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Liste.png Andreas Ulrich Mayer, Gerard van Swieten: Abhandlung des Daseyns der Gespenster, nebst einem Anhange vom Vampyrismus

 wie vielen Springfedern, Röhren, Punkten, Gefäßen, Geweden, n SpannPulsund Blutadern, Hebeln (Llevsriones) Bänden^ (LiZamenra) Zusammenzieher (<^onttriLlore8) Knochen, Mäuse-lein, Knorspeln ist unser Körper bereitet, der doch die geschwinde, vielfältige und bewunderungswürdige Bewegungen und Vorstellungen nicht machen kann, welche ein Gespenste in seinem angenommenen Körper uns vorstellen solle? Und wer sott glauben, -aß ein Gespenste, oder unsere von dem Leib abgeschiedene Seele, die die Gefäße, und das Gewebe ihres Körpers, den sie bewohnet hatte, nicht erkannte, die Wissenschaft ein so künstlichen Körper zusammen zu fügen besitze, und selben in einem Augenblicke erbauen, vernichtenund wiederum Hervorbringen könne. Es streitet 5) gegen die Vernunft, daß ein Geist die Luft bewegen, oder selbe zusammen pressen könne. Alles, was einen Körper berühren und bewegen will, muß was körperliches seyn. Die Geister, saget der belobte Calmet k>i. 33. können ohne Gewalt GOt-trs keiner Materie eine Bewegung geben. Aber warum kann es die Seele ? wie kann diese unfern Leib bewegen ? und nicht auch ein Geist? Ich antworte, Seele und Leib haben ihrer Natur nach keine Gleichheit oder Gemeinschaft miteinander, GOtt hat aber bey Vereinigung des Leibes mit der Seele selber die Kraft gegeben, dem Leib nach ihrem Willen seine Bewegung zu geben, und er hat sich selbst das Gesetz gemacht, daß er sich also nach ihrem Willen richten, und ihr zu solcher Bewegung jederzeit Mitwirken wolle. Dieses ist eine Wahrheit, die niemand läugnen wird. Daß aber GOtt einem Geist bei seiner Erschaffung die Gewalt ertheilet habe, die Luft zu bewegen, selbe dick zu machen, und aus dieser einen Leib zu stalten, dieß ist eine Meinung, welche noch niemand erwiesen hat. Mit noch fünf andern Gründen beantwortet diesen Einwurf das fünfte blocksbergische Schreiben lol. 20. Es fraget die Vernunft 6): ob die Luft, in welche die Gespenster s z . sich

Empfohlene Zitierweise:

Andreas Ulrich Mayer, Gerard van Swieten: Abhandlung des Daseyns der Gespenster, nebst einem Anhange vom Vampyrismus. , Augsburg 1768, Seite 45. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Abhandlung_des_Daseyns_der_Gespenster.djvu/045&oldid=2866359 (Version vom 1.8.2016)