² I 197ff. Robert Bild und Lied 223ff. v. Wilamowitz Homer. Unters. 328ff.