RE:Dikaiarcheia

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
fertig  
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Band V,1 (1903), Sp. 546
Pozzuoli in der Wikipedia
GND: 4116087-3
Pozzuoli in Wikidata
Pozzuoli im Digital Atlas of the Roman Empire
Linkvorlage für WP   
* {{RE|V,1|546||Dikaiarcheia|[[REAutor]]|RE:Dikaiarcheia}}        

Dikaiarcheia (Δικαιάρχ(ε)ια; lat. Dicaearchia, poetisch Dicarchis, Petron. sat. 119 v. 68, Dicarcheum Stat. silv. III 1, 92. IV 8, 8; Ethnikon Dicaearcheus Lucil. b. Festus epit. 122. Stat. silv. II 2, 110. Sil. Ital. VIII 534. XII 107. XIII 385. Sidon. carm. II 59; Δικαιαρχεύς Diodor. IV 22, Δικαιαρχίτης Polyb. III 91. Steph. Byz.), wahrscheinlich ursprünglich von den Kymaeern als Hafenort im Inneren des Golfes von Pozzuoli gegründet (Δ. ἐπίνειον Κυμαίων Strab. V 245); weniger wahrscheinlich ist die von Eusebios (ad a. Abr. 1489 = 526 v. Chr.) und Steph. Byz. überlieferte Gründung durch samische Ansiedler. Städtische Selbständigkeit scheint D. nicht gehabt zu haben (Münzen fehlen gänzlich); die Grammatikerzeugnisse bei Fest. ep. 72. 122, die von einer civitas Graeca (oder municipium Graecum) iustissime regnata sprechen, sind ohne Gewähr. Seit dem hannibalischen Kriege erweitern die Römer das alte Emporium der Kymaeer zu einer grossartigen Hafenstadt, die 194 v. Chr. als Colonie constituiert wird und den Namen Puteoli erhielt (Plin. n. h. III 61 Puteoli colonia Dicaearchia dicta; das Weitere s. unter Puteoli). Doch bleibt der alte Name, besonders bei griechischen Schriftstellern und lateinischen Dichtern, in Gebrauch. Vgl. ausser den angeführten Stellen noch Paus. IV 35, 12. VIII 7, 3. Aelian. de nat. anim. II 56. VI 15. XIII 6. Plut. Sulla 37; de Pyth. orac. 9. Athen. IX 401. Philipp. Anth. Pal. IX 708. Antiphil. Anth. Pal. VII 379. Joseph. ant. Iud. XVII 328. XVIII 160. 248. XIX 5; vita 16 (Δ. ἣν Ποτιόλους Ἰταλοὶ καλοῦσιν); bell. Iud. II 104. S. Mommsen CIL X p. 182. Beloch Campanien 89f.