RE:Dromos 1

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band V,2 (1905), Sp. 1716–1717
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Dromos (δρόμος) hiess bei den Hellenen 1) jede [1717] breite und geradgestreckte Fahrstrasse in Stadt und Land, so z. B. die grosse Landstrasse nach dem delphischen Apollonheiligtum (IG II 545 Z. 42) und die Hauptstrasse von Alexandria (s. o. Bd. I S. 1384 und Ausfeld im Rhein. Mus. LV 364); und die Griechen nannten ebenso die berühmten Sphinxalleen der ägyptischen Heiligtümer (Strab. XVII 805; s. Strab. a. a. O. 363f.). So trug diesen Namen in Athen sowohl die vom Lykeion her in das Ostthor der Stadt mündende Hamaxitos (Xen. hell. II 4, 27. Hipparch. III 1) als die von einem Westthor nach dem Marktplatz laufende, mit Säulenhallen eingefasste Hauptprocessionsstrasse, auf der auch das Panathenaeenschiff sich bewegte (Himer. or. III 12). Dass dieses Westthor das Dipylon und der D. die Eingangsstrasse des Pausanias war, ist die jetzt von den meisten angenommene Ansicht; doch bleibt die Möglichkeit, dass das Schiff und auch Pausanias vom peiraiischen Thor her! kam, so lange noch offen, bis durch Festlegung einiger Punkte die Topographie der Agora gesichert ist. Übrigens pflegte sich in diesen Dromoi ein blühender Handel zu entwickeln: für Athen bezeugt es Himer. a. a. O. ausdrücklich, für das hellenisierte Ägypten lehrt es die Bezeichnung zuverlässigen Masses als jμέτρον δρόμων (s. Wilcken Ostraka I 771). Litteratur: Wachsmuth Stadt Athen I 184. 193f. 285f. 288. II 280f. B. Schmidt Thorfrage in der Top. Ath. 1879.