Seite:Abhandlung des Daseyns der Gespenster.djvu/154

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Liste.png Andreas Ulrich Mayer, Gerard van Swieten: Abhandlung des Daseyns der Gespenster, nebst einem Anhange vom Vampyrismus

spielen beleuchten. Hr. Licentiat Ergo wird nach = = = als Kooperator geschickt. Unter Wegs erzählet man ihm, daß der kürzlich verstorbene Pfarrer umgehe. Da ihm das Zimmer angewiesen wird, vertrauet man ihm, daß in diesem der Hr. Pfarrer gestorben seye: diese Erzählung beunruhiget ihn; schon ganz kleinmüthig gehet er zu Bette, nachdem er zuvor dem Bette gegen über feinen schwarzen Rock, und gleich darüber sein sammetes Käpplein aufgehangen hat. Ehe der Tag anbricht, erwachet er, und er siehet den verstorbenen Pfarrer lebhaft in seinem Zimmer. Furcht Und Angst überfallen ihn; er schwitzet im Bette; er macht ein Beschwerung und ein Präceptum über das andere. Der Geist weichet nicht; denn es war das Gespenst sein Rock und sein Käpplein. Die Begriffe von den Geistern, die er hatte, die Erzählung, die er hörte, waren Ursache seiner irrenden Einbildungskraft und der Krankheit, die er wegen gehabten Schrecken ausstehen müßte.

Philander tritt ganz blaß in die Stube seines Nachbaren. Man fraget ihn. Er will nichts sagen. Endlich bekennet er umständlich, daß auf dem Wege ein weisser Hund gelegen, da doch keiner in dem ganzen Dorf seye, und er beklaget sich überdas ungestümme Anhalten seiner Freunde, welches ihm gewiß einen Ausschlag an dem Munde verursachen werde, weil er die Sache, ehe 3. Tage verflossen wären, erzählet habe. Unterdessen kommt Salmon, und da er die Erzählung höret, lachet er aus vollem Halse, und verwandelt den weissen Hund in einen weissen Stein. Philander erhält aber richtig seinen Ausschlag. Die Einbildung, die Gewohnheit jede Sache für ein Gespenst anzusehen, die Furcht, die ihn angefallen, der Schrecken, den er erlitten, waren Ursache seiner Bangigkeit vor dem vermeinten weissen Hunde, und seines wehen Mauls.

Sycophant hört zu Nacht einen Geist in seinem Zimmer herumgehen. Er kommt so gar über seine Bücher, und es muß der Geist seines

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Andreas Ulrich Mayer, Gerard van Swieten: Abhandlung des Daseyns der Gespenster, nebst einem Anhange vom Vampyrismus. , Augsburg 1768, Seite 154. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Abhandlung_des_Daseyns_der_Gespenster.djvu/154&oldid=3460878 (Version vom 15.12.2018)