RE:Dareios 5

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band IV,2 (1901) Sp. 2211
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5) D., ältester Sohn von Artaxerxes II. und der Stateira (Plut. Artox. 26). Geboren um 412, wurde er, schon fünfzigjährig, von seinem Vater, trotzdem dessen Gemahlin Atossa den jüngeren Bruder begünstigte, zum Mitregenten und Nachfolger designiert (Iust. X 1, 1ff.), geriet aber mit ihm in Zwiespalt, da er sich von dem Vater dessen Maitresse Aspasia (s. Aspasia Nr. 2) als Geschenk zum Regierungsantritt ausbat (Plut. Artox. 26. 27. Iust. X 2, 1). Artaxerxes musste ihm dies dem Gesetze gemäss zugestehen, machte aber Aspasia bald zur Priesterin der Anaitis, wodurch sie dem Sohne entzogen wurde. Dies erbitterte D. ungemein, der noch dazu von Tiribazos aufgestachelt wurde und eine Änderung der Thronfolge befürchtete (Plut. Artox. 28ff.); so verschwor er sich, nach Iust. a. a. O. mit seinen Brüdern, zum Tode des Vaters. Wahrscheinlich fallen diese Ereignisse in das J. 362 (Judeich Kleinasiat. Stud. 207. 334) oder 361 (Grote Hist. of Greece² X 128); Bergks Ansatz (Rh. Mus. XXXVII 368) auf das J. 359/8 hat wenig Wahrscheinlichkeit für sich. Der Anschlag wurde von einem Eunuchen entdeckt (Plut. Artox. 29); D. wurde durch das Urteil eines königlichen Gerichts zum Tode verdammt und durch Abschneiden des Halses hingerichtet (Plut. a. a. O. Iust. X 2, 1ff. Aelian. v. h. IX 42). Vgl. Grote History of Greece² X 127ff. Spiegel Erân. Altertumskunde II 478ff. Justi Gesch. d. alten Persiens 137. Nöldeke Aufsätze z. pers. Gesch. 74. Maspero Hist. ancienne des peuples de l’Orient classique III 762ff.