RE:Arueris

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band II,2 (1896), Sp. 1487–1488
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Arueris (Ἀρούηρις Plut. Is. et Os. 12; Ἀρώηρις CIG 4716e. 4860; Ἀρόηρις CIG 4859; vgl. Πετεαρόηρις CIG 4893, Ἁρουήρωις Zeitschr. f. ägypt. Sprache XXI 160), der ägyptische Gott Ḥar-wêr (Totenbuch CXLII 3. Ztschr. f. ägypt. Sprache X 78. XXI 114), der ‚ältere Horos‘, πρεσβύτερος Ὧρος (Plut. a. a. O.), angeblich geboren am 2. Schalttage des Jahres als Sprössling [1488] der Rhea (Nut) und des Kronos (Ḳêb; vgl. ‚Ḥôr der Sohn des Ḳêb‘ Totenbuch XVII 74), nach einer andern Lehre erzeugt von Isis und Osiris, als beide noch im Mutterschosse weilten; vgl. auch Birch in Arundale-Bonomi Gallery of Antiquities I 36. Brugsch Religion u. Mythologie 530ff.; Ägyptologie 362. In A. zeigen sich noch Reste einer Verehrung des Horos, bei welcher dieser der Lichtgott κατ’ ἐξοχήν war (Totenbuch XV 34) und zu Osiris-Isis eine ganz selbständige Stellung hatte. Bei Verteilung der verschiedenen Abschnitte der Sonnenlaufbahn unter die einzelnen Sonnengottheiten hat A. den Abschnitt des Sommers zugewiesen erhalten. In den Götterlisten wird er häufig für Set eingereiht (Lepsius Erster Götterkreis 27), der aus religiösen Bedenken ausgelassen wurde. Dargestellt wird er als Sperber-Sphinx mit den beiden Königskronen auf dem Haupte (Champollion Panthéon 39a) und als Mann mit Sperberkopf und den beiden Kronen, aber auch ohne diese (Champollion a. a. O. 39. Wilkinson Manners and Customs III Taf. 29, 2. Lepsius Denkmäler III 33e). Er wurde dem Apollon gleichgesetzt (Plut. a. a. O.). Eine Inschrift von Ḳûs (Apollinopolis, CIG 4716e) ist gewidmet Ἀρωήρει θεῷ μεγίστῳ, mehrere Inschriften von Ombos (CIG 4859. 4860. Letronne Recherches p. s. à l’hist. de l’Égypte 76f.) sprechen von A. als dem θεῷ μεγάλῳ Ἀπόλλωνι, Ἀπόλλωνι θεῷ μεγίστῳ. Vgl. auch den Namen Horapollon (Parthey Personennamen 42).