RE:Longinus 5

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band XIII,2 (1927), Sp. 1424
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5) Longinus, Stadtpraefect von Konstantinopel unter Kaiser Iustinian in den J. 536-539 n. Chr. Von dem ‚energischen und körperlich ungemein kräftigen‘ Manne berichtet Prokop (anecd. 28), daß ihm der Kaiser die Spezialmission zuwies, den aus dem angeblichen Erbanspruch der Kirche von Emesa auf eine Hypothek, welcher zum Erlasse der Novelle 9 (v. J. 535) geführt hatte, anhängigen Rechtshandel auszutragen. L. löste die Angelegenheit, indem er den Priscus, der die Rechtstitel, auf die sich der Anspruch stützte, vorgeblich gefunden, tatsächlich aber gefälscht hatte, durch körperliche Züchtigung zum Geständnis brachte. Der Datierung der Novelle nach muß sich diese Sache im J. 534/5 zugetragen haben. Prokop erwähnt (a. a. O.), L. sei nachher praefectus praetorio von Konstantinopel geworden. Dies geschah bereits am 1. Jänner 536, da die Nov. 43 (de officinis Const. Mai 536) und die Const. 44 (de ergasteriis Const. Juni 536) an ihn gerichtet sind. Später sind an ihn noch Nov. 63 und Const. 66 (über die Freihaltung des Ausblickes auf das Meer bei Neubauten), Nov. 64 (de olitoribus) und Const. 65 (de hortulanis Const.), alle aus dem J. 538, addressiert. Weiter erscheint sein Name im Epilog von Nov. 105 und Const. 35 des J. 536 und noch im Nov. 79 epil. im J. 539. Nach diesem Zeitpunkte ist über L. nichts mehr bekannt.

[Nagl.]