RE:Boiates

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
fertig  
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Band III,1 (1897), Sp. 628
Pauly-Wissowa III,1, 0627.jpg
Linkvorlage für WP   
* {{RE|III,1|628||Boiates|[[REAutor]]|RE:Boiates}}        

Boiates. Eine in Bordeaux gefundene Inschrift erwähnt einen cives Boias, Jullian Inscr. rom. de Bordeaux nr. 45 (= Bladé Épigr. de la Gascogne nr. 140. Allmer Revue épigr. du Midi 1891, 116ff. nr. 862. CIL ΧIII 615). Da die Not. Gall. XIV 7 die civitas Boatium in Novempopulona ansetzt, ist das Volk der B., vielleicht ein Rest des grossen Stammes der Boier, in Aquitanien zu suchen (bei dem Ort Boii? s. d. Nr. 2). Eine andere Inschrift aus Bordeaux (Jullian nr. 7 Bladé nr. 139. CIL ΧIII 570), welche Hübner (Exempla script. epigr. nr. 386) der Zeit zwischen Vespasian und Commodus zuweist, lautet I(ovi} o(ptimo) m(aximo) Boi. Tertius Unagi f(ilius) ex test(amento) pon(i) iussit. Matugenus et Matutio f(ilii) curaver(unt). Das Boi. kann sehr verschieden gedeutet werden. Unwahrscheinlich ist Αllmers Auffassung, dass ‚drei Boier‘ die Dedicanten seien; Hübner ergänzt Boi(as), Holder (Altcelt. Sprachsch. s. Boii Sp. 473) Boi(cus?). Ich möchte an einen Beinamen des Gottes denken Boi(ati); vgl. Desjardins Géogr. de la Gaule II 374. O. Hirschfeld S.-Ber. Akad. Berlin 1896, 454. Zu vgl. die aquitanischen Basaboiates und Sediboviates des Plin. n. h. IV 108, sowie die Vocates Caesars. Holder a. O. s. Boiates und Boviates.

[Ihm.]

Nachträge und Berichtigungen

Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
fertig  
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Band S III (1918), Sp. 210–211
Linkvorlage für WP   
* {{RE|S III|210|211|Boiates|[[REAutor]]|RE:Boiates}}        
[Abschnitt korrekturlesen]

S. 628, 19 zum Art. Boiates:

,Es ist kaum zu bezweifeln, daß B., Bocates und Vocates nur verschiedene Formen desselben Namens sind' (Gröhler Die Entwicklung französischer [211] Orts- und Landschaftsnamen aus gallischen Volksnamen 23). Die Basis des Wortes ist darum vielleicht boc-ʿtumor, cym. bogel umbilicus (Holder s. v.; vgl. unser Bühel). Die B. wären demgemäß die ,Bühelbewohner‘. In Boii, Boiodurum und Boiae dürfte derselbe Stamm zugrunde liegen. Das Gesetz des intervokalen c-Schwundes mag schon frühzeitig eingesetzt haben.