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Liste.png Andreas Ulrich Mayer, Gerard van Swieten: Abhandlung des Daseyns der Gespenster, nebst einem Anhange vom Vampyrismus

zn 6S o jK) zubürden. Mir, -er ich dieses läugne, können solche nicht abge-zwungen werden, denn der gemeine Weidspruch saget: ^Krmsnri iocumbir prvbsrio, daß der bejahende Theil mit Beweisgründen auftretten müsse, und daß man nach allen Rechten dieses von ihm fodern kann. Jedoch ich begehre zu viel von ihnen. Ich begehre unmögliche Sachen. Denn so wenig den Geister-Vertheidigern die Wesenheit eines Geistes oder Engels bekannt ist, so wenig können sie überzeugende Beweise liefern, daß der Engel die Gewalt habe, aus eigenen Kräften einen Luftkörper zu bilden, und in diesem zu erscheinen. Sie sagen zwar: die Engel sind oft erschienen: also können sie erscheinen. Es ist wahr; sie sind oft erschienen; aber diese Erscheinungen beweisen noch nicht, daß sie aus eigener Gewalt, und schon aus den in der Erschaffung überkommenen Kräften erschienen sind. Die Propheten haben Todte erwecket, das Feuer von Himmel fallen lassen, allein sie haben dieses nicht aus eigenen Kräften, sondern durch die ihnen ertheilte Gewalt bewerkstelliget. Sie waren Abgesandte des HErrn, und die Weisheit GOttes wollte selbe ohne die Gabe Wunder zu wirken vor dem Volke nicht auftretten lassen. Eben dergleichen Abgesandte waren auch die Engel, man kann also gründlich dafür halten, daß GOtt sie gleichfalls mit einer Wunderkraft ausgerüstet habe, welche sie vorhin nicht hatten. Es waren auch alle Begebenheiten, wo die Engel erschienen, eines Wunders würdig, und sie sind aus sonderbaren Verordnungen GOttes geschehen. Ich folgere also mit dem unbenannten Got-tesgclehrten ( und warum soll ich ihn nicht nennen? Es ist der grundgelehrte P. Jordan Simon, der H. Schrift Doctor, eine schöne Zierde -es Augustinerordcns, der Theologie Professor auf der hohen Schule zu Erfurt ) in der Anpreisung der kaiserlichen Landcovcrordnung 104. daß eben wegen diesen ihre Erscheinungen ein Wunderwerk waren, und daß folgsam eine jede Erschei-

Empfohlene Zitierweise:

Andreas Ulrich Mayer, Gerard van Swieten: Abhandlung des Daseyns der Gespenster, nebst einem Anhange vom Vampyrismus. , Augsburg 1768, Seite 32. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Abhandlung_des_Daseyns_der_Gespenster.djvu/032&oldid=2866301 (Version vom 1.8.2016)