RE:Ceutrones 1

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band III,2 (1899), Sp. 20142015
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Ceutrones. 1) Ceutrones (unrichtige Lesart Centrones, für die Glück Kelt. Namen 62 eintritt), Völkerschaft im Alpengebiet, von Caes. b. g. I 10 mit den Graioceli und Caturiges zusammen genannt (vgl. Strab. IV 204 ὑπὲρ δὲ τούτων [Σαλασσῶν] ἐν ταῖς κορυφαῖς Κέντρωνες [lies Κεύτρωνες] καὶ Κατόριγες καὶ Οὐάραγροι καὶ Ναντουᾶται καὶ ἡ Λημέννα λίμην). Durch ihr Gebiet ging die Heerstrasse aus Italien nach Lugdunum (Strab. IV 205. 208, vgl. Itin. Ant. 344ff. und die Inschrift CIL XII 107 aus dem J. 163 vias per fines Ceutronum vi torrentium eversas .... [2015] restituit, L. Aurel. Verus Aug.). Unter Claudius erhielten sie das ius Latii, Plin. n. h. III 135. Ptol. III 1, 33 legt ihre Wohnsitze in die Grajischen Alpen und nennt als ihre Städte Forum Claudii (s. d.j und Axima (Κευτρόνων ἐν Γραίαις Ἄλπεσι, Φόρος Κλαυδίου ...Ἄξιμα), also sassen sie an der Isère in den Thälern von Maurienne und Tarantaise (Savoyen). Die Bewohner von Forum Claudii (vielleicht identisch mit Axima?, O. Hirschfeld CIL XII p. 16) heissen Foroclaudienses Ceutrones, CIL XII 104. 110 (vgl. auch XII 119. 4530 und V 361* mit Ephem. epigr. V p. 246). Eine Grenzstreitigkeit inter Viennenses et Ceutronas (dieser Accus, auch auf der Tah. Peut.) wurde im J. 74 n. Chr. durch den Statthalter von Obergermanien Cn. Pinarius Cornelius Clemens reguliert, CIL XII 113 (L. Renier Rev. archéol. XVI 1859, 358ff. Desjardins Géogr. de la Gaule I 78f. II 235. Marquardt Staatsverw. I² 7. 281. 282). Aus dieser Inschrift ergiebt sich auch, dass die C. nicht zur Narbonensischen Provinz, sondern zu der der Alpes Poeninae gehörten. Die Hauptstadt der späteren provincia Alpium Graiarum et Poeninarum ist in der Not. Gall. X 1 civitas Ceutronum Darantasia (s. Darantasia). Longnon Géogr. de la Gaule au VIe siècle 429. Sonst wäre noch zu erwähnen, dass nach Plin. n. h. XI 240 der Käse der C. (Vatusicus) in gutem Ruf stand, und dass ihre Berge Erz lieferten (Plin. XXXIV 3 proximum bonitate fuit Sallustianum in Ceutronum Alpino tractu, non longi et ipsum aevi, sucessitque ei Livianum in Gallia). Die Zeugnisse für den Namen vollständig bei Holder Altcelt. Sprachschatz s. v.

[Ihm.]