RE:Chalke 2

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band III,2 (1899), Sp. 2066
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2) Chalke, Chalkeia, Chalkia (Χάλκη Thuk. VΙΙI 41. 44. 55. Inschr. Plin. n. h. V 133; Χάλκεια Skyl. peripl. 99. Strab. X 488. XIV 655. Mela II 111. Steph. Byz.; Χαλκία Theophr. hist. plant. VIII 2, 9. Plin. n. h. IV 71. XVΙΙ 31), jetzt Χάλκη] und Χάρκη) (der Einwohner heisst auf rhodischen Inschriften Χαλκήτης, auf attischen Tributlisten [CIA I 229–264] Χαλκειάτης, Χαλκεάτης), kleine Insel, 10 km. westlich von dem Vorgebirge Μονόλιθος der Westküste der Insel Rhodos gelegen, nach Strab. X 488 80 Stadien von Telos, 400 von Karpathos, von Astypalaia mehr als das Doppelte entfernt. Ch. ist bergig und steinig, die höchste Bergspitze des hohen, von Osten nach Westen streichenden Kammes erhebt sich 600 m. über dem Meeresspiegel. Das Gebirg besteht aus lauter harten Kalkfelsen. Nach Theophrastos (daraus Plin. n. h. XVII 31) gab es auf dem Inselchen einen ausserordentlich fruchtbaren Landstrich an der Nordküste. Heutzutage sind die wenigen Erzeugnisse an Weizen, Gerste, Feigen vortrefflich. Zur Zeit, da L. Ross die Insel besuchte (1844), hatten die Einwohner 6000–8000 Stück Kleinvieh, die sie auch auf den unbewohnten Nachbareilanden weiden liessen. Erdbeben haben wohl die Quellen verschüttet, von denen z. B. in der Inschrift IGIns. I 961 die Rede ist. Der Hafen befindet sich an der Südostküste, ist Rhodos zugewendet, und ihm lagert ein kleines Eiland vor. Bei Westwinden ist aber der Zugang zu ihm schwierig. Die alte Ortschaft (κατοικία gleichen Namens mit der Insel (jetzt Χάλκη oder Εμπορειόν) lag 2 km. westlich am Nordabhang des Akropolishügels, der noch beträchtliche Mauerreste zeigt. Ein Apollonheiligtum erwähnt Strab. X 488. Politisch ohnmächtig, war es jedenfalls stets Rhodos angegliedert, nach der Gründung der Stadt Rhodos war Ch. eine κτοίνα (oder mehrere κτοῖναι?) von Kamiros, aber mit einer Art Sonderstellung (Hiller v. Gaertringen IGIns. p. 158). Ein ἐπιστάτας wird von Lindos geschickt (IGIns. 844). Im J. 412 des peloponnesischen Kriegs hatten die Athener die Insel in Besitz und beunruhigten die peloponnesischen Schiffe, die vor Rhodos lagen. Die zahlreichen Gräber beschreibt L. Ross Reisen a. d. griech. Ins. III 116ff. Inschriften: L. Ross Inscr. gr. ineditae III. Hiller v. Gaertringen a. a. O. Karte 1667 der Britischen Admiralität. Woher der Name Χάλκη für die Insel stammt, ist nicht ersichtlich. Sollte er aus griechischem Sprachgut herrühren, so wären die Τελχῖνες auf Rhodos, das den dichterischen Beinamen Τελχινίς hatte, heranzuziehen.

Nachträge und Berichtigungen

Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band S XII (1970), Sp. [S_XII 148]
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[Obwohl der Verfasser des Artikels noch nicht über 70 Jahre verstorben ist († 1975), ist der Artikel gemeinfrei, da er keine Schöpfungshöhe aufweist. Näheres dazu unter w:Schöpfungshöhe. Bist du anderer Meinung, nutze bitte die Diskussionsseite dieses Artikels.][Abschnitt korrekturlesen]
S. 2066 zum Art. Chalke 2):

Neue Behandlung, Topographie, Geschichte, Inschriften, Plan, Photos Gianfranco Susini, Annuario d. sc. arch. di Atene XLI/XLII (1963/64) 247ff.