RE:Hermias 11

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band VIII,1 (1912), Sp. 831–832
Pauly-Wissowa VIII,1, 0831.jpg
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11) Hermias (fälschlich bisweilen Hermeias geschrieben), Philosoph, bithynischer Abkunft, Eunuch und Sklave des Eubulos, der über die Städte Atarneus und Assos und deren Umgebungen die Herrschaft führte. Er kam, jedenfalls als Freigelassener, nach Athen, trat in die Schule Platons ein und erwarb sich die treue Freundschaft des jungen Aristoteles sowie des Xenokrates. Nach Atarneus zurückgekehrt, wurde er der Mitherrscher, dann der Nachfolger des Eubulos. Inschriftlich erhalten ist ein Bündnisvertrag, den er mit Erythrai schloß (Dittenberger IGS 122). Nach Platons Tode (348/7) lud er die beiden Freunde zu sich ein, und sie lebten unter seinem Schutz in Assos drei Jahre, bis 345/4, wo H. ein jähes Ende fand; der persische Feldherr Mentor wußte ihn zu einer Zusammenkunft zu locken, nahm ihn gefangen und lieferte ihn dem Perserkönig aus, der ihn hinrichten ließ. Aristoteles nahm sich seiner Adoptivtochter Pythias an und nahm sie später zum Weibe. Seiner hohen Verehrung für den Freund gab er Ausdruck in einem Epigramm und noch einem längeren Gedichte (Diog. Laert. V 3–9. Arist. frg. 674. 675 Rose; vgl. Athen. XV 696. Euseb. pr. ev. XV 793 Β u. a.). Eine Schrift des H. über die Unsterblichkeit der Seele erwähnt Suid. s. Ἑρμίας. (Index Hercul. col. V 22 Mekler. Strab. ΧIII 610. Diodor XVI 52. Dionys. ep. ad Amm. V 262, 17 Us. Himerios or. 6, 6. 7. Boeckh Abh. Akad. Berl. 1853 [832] = Ges. kl. Schr. VI 185ff. v. Wilamowitz-Moellendorff Arist. u. Athen I 334. II 404 Zeller Philos. d. Griech. II a 421. II b 20f.).