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Liste.png Andreas Ulrich Mayer, Gerard van Swieten: Abhandlung des Daseyns der Gespenster, nebst einem Anhange vom Vampyrismus

leicht geschieht, wenn ihrer mehrer zusammen hangen, so sinken sie, und sie erhalten oft eine Schwere, die unsere Luft übertrift, wo sie nachmal zu Erden fallen, sich in Nebel, Thau; oder Regen verwandeln. Wie leicht also könnte das ganze Gebäu, welches ein Geist unternihmt, durch die gehäufte Dünste zu Boden fallen, oder sich gar in einen Regen verwandeln? da er den Leib geschwind bewegen thäte, wurden die Wasserbläslein, aus welchen die Dünste bestehen, durch eine schnelle Bewegung zusammen gestossen, und zerspringen, das Wasser, aus welchen sie bestanden, wurde allenthalben ausrinnen, es wurde sich in Tropfen sammeln, ein Tropf den anderen stossen, und also ein Regen erfolgen. Oder es könnte so gar aus dem Geisterkörper ein Schnee entstehen. Wenn die Wasserbläslein der Dünsten von einer kältern Luft zusammen gezogen werden, so entstehet Schnee, wenn sich nun das Gespenst aus einem warmen Zimmer mit seinem aus Dünsten bestehenden Scheinkörper bei strengster Kälte hinaus begäbe, so könnte sehr leicht erfolgen, daß die Kälte die Wasserbläslein zusammen ziehe, und selbe in Schnee verwandele; oder man muß hier wieder eine neue Erfindung machen, und mittels einer unsichtbaren Glutpfanne eine gemäßigte Wärme anbringen, welche die Wasserbläslein vor der strengen Kälte schützet. 2) Entstehet die alte Schwierigkeit, wie die Geister diese Dünsten zusammen fangen können, um die Länge eines grossen schwarzen Mannes zu bilden, werden gewiß viele tausend Wasserbläslein erfordert, die sehr dick aufeinander liegen müssen. Es müßte 3) das Gespenst die Wissenschaft besitzen eine solche Schwere den Dünsten zu geben, daß sie nicht zu stark in die Höhe steigen, und nicht zu Boden fallen könnten. Es müßte 4) die Geschicklichkeit eines Bildhauers haben, um einen gut geförmten Körper zusammen zufügen, und es müßte das Gespenst alle Vorsicht anwenden, daß der ganze Bau nicht einfalle; denn je mehr Dünste selber brauchet, je grösser wurde die Schwere werden, und

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Andreas Ulrich Mayer, Gerard van Swieten: Abhandlung des Daseyns der Gespenster, nebst einem Anhange vom Vampyrismus. , Augsburg 1768, Seite 47. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Abhandlung_des_Daseyns_der_Gespenster.djvu/047&oldid=- (Version vom 2.6.2020)