Seite:Abhandlung des Daseyns der Gespenster.djvu/042

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Liste.png Andreas Ulrich Mayer, Gerard van Swieten: Abhandlung des Daseyns der Gespenster, nebst einem Anhange vom Vampyrismus

4n (!N° Si) ner Gewalt und wesentlichen Kräften erscheinen können, da -och noch kein Geister-Vertheidiger wahrscheinlich erwiesen habe, daß die gute, oder nachmal gefallene Engel, diese Gewalt, und diese Kräften in ihrer Schöpfung erhalten haben, und daß selbe -er Natur der gefallenen Geistern wesentlich ankleben, die Vernunft muß sich sehr verwundern, wie der Geisterfreund, der viele Jahre nnter tausend Bemühungen unterwiesen werden muß, ehe er einmal von der Beschaffenheit der gemeinsten Dingen lallen kann, der feinen Körper selbst nicht kennet, wenn er auch noch so schicklich mit Feur in die berborgenenGängen derNatur dringet,oder mit denMes-fer in denselben herumwühlet, wie dieser eine Erkänntniß von dem Wesen und Vermögen eines Geistes, und einen Inbegriff von einer Sache sich beimeffen kann, die in einem so weiten Abstand von ihm entfernet ist. Wer aber aus dem, daß die Engel erschienen sind, folgern will, daß sie erscheinen können, der muß erweisen, daß sie die natürliche Gewalt zu erscheinen in ihrer Schöpfung von GOtt erhalten haben, und daß sie ohne sonderbare Verordnung einem sehr reichlichen Dorrath von aller Gattung Lusts und Dünsten nersehen gewesen sepn, weil es bald in menschlicher, bald in thierischer Gestalte sich gejeiget hat. Ich könnte unmöglich über das Her; bringen, diese Aneckdvte aus dem Trithemius nicht beiturücken, damit der gelehrten Welt die physikalische Ursache nicht verborgen bleibe, warum sehr oft der Teufel mit Geisfüßen, oder die Gespenster als Huude erscheinen. Es scheinet mir auch diese Meinung niel glaubwürdiger zu seyn, als die Meinung des Rabbi Abraham, welcher diese Gattung Geister mit Bocks, süßen u. s. w. für unvollkommene Creaturen hält, und behauptet: Als GOtt der HErr am sechsten Tage die lebendige Creaturen geschaffen, so wäre ihm bei Verfertigung der Letztem der Sabbathabenb ju geschwind über den Hals gekommen, daß er nicht völlig habe fertig werden können, und daher waren es unvollkommene Creaturen, das ist, Geschöpfe mit Bockssüßea, oder halb Mensch, und halb Thirre geblieben. ’

Empfohlene Zitierweise:

Andreas Ulrich Mayer, Gerard van Swieten: Abhandlung des Daseyns der Gespenster, nebst einem Anhange vom Vampyrismus. , Augsburg 1768, Seite 42. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Abhandlung_des_Daseyns_der_Gespenster.djvu/042&oldid=2866446 (Version vom 1.8.2016)