Seite:Abhandlung des Daseyns der Gespenster.djvu/044

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Wechseln zu: Navigation, Suche
Diese Seite wurde noch nicht korrekturgelesen. Allgemeine Hinweise dazu findest du auf dieser Seite.
Liste.png Andreas Ulrich Mayer, Gerard van Swieten: Abhandlung des Daseyns der Gespenster, nebst einem Anhange vom Vampyrismus

wälzeln sich die Himmeln, und sie erftrecket sich von dem Adler bis zu -er geringsten Mücke, und von dem größten Wallfisch, bis auf den geringsten Wurm. Sott man wohl glauben, daß diese liebreiche Vorsicht des Menschen vergessen, und über selben dessen abgesagtesten Feinde so viele natürliche Kräften gegeben, oder gelassen habe?

Es müßte 2) -er Körper eines Gespenstes, der reden kann, und zu all wirklichen Bewegungen geschickt ist, ein organischer Körper seyn. Dergleichen Körper zu bilden wollen dieGespenster-und Hexenfreunde ( man sehe P. nAgnels Verteidigung loi. 58 ) dem Satan die Gewalt nicht einftchen. Es werden z ) zu den Bewegungen, welche die Geister machen unumgänglich sehr viele Hebel erfordert; ein Hebel aber muß ein fester Körper seyn, weil sonst die Last, die Kraft, und. ein Ruhpunkt nicht könnte statt finden. Die Vernunft kann sich aber nicht vorstellen, daß ein flüssige Materie, die Luft, solche Festigkeit habe. Die Gespenster machen 4 )’ sehr viele und verschiedene Bewegungen. Bald zeiget sich ein Gespenst in einer risenmaßtgen Gestalte, und in einem Augenblicke schlüpfet es durch den kleinsten Spalt, und in einem Augenblicke ist es wider da, und stellet sich in der abscheilichsten Gestalte uns vor Augen, bald schwebet es als ein Schatten an den Wanden herum, klopfet an die Thüre, lacht, winkt, stampft mit Füßen, und macht ein Getös mit Ketten. Zu diesen Bewegungen sind gewiß sehr viele Hebel Vonnöthen, aber wie kann die Vernunft begreifen, daß der Körper zusammen gedrückt, und plötzlich wieder zu einen etlich Ellen langen Körper ausgedehnct werden, ohne daß dadurch ein Hebel von seinem rechten Ort verschoben, und -er ganze Bau Schaden leide? Ein solcher Körper müßte gewiß aus unzählichen der feinsten Springfedern bestehen, und nach den Regeln der allergenauesten Mechanik zusammen gesetzet seyn. Aus

Empfohlene Zitierweise:

Andreas Ulrich Mayer, Gerard van Swieten: Abhandlung des Daseyns der Gespenster, nebst einem Anhange vom Vampyrismus. , Augsburg 1768, Seite 44. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Abhandlung_des_Daseyns_der_Gespenster.djvu/044&oldid=2866305 (Version vom 1.8.2016)