Seite:Abhandlung des Daseyns der Gespenster.djvu/145

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Wechseln zu: Navigation, Suche
Diese Seite wurde noch nicht korrekturgelesen. Allgemeine Hinweise dazu findest du auf dieser Seite.
Liste.png Andreas Ulrich Mayer, Gerard van Swieten: Abhandlung des Daseyns der Gespenster, nebst einem Anhange vom Vampyrismus

 ) und mit den Ketten jd schallte, daß der Beschwörer und seine Heiser, die noch furchtsamer waren als er, über einem Büschel beisammen die Stiege hinunterfielen. Einer brach sich einen Arm, der ander ein Bein, und der Banner bekam rwey Löcher im Kopfe.

n ^ n n n Nach dieser Begebenheit fieng man allgemach an zu verzweifeln, ein Mittel zu finden, den Geist aus dem Schlosse zu bringen. Allenthalben redete man von diesem Zufalle. Ein Edelmann von der Nachbarschaft that sich noch hervor auf den Boden zu gehen, und die Frau Gräfinn, die ihm dieses Dienstes wegen Lnx>. Ducaten zu bezahlen versprach, von der Unruhe des Geistes zu befreyen. Sie mißrieth es ihm freylich, sich in die Gefahr zu geben. Er aber gieng beherzt auf den Boden hinauf nur mit einem starken Stock versehen. Er machte dieThüre auf, und fieng an zu schreyen: Mignon, Mignon. Der Edelmann verweilte sich nicht lange auf dem Boden. Er kehrte zurück, und führte das Gespenst an der Kette mit sich daher. Der Geist war erläßt, denn der Geist war ein Affe, der dem Edelmanne vor etwelchen Monaten weggcloffen, und Mignon hieß. Er hatte das weiffe Grastuch, so er dem Obstbauern genommen, um den Hals gehüllet, und machte allerhand lächerliche Sprünge über quer, über ecks. Die Frau Gräfin war nun froh, ihr Schloß wider von Gespenstern frey zu sehen. Sie bezahlte dem Edelmanne die 200. Ducaten, die sie ihm versprochen, gerne aus. Sie lachete öfters bei sich selbsten, wie sie und die Ihrigen sich von einem so geringen Thtere hätten äffen lassen.

Ich halte es für nur gar gewiß, daß man viel hundertmal etwas für einem Geist ansieht, das in der Sache selbsten nichts ist, sondern seinen Grund in natürlichen Ursachen hat. Der einbilderlische,und in der Schule derVorurtheilen auferzogene Mensch, T ist

Empfohlene Zitierweise:

Andreas Ulrich Mayer, Gerard van Swieten: Abhandlung des Daseyns der Gespenster, nebst einem Anhange vom Vampyrismus. , Augsburg 1768, Seite 145. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Abhandlung_des_Daseyns_der_Gespenster.djvu/145&oldid=2866353 (Version vom 1.8.2016)