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Liste.png Andreas Ulrich Mayer, Gerard van Swieten: Abhandlung des Daseyns der Gespenster, nebst einem Anhange vom Vampyrismus

n LZ6 nn stand der Kinder keine Gespenstergeschichte einprägen, noch weniger die Kinder durch solche Undinge und kindische Vorstellungn der Gespenster, durch Larven und Unholden furchtsam machen. Man soll ihnen vielmehr nützliche Begebenheiten erzählen, oder Heldenthaten vorstellen, als mit diesen Abentheuern ihnen die lange Weile vertreiben. Ist es nicht seltsam? Die Menschen haben so schon unzähliche Dinge zu lernen, und gleichwohl unterrichtet man sie noch mit Sachen, welche zugleich falsch und schädlich sind! Wie viel besser wäre es also, wenn man ihnen statt den erdichteten Leben des Dr. Fausts, statt den Geschichten der verwunschenen Schlössern, der Gespenstern und Geistern, die Begebenheiten der Erschaffung der Welt, des Sündflusses etc. die auch den gemeinen Mann nicht unbekannt sind, beibringen wurde, als daß man mit jenen ihren Verstand bethöre, ihre Einbildung vergifte, und ihnen schädliche Vorurthcile einfiöße. Alle Sittenlehrer, die ihren Mitbürgern nutzen wollen, geben diesen Rath, und alle Aerzte schreiben dieses vor, und dennoch will niemand folgen, vieleicht weil eben jenes verabscheuet wird, was nützlich ist. Man kann auch die Kinder in finstere oder abgelegene Zimmer schicken etwas zu holen, und sie also nach und nach zur Herzhaftigkeit zugewöhnen. Mit einem Worte, man soll ihnen nichts von Gespenstern und Geistern sagen. Wenn man ihnen nichts saget, werden sie nichts wissen, und von Sachen, die sie nicht wissen, sich nicht fürchten. Bei Erwachsenen sind die Mittel gegen die Gespenster leichter vorzuschreiben, aber schwerer zu befolgen. Die Grundsätze von der Wirklichkeit der Gespenster, die mit unsern Kindesgebeinen aufgewachsen sind, die Vorurtheile, die uns zu tief eingepräget worden; die Geisterund Gespensterbilder, die nns die wiederholten Erzählungen so oft abgemalen; die Einbildung, die mit diesen angefüllet ist, die.Schwachheiten, in die die Sinne der Natur fast verwandelt worden, alles dieses hält den er-

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Andreas Ulrich Mayer, Gerard van Swieten: Abhandlung des Daseyns der Gespenster, nebst einem Anhange vom Vampyrismus. , Augsburg 1768, Seite 156. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Abhandlung_des_Daseyns_der_Gespenster.djvu/156&oldid=2866330 (Version vom 1.8.2016)