Schicksale einer deutschen Lehrerin in Frankreich

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Textdaten
<<< >>>
Autor:
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Schicksale einer deutschen Lehrerin in Frankreich
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 7, S. 115
Herausgeber: Adolf Kröner
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1887
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Leipzig
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
korrigiert
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite


[115] Schicksale einer deutschen Lehrerin in Frankreich. Das Los der nach Frankreich verschlagenen und dort ansässigen Deutschen ist nicht immer beneidenswerth: die Feindseligkeit der Franzosen gegen die Deutschen macht sich zum mindesten in allen den Fällen bemerkbar, wo die Deutschen, und sei es auch ganz ohne Schuld, in eine mißliche und schiefe Lage gerathen. So erging es, wie die Tageszeitungen berichten, einer aus Westfalen stammenden Lehrerin, welche Erzieherin in einer französischen Grafenfamilie geworden war. Nachdem ihr diese Stellung gekündigt, suchte sie sich durch Unterricht in der deutschen Sprache in Paris ihren Unterhalt zu erwerben: es fiel ihr dies schwer, da sie keine Empfehlungen besaß. So wurde sie, durch die Noth gezwungen, Arbeiterin in einer Posamentirfabrik. Eines Tags, als sie in einer Wirthschaft zu Mittag gegessen, konnte sie nicht bezahlen: sie hatte ihr Portemonnaie zu Hause liegen lassen. Darauf wurde sie verhaftet, wegen Zechprellerei verurtheilt und an die deutsche Grenze geschafft. Fast ohne alle Mittel wollte sie zu Fuß nach Metz wandern, wurde indeß in Bie als Landstreicherin verhaftet. Von der Metzer Strafkammer aber, welche ihrer Erzählung vollständigen Glauben schenkte, wurde sie gänzlich freigesprochen. Jedenfalls ist es mit Gefahren verbunden, wenn sich gebildete deutsche Mädchen oder Frauen gegenwärtig in Frankreich als Lehrerinnen ihr Brot verdienen wollen; man kann ihnen nur rathen, sich, besonders in Krankheitsfällen, an den deutschen Hilfsverein in Paris zu wenden, von dem wir in Nr. 43, Jahrgang 1882 berichteten.