RE:Tarmianoi

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
fertig  
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Band IV A,2 (1932), Sp. [IV_A,2 2325]–2326
Linkvorlage für WP   
* {{RE|IV A,2|2325|2326|Tarmianoi|[[REAutor]]|RE:Tarmianoi}}        

Tarmianoi, Gemeinde in Karien, die 197 v. Chr. dem rhodischen Feldherrn Pausistratos Hilfstruppen bei seinem Zuge gegen Stratonikeia [2326] stellte, also damals zur rhodischen Peraia gehörte, Liv. XXXIII 18, 3, wo Tamiani zweifellos in Tarmiani zu ändern ist, G. Hirschfeld Bull. hell. XI 212. XVII 61 Die Zugehörigkeit zu Rhodos schon vor 197 geht mit Sicherheit aus der Inschrift Arch.-epigr. Mitt. 1893, 104 = Ernst Meyer Grenzen der hellenistischen Staaten in Kleinasien 55 hervor. Die T. kommen dann vor auf Inschriften aus Mughla (Mobolla), südöstlich von Stratonikeia, zuerst ungefähr 70 v. Chr. Bull. hell. X 486 nr. 1 = Collitz–Bechtel 4275 ist eine Ehreninschrift, die τὸ κοινὸν τὸ Ταρμιανῶν aufgestellt hat; 490 nr. 3 und 491 nr. 4 sind Ehreninschriften für Ταρμιανῶν τῷ κοινῷ. Da nr. 1 und ebenso die Ehreninschrift des κοινόν, bei Benndorf Anz. Akad. Wien, phil.-hist. Cl. 1892, 64 = Mnemosyne N. S. XXIV 193 nr. 18 = Ernst Meyer 57 für einen Rhodier bestimmt sind, ist es sehr wahrscheinlich, daß das κοινόν auch damals rhodisch war. Auf Priesterlisten vom Hekatetempel in Lagina (ungefähr 39 v. Chr.) kommen zwei Ταρμιανοί vor, Bull. hell. XI 5 nr. 4. 5. Daraus könnte man schließen, daß das κοινόν damals zu Stratonikeia gehörte. Wenn die Beamten, die auf der Inschrift Bull. hell. X 488 nr. 2 = Collitz-Bechtel 4276 den Rhodier Sosikrates ehren, das Priesterkollegium der T. darstellen, wie sehr wahrscheinlich ist, dann gehören die Ταβηνοί (s. o. Tabai), Λωμεῖς, Μοβωλλεῖς, Μνιεσύται, zu denen auch noch die Κενενδωλαβεῖς der Inschrift Bull. hell. X 490 nr. 3 kommen, zum κοινόν der T., s. o. Bd. V S. 131, 50f., das κονόν der T. ist also nicht = Stadt der T., s. o. Bd. II S. 1555, 43f., sondern es ist eine größere Gemeinde mit Unterabteilungen. Über die T. vgl. u. a. FOA VIII 7a Z. 15, und vor allem Ernst Meyer 55f.

[Ruge.]