RE:Iabri

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band IX,1 (1914), Sp. 544–545
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Iabri (Ἰάβρι, var. Ἰάβροι), Örtlichkeit des nördlichen Zentralarabien, nur von Ptolem. VI 7, 30 unter den binnenländischen Städten und Dörfern von Arabia felix erwähnt mit den Maßen 74° 30’, 25°. Nach seinen Angaben über die in Frage stehende Gegend Arabiens müßte man annehmen, daß I. auf dem von Κάρνα (Ḳarn) nach Ἄρρη κώμη führenden Wege zwischen zwei Örtlichkeiten lag, welche den gleichen Namen Σάλμα trugen, die eine unter 73° 20’ 24° 20’, die andere 74° 30’, 26°. Auf Grund dieser Angaben die Lage von I. zu bestimmen, ist nicht leicht. So ist das Bemühen Sprengers Die alte Geographie Arabiens 1875, 176, die Distanzbestimmungen des Ptolemaios untereinander und mit den geographischen Tatsachen in Einklang zu bringen, ergebnislos geblieben. Im Anschlusse an die angeführten Maßangaben und unter der Voraussetzung, daß Ἄρρη in Ḥāʾil zu suchen sei, setzte er, freilich ziemlich unentschieden, das südwestliche der beiden Salma mit Maʿdin Banu Solaim gleich, welches aber, wie er zugeben muß, ,4 oder 4½ Märsche von Ḳarn liegt, während Salma nur 2½ davon entfernt ist‘, das andere mit Guarmani’s es-Seleime südwestlich von Ḥāʾil. Doch schickt er diesen seinen Ansätzen das Zugeständnis voraus, daß die Unvollständigkeit des Itinerars des Ptolemaios uns der Mittel beraube, ,die Identität der Orte durch die Entfernungen mit Sicherheit festzustellen‘, über I. vollends bemerkt er nur: ,Drei Märsche von der vorigen Station (dem südwestlichen Salma) sollte also Rabadza, dem bedeutendsten Orte in dieser Gegend, entsprechen. Über den Namen I. weiß ich keine Auskunft‘. – Diese Bekenntnisse berechtigen wohl, nicht nur Sprengers Lokalisierung beider Salma, sondern auch Ptolemaios’ Maßangaben in Zweifel zu ziehen, deren konsequente Befolgung Sprenger ratlos werden ließ. Daß Ἄρρη das heutige Ḥājil sei, ist mehr als wahrscheinlich (vgl. den Art. Arre), besonders wenn es richtig ist, daß Ḥāʾil in alter Zeit Ḥājer hieß (s. Ch. Doughty Travels in Arabia Deserta 1888, I 617). Dagegen darf man I., wie es scheint, im Ğebel Ibrān erblicken (41° 57’ ö. L. Greenw. der Karte von Doughty, nur wenig unterhalb des Breitegrades von Ḥāʾil. In der minder klaren Kartenskizze bei Chi Huber Journal d’un voyage en Arabie 1891, Atlas 6 findet sich ein Ğebel Houbran eingezeichnet, dafür Atlas 10 Ğebel Heubran; im Text schreibt Huber inkonsequent bald 247f., Houbrān, bald 534f Heubrān, auch Hebrān 244). Ptolemaios’ Bestimmung der Entfernung zwischen I. und Ἄρρη erscheint viel zu groß geraten, nicht so [545] jene zwischen I. und dem südwestlichen Salma; dieses dürfte das heutige Solaima, westlich von Semire, südwestlich von Ḥāʾil, sein; es ist vom Ğebel Ibrān ungefähr 88 km entfernt, nach Ptolemaios’ Karte gegen 110 km. – Nicht nur nach ihrer Entfernung, sondern auch nach ihrer wechselseitigen Lage in der Windrose erscheinen die beiden Salma sowie I. und Ἄρρη in der Karte des Ptolemaios arg verzeichnet; doch ist es an sich begreiflich, daß er über das Innere Arabiens bei weitem nicht so genaue Nachrichten wie über das Küstengebiet erhalten konnte. – Über das erwähnte wie über das andere Salma, welches wir, nicht nur von Sprenger, sondern auch von Fischer bei K. Müller Ptolem. I 1017 und anderen abweichend im Ğebel Selma südlich von Ḥāʾil suchen, s. die Art Salma Nr. 1 und Salma 2). Über E. Glasers (Skizze der ..... Geographie Arabiens II 1890, 303) Zusammenstellung von I. mit den von Ptolem. VI 7, 24 genannten Ἰωβαρῖται s. den Art. Iobaritai.