RE:Nikagoras 9

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band XVII,1 (1936), Sp. [1936 218]
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9) Nikagoras II. von Athen, der Sohn Minukians’ II. (über diesen vgl. Stegemann Art. Minukianos) und Enkel des Nikagoras I., wahrscheinlich Anhänger der platonischen Schule (Schissel Klio XXI 370. Graindor Byzantion III‚ 1926. 213) und wohl auch Redner (das schloß Franz daraus, daß sich in der Familie die Beschäftigung mit der Rhetorik vererbt: Vgl. Syll. or. zu 720, und Geffcken Ausgang des gr.-röm. Heidentums 96 bezeichnet N. ebenfalls als Rhetor), Fackelträger der eleusinischen Mysterien, bei denen er also einen höheren Grad erreicht hatte als sein Großvater, aber sonst unbedeutend, weshalb Himer. ecl. VII 4 nichts von ihm zu rühmen weiß und ihn darum or. XXIII 21 gar nicht erwähnt (denn der hier wegen seiner σεμνότης gerühmte N. ist Nikagoras I., vgl. Schissel. Anders Graindor). Aus seinem Leben sind uns zwei Daten bekannt, Einmal die Reise nach Ägypten, die er jedenfalls in Begleitung mehrerer Platoniker machte und wobei er die thebanischen Königsgräber besichtigte und sich zweimal dort eintrug, einmal ohne Namensnennung und in deutlicher Anspielung auf seine platonische Gesinnung (Baillet Inscr. gr. et lat. des tombeaux des rois à Thèbes II 1265 = Syll, or. 721) und einmal kurz, aber mit vollem Namen (Baillet II 1889 = Syll. or. 720). Daß er dabei dem Kaiser Konstantin I. für die Gunst dieser Besichtigung dankt, deutet auf den offiziellen Charakter dieser Reise, die wohl also mit der kaiserlichen Post ausgeführt wurde (Baillet 289. Schissel 369. Graindor) 214). Die Reise fand im J. 326 statt (Schissel), also nicht, wie Syll. or. 462, 5 annahm, zwischen 306 und 315 und zu einer Zeit, wo Konstantin sich noch nicht offen zum Christentum bekannt hatte; denn das würde allem widersprechen, was wir von der vorsichtigen Handlungsweise dieses Kaisers gehört haben (Geffcken). Überhaupt unterstützte Konstantin N. nicht in seiner Eigenschaft als Daduche, sondern als Mann der Wissenschaft (Graindor 209-214). Zum andern die Vermählung seiner Tochter, wohl um 340, mit dem Sophisten Himerios (H. Schenkl o. Bd. VIII S. 1623, 33) und die Geburt eines Enkels Rufinus (um 341), um dessen ἐλευθέρωσις Himerios bei dem Areopag in der Rede ecl. VII ansuchte.