RE:Leibethra 2

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band XII,2 (1925), Sp. 1858
Pauly-Wissowa XII,2, 1857.jpg
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2) Λείβηθρα, Λίβηθρα, Stadt und Gegend in der makedonischen Landschaft Pieria, am Fuße des Olympos, welche mit dem Orpheusmythos in Zusammenhang gebracht wird. Zu Alexanders Zeit befand sich dort ein ξόανον des Orpheus aus Zypressenholz, Plut. Alex. 14, und Konon 45 bringt den Ort mit dem Tod des Orpheus in Verbindung. Paus. IX 30, 5 (9-11) berichtet eine thessalische Sage, wonach die Stadt durch den Gießbach Sys (Eber) zerstört worden sein soll. Nach Strab. IX 410. X 471 ist der Name von dort nach dem Helikon übertragen worden, s. Leibethrides und Leibethrion. Liv. XLIV 5, 12 berichtet, daß die Römer unter Qu. Marcius Philippus 169 v. Chr. nach dem Marsch durch die Pässe des Olymp zwischen Herakleia und L. Lager schlugen. Hesychios erklärt Λείβηθρον = ὀχετός, also von λείβω (Curtius Gr. Etym. N. 541); dazu stimmt, daß Mela II 2, 36. Plin. IV 32. Solin. 8, 7 von einer Quelle L. sprechen, welche letztere irrtümlich nach Magnesia verlegen, sowie daß noch jetzt die vom Olymp herabziehenden Bäche der Gegend Kanalia heißen, s. Heuzey Le Mont Olympe 93-98, wo L. bei Leftokarya angesetzt und auch die Λειβηθρίη σκοπή Lykophr. 275, sowie die Λειβήθρων ἄκρα κάρηνα Orph. Arg. 50 (vgl. 1382) zu lokalisieren versucht wird. Eine Quelle als Mittelpunkt des Kultes vermutet Gruppe bei Roscher III 1083. Die Bewohner erscheinen bei den Paroemiographen als Schildbürger, s. die Stellen bei Pape-Benseler.