RE:Iastai

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band IX,1 (1914), Sp. 1178
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S. 790, 52 ist einzuschieben:

Iastai (Ἰάσται Ptolem. VI 14, 11), ein Volksstamm in Scythia intra Imaum, der mit den Μαχαιτηγοί seine Wohnsitze nördlich des Νόροσσον ὄρος einnimmt. Hierfür hat des Ptolemaios Gewährsmann Marinos neue Nachrichten über einen Handelsweg benutzt, der vom Don und der Wolga nach Orenburg und von da über das Mugodschar-Gebirge, ein von niedrigen Bergzügen durchsetztes Plateau südlich des Urals, nach dem unteren Iaxartes führte (vgl. die Art. Ra und Ῥυμμικὰ ὄρη). Da. nun das Norrossische Gebirge dem Mugodschar-Gebirge entspricht, so müssen wir die I. hierher setzen. Dies wird durch die fehlerhafte Darstellung des Ἰάστος, eines östlichen Zuflusses des Kaspischen Meeres, in trefflicher Weise bestätigt, worüber sich näheres im Art. Iastos findet. Weil dieser nämlich nur die Emba sein kann, ein Steppenfluß, der gerade aus dem Mngodschar-Gebirge kommt, so stehen wir hier auf sicherem Boden: die I. wohnten im Quellgebiet der Emba oder etwas nördlich davon, wo die alte Handelsstraße das Gebirge durchquerte.

Offenbar waren die I. ein Nomadenvolk und mögen ebenso wie ihre Nachbarn indogermanischer Herkunft gewesen sein, was auch aus ihrem Namen hervorzugehen scheint. Vielleicht standen sie in Abhängigkeit seitens der Aorsen und nach ihnen der Alanen, die vom Kaspischen Meer bis zum Aralsee einen mächtigen Steppenstaat bildeten.