RE:Curtius 21

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band IV,2 (1901), Sp. 1867–1868
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21) Curtius Montanus wurde als junger Mann (probae iuventae, ob er bereits Senator war, erscheint unsicher) im J. 66 n. Chr. von Eprius Marcellus angeklagt, weil er detestanda oarmina verfasst habe (dagegen hielten die Freunde des Montanus Neros Eifersucht für den wahren Grund der Anklage: Montanum . . . neque famosi carminis, quia protulerit ingenium, extorrem agi). Der Senat begnadigte ihn seinem (sonst unbekannten) Vater zuliebe, jedoch unter der Bedingung, dass er der öffentlichen Laufbahn entsage (Tac. ann. XVI 28. 29. 33; die Gedichte des Montanus waren vermutlich Satiren, vgl. Nipperdey-Andresen zu XVI 28). Nach Neros Sturz scheint Montanus den Senatorenstand (wieder-)erlangt [1868] zu haben; wenigstens befand er sich zu Beginn des J. 70 im Senate. Damals beantragte er, das Andenken des Piso Licinianus zu ehren (Tac. hist. IV 40), und griff den Feind desselben, Aquilius Regulus, in leidenschaftlicher Rede an (Tac. hist. IV 42. 43). Nach einer Vermutung Heinrichs (in dessen Iuvenalausgabe) wäre er der Montanus, den Iuvenal an dem bekannten Cabinetsrat in Domitians Albanervilla (c. 83 n. Chr.) teilnehmen lässt und als Schlemmer charakterisiert (Iuv. IV 107 Montani quoque venter adest abdomine tardus. 131ff. nulli maior fuit usus edendi tempestate mea; Borghesi Oeuvres V 523 dachte an T. Iunius Montanus cos. suffectus 81, bei Nipperdey-Andresen zu Tac. ann. XVI 33 wird dieser Montanus ohne allen Grund für den Vater unseres Curtius Montanus erklärt). Das Auftreten des Montanus gegen die Delatoren im J. 70 und die Achtung, mit der Tacitus seiner gedenkt, sind schwer mit der Rolle vereinbar, die ihm Iuvenal zuweist; die Worte des Dichters noverat ille luxuriam imperii veterem noctesque Neronis (v. 136f.) weisen wohl eher auf einen Zechgenossen Neros hin.