Seite:Abhandlung des Daseyns der Gespenster.djvu/105

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Liste.png Andreas Ulrich Mayer, Gerard van Swieten: Abhandlung des Daseyns der Gespenster, nebst einem Anhange vom Vampyrismus

 rc>5 welche er mit Namen nennte/ und wir müssen diese Nacht noch einen Zug nach Jerusalem machen / denn dieses ist uns zur Strafe auferleget. Willst du mit / so ist dir dieses Pferd zu Diensten. Der adeliche Herr nahm das Anerbieten an, und setzte sich unter den Worten: ich habe in meinem Leben schon viele wunderliche Sachen angefangen/ so will ich auch dieses nicht ausschlagcn: auf das Pferd / und beide wurden in einem Augenblicke den Augen der Knechten entrissen. Den andern Tag um die bestimmte Zeit waren beide wiederum an dem nämlichen Orte/ und der adeliche Herr bei seinen Knechten / der Koch nähme auch von selbem Abschied und sagte: daß du nicht vermeinest unsere Reife sty nur ein Einbildung gewesen / so will ich dir zwo seltene Sachen zu einem Angedenken ertheilen. Hier hast du ein Tüchlein aus Salamandra ( Asbest oder Stcinflachs ) gemacht / welches in dem Feuer unverletzt bleibet/ und durch das Feuer von allem Schmutz gcreinigct wird / wie auch ein Messer / welches behutsam brauche / denn der mit diesem Verwundete wird vergiftet.

Da er ihm diese zwey Stück gegeben / ist er verschwunden. Del-rio 5oi. 294. vermeinet / daß der Satan in die Person des Koches sich verstellet habe/ und in dieser Meinung bestärket ihn das Messer / welches sowohl diesem adelichen Herrn selbst / als andern sehr schädlich seyn könnte. Andere halten dafür / daß es die Seele -es Koches gewesen seye; weil dieser der Schankung die Ermahnung beigeleget: Er sollte das Messer behutsam brauchen.

Welche gute Ermahnung ein böser Geist wohl wurde unterlassen haben.

n .

Wenn ich meine Meinung beisetzen darfte, so wurde ich sagen / daß die ganze Geschichte wegen ihren Umständen so gut als das Mährchen von der geraubten Prinzeßinn und dem starken Zwerge, welches die Amme mit aller glaubwürdigen Treuherzigkeit O met-

Empfohlene Zitierweise:

Andreas Ulrich Mayer, Gerard van Swieten: Abhandlung des Daseyns der Gespenster, nebst einem Anhange vom Vampyrismus. , Augsburg 1768, Seite 105. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Abhandlung_des_Daseyns_der_Gespenster.djvu/105&oldid=2866431 (Version vom 1.8.2016)